Ein neues Video der MeteoSchweiz erläutert die Zusammenhänge zwischen Sonnenstrahlung und Klimawandel

9. November 2017, 5 Kommentare

Zwischen Klima und Sonnenstrahlung besteht ein enger Zusammenhang. Die Änderung des Klimas auf der Erde ist beeinflusst durch das Ungleichgewicht zwischen der in Form von Sonnenstrahlung in die Atmosphäre eintretenden Energie und der in Form von Wärme (Infrarotstrahlung) in den Weltraum abgestrahlten Energie.

Referenzinstrumente für Strahlungsmessung an der MeteoSchweiz-Station in Payerne
Referenzinstrumente für Strahlungsmessung an der MeteoSchweiz-Station in Payerne

Diese Zusammenhänge werden in einem soeben von MeteoSchweiz, dem Weltstrahlungszentrum in Davos (PMOD/WRC) sowie der Weltmeteorologischen Organisation (WMO) publizierten Video erläutert.

Youtube: Measuring sunlight

In Bezug auf diese Energieflüsse sind die Unterschiede zwischen ein- und ausgehenden Strahlung gering und verändern sich im Verlauf der Zeit nur wenig (in der Grössenordnung von wenigen Prozent pro Jahrzehnt). Die Genauigkeit der Strahlungsmessung liegt jedoch mit 1-2% in einer ähnlichen Grössenordnung. Um den Klimawandel zu untersuchen und zu verstehen, ist es daher notwendig, dass die verschiedenen Wetterdienste und Forschungsinstitute weltweit in der Lage sind, Strahlungsmessungen mit höchster Genauigkeit durchzuführen.

Dies sicherzustellen ist die Aufgabe des Weltstrahlungszentrum in Davos (PMOD/WRC). Sie betreiben die Instrumente der Weltstandardgruppe zur Definition der „World Radiometric Reference“, sozusagen dem „Urmeter der Sonnenstrahlung“. Alle fünf Jahre führen sie zudem Vergleichsmessungen, an welchen Wetterdienste und Forschungsinstitute aus der ganzen Welt teilnehmen, in Davos durch.

Diese Vergleichskampagnen sind im Video ebenfalls erwähnt. Ein ausführlicheres, ebenfalls von MeteoSchweiz mitproduziertes Video, beschreibt die letztmals 2015 durchgeführte Vergleichskampagne etwas ausführlicher und erläutert das Konzept der Rückverfolgbarkeit von Strahlungsmessungen mittels Referenzinstrumenten.

Dieses Video ist nur in englischer Sprache verfügbar.

Solche Referenzinstrumente werden auch an der MeteoSchweiz-Station in Payerne eingesetzt. Diese Station ist Teil des internationalen Referenznetzes für Strahlungsmessung, dem „Baseline Surface Radiation Network“ (BSRN). Das BSRN stellt sicher, dass Strahlungsmessungen in allen Ländern nach gleichen Standards und mit derselben Präzision gemessen und verglichen werden kann.

An der MeteoSchweiz-BSRN-Station in Payerne werden ebenfalls Messkampagnen, zur Ermittlung der Genauigkeit der verwendeten Instrumente, durchgeführt. Die letzte grössere Messkampagne fand von Juli 2012 bis September 2013 statt und zeigte auf, dass von der Weltmeteorologischen Organisation (WMO) erwünschte Genauigkeit auf MeteoSchweiz-Instrumenten erreicht wurden. Die Ergebnisse dieser Vergleichsmessungen wurden in verschiedenen wissenschaftlichen Artikeln publiziert. Sie sind (auf Englisch) verfügbar unter doi:10.1002/2014JD022335 und doi:10.1127/metz/2017/0836.

Kommentare (5)

  1. Gerhard Zaugg, 10.12.2017, 15:43

    Spannende Zusammenhänge. Wichtig scheint mir, herauszufinden, was die Wolkenbildung beeinflusst. Weniger Wolken = intensivere Einstrahlung = mehr Wärmeeinfall auf die Erdoberfläche. Da spielt die Sonnentätigkeit mit. Es gab schon früher warme Perioden. Denken wir an Ötzi, der offenbar vor über 5000 Jahren leichtbekleidet auf 3200m einen Kampf führte. Kann es sein, dass sich Warm- und Kälteperiodem abwechseln (im Zusammenhang mit der Sonnenaktivität, resp. Wolkenbildung)? Ich bin froh, dass nun auch diese Variable mit in die Diskussion rund um das Thema Klimaerwärmung einbezogen wird. Werden die Ergebnisse publiziert oder geheimgehalten?

    1. MeteoSchweiz, 13.12.2017, 11:40

      Die Zusammenhänge zwischen Sonnenstrahlung und Klima werden intensiv erforscht und publiziert:

      Einfluss der Sonne auf den Klimawandel erstmals beziffert (2017):
      http://www.snf.ch/de/fokusForschung/newsroom/Seiten/news-170327-medienmitteilung-einfluss-der-sonne-auf-den-klimawandel-erstmals-beziffert.aspx

      Solar influences on Climate (2011):
      https://www.imperial.ac.uk/media/imperial-college/grantham-institute/public/publications/briefing-papers/Solar-Influences-on-Climate---Grantham-BP-5.pdf

  2. jogeli, 30.11.2017, 10:48

    Die Strahlungstheorie ist sehr interessant, lenkt aber schnell vom Mensch verursachten Klimawandel ab. Der vom Mensch verursachte Klimawandel kann durch neue technische Errungenschaften gestoppt werden. Und fördert neue Arbeitsplätze.
    Also forschen und nicht immer die Technologie verurteilen. Forschen müssen wir auch in der Landwirtschaft.

  3. Tobias S., 09.11.2017, 13:32

    Hallo MeteoSchweiz Team,
    da ich eine Facharbeit über das Thema "Klimawandel - Ursachen" schreiben muss, wäre ich froh, wenn ich Ihnen ein paar Fragen dazu stellen könnte. An welche Email-Adresse könnte ich Sie anschreiben?

    Mfg
    Tobias

    1. MeteoSchweiz, 09.11.2017, 14:46

      Bitte nutzen Sie das Kontaktformular:
      http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/formulare/kundendienst.html

      Die Fragen werden dann an die Fachperson weitergeleitet.