Stürmisches Wochenende

11. November 2017
Themen: Wetter

Zwei Randtiefs, die hintereinander von den Britischen Inseln nach Mitteleuropa ziehen, sorgen dieses Wochenende für windiges, am Sonntag gar zeitweise für stürmisches Wetter. Die beiden Tiefs bringen aber auch häufig Niederschlag, wobei die Schneefallgrenze mit 1600 bis 1900 Metern noch relativ hoch ist. Erst am Sonntagabend sinkt sie rasch bis in tiefe Lagen hinunter.

Bild: D. Gerstgrasser
Bild: D. Gerstgrasser

Windiges, zeitweise sogar stürmisches Wetter prägt dieses Wochenende. Die Wetterlage wird dominiert durch ein sehr umfangreiches Tiefdrucksystem mit Schwerpunkt über Skandinavien. Gleichzeitig erstreckt sich eine starke, nordwestliche Höhenströmung von Island bis Mitteleuropa, die die Entwicklung von kleineren Randtiefs an der Frontalzone massgeblich steuert. Ein erstes Randtief zog heute Samstag von England nach Mitteldeutschland.

Während am Vormittag im Vorfeld des Tiefs noch längere trockene Phasen auftraten, setzten gegen Mittag von Nordwesten her wieder neue Niederschläge ein. Sie standen im Zusammenhang mit der Warmfront des erwähnten Randtiefs. Die Schneefallgrenze bewegte sich am Morgen noch auf 1200 Metern, mit der Warmfront und der dadurch einsetzenden Warmluftzufuhr stieg sie jedoch rasch auf rund 1600 Meter an.

Die Alpensüdseite konnte lange vom Schutz der Alpen profitieren. Bei fast wolkenlosem Himmel war es dort lange sonnig, wie auch im Oberengadin.

Zunehmender Westwind

Mit der Annäherung des Randtiefs im Laufe des Vormittages verengten sich die Isobaren über Mitteleuropa immer mehr und damit nahmen auch die Südwest- bis Westwinde zu, die sich auch im Flachland durchsetzten.

Besonders windig war es im Mittelland sowie natürlich an den erhöhten Standorten auf dem Jura sowie an den Voralpen. Bis am Abend wurden an den Wetterstationen Böenspitzen von 40 bis 70 km/h gemessen, auf den Berggipfeln des Pilatus und Säntis waren es gar 101, resp. 118 km/h.

Der Westwind sorgte heute für dynamische Wolkenbilder. Vom Albis-Hochwacht aus konnte dank Nebelfetzen (Mischungsnebel aus dem Sihlwald) die geländeinduzierte Leeturbulenz beobachtet werden. Video: D. Gerstgrasser

Das nächste Randtief folgt sobald

Nach dem kleinen Randtief von heute Samstag ist es aber noch nicht vorbei. Denn in dessen Kielwasser folgt am Sonntag bereits ein nächstes, und so wie die aktuellen Vorhersagekarten zeigen, sogar noch kräftigeres Randtief.

Es handelt sich dabei um die „Überreste“ eines ehemaligen Tropensturms (Ex Rina), welcher sich über den Britischen Inseln rasch wieder verstärkt und zu einem schnell ziehenden Randtief wird.

Am Anfang der raschen Entwicklung beträgt der Kerndruck über England noch 1012 hPa. Mit der folgenden starken Vertiefung im Laufe des Sonntags auf dem Weg nach Südosten erreicht der Kerndruck am Sonntagabend seinen tiefsten Wert mit 991 hPa über Nordbayern. Dies ergibt eine Vertiefung von 21 hPa innerhalb weniger als 24 Stunden!

Mit dem Tief ist in seinem Südsektor auch ein Feld von starken bis stürmischen westlichen Winden verbunden. Es erfasst morgen Sonntag auch die Alpennordseite und die Alpen.

In den tiefen Lagen werden Böenspitzen von 80 bis 100 km/h erwartet, auf den Bergen muss sogar mit 130 bis 160 km/h gerechnet werden. Die höchsten Windspitzen werden mit dem Durchgang der markanten Kaltfront in der zweiten Tageshälfte erwartet.

Entsprechende Warnungen wurden von MeteoSchweiz heute ausgegeben. Hinter der Kaltfront erreicht aus Nordwesten frische Polarluft die Schweiz. Die Schneefallgrenze sinkt damit ab dem Abend rasch bis in tiefe Lagen hinunter.

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