MeteoSchweiz an der ETH-Klimarunde 2016

11. November 2016
Themen: Klima

Seit 2013 führt das Center for Climate Systems Modeling (C2SM) zusammen mit dem Energy Science Center (ESC) und der MeteoSchweiz jedes Jahr einen öffentlichen Anlass zu Fragen rund um den Klimawandel durch. Die diesjährige ETH-Klimarunde fand am 8. November statt und stellte die Frage, wie der globalisierte Klimawandel uns in der Schweiz betrifft.

Es gibt sowohl direkte als auch indirekte Auswirkungen auf die Schweiz. Neben den lokalen Folgen des Klimawandels, spielt auch die weltweite Vernetzung von Wirtschaft und Gesellschaft eine wichtige Rolle. So können Klimaereignisse in einem fernen Land beispielsweise zu Versorgungsunterbrüchen im Handel von Rohstoffen und anderen Waren führen.

Kontakt mit Bevölkerung bei Tischgesprächen

Der erste Teil der Klimarunde findet jeweils an Hochtischen im ETH-Hauptgebäude statt. Diese Tischgespräche bieten interessierten Personen aus der Bevölkerung die Möglichkeit, in einem offenen Rahmen den direkten Kontakt zu Experten zu pflegen. In diesem Jahr lag der Fokus auf Wetter- und Klimaextremen, den damit verbundenen Risiken in Lieferketten und den möglichen Konsequenzen für die Energieversorgung der Schweiz. Auch die MeteoSchweiz war vor Ort, um den Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Verwaltung, sowie den Vertretern aus der breiten Öffentlichkeit Rede und Antwort zu stehen.

Podiumsdiskussion mit spannenden Gästen

Im zweiten Teil der Klimarunde folgten Vorträge von Experten aus Wirtschaft und Forschung mit einer anschliessenden Podiumsdiskussion. An der Podiumsdiskussion nahmen Manfred Bötsch, Leiter Direktion Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement des Migros Genossenschaftsbunds, Petra Heid, Leiterin Nachhaltigkeit und Kommunikation von Chocolats Halba der Division Coop, Urs Schenker, Experte für Nachhaltigkeit bei Nestlé Research, und David Bresch, Professor für Wetter- und Klimarisiken der ETH Zürich und der MeteoSchweiz teil. Die Gäste zeigten primär am Beispiel von Schokolade und Kaffee, dass der Klimawandel in den Herkunftsländern der Rohstoffe (z.B. in Westafrika, Südamerika) letztlich die Produktion der Endprodukte in der Schweiz beeinträchtigen kann.

Wie weiter?

Eine weitere, spannende ETH-Klimarunde gehört also der Vergangenheit an. Es zeigt sich, dass das Verständnis der Risiken, die mit extremen Wetter- und Klimaereignissen verbunden sind, nach einem möglichst präzisen Bild des vergangenen und heutigen Klimas und dessen Variabilität verlangt. Im Rahmen des NCCS erarbeitet die MeteoSchweiz zusammen mit der ETH Zürich und der Universität Bern neue Klimaszenarien für die Schweiz (CH2018). Die Szenarien dienen als Grundlage dafür, die Auswirkungen des künftigen Klimawandels auf die Schweiz zu untersuchen. Die in diesem Zusammenhang geschaffene, gemeinsame Professur für Wetter- und Klimarisiken der ETH und der MeteoSchweiz (Prof. David Bresch) bildet eine ideale Schnittstelle zu den Akteuren aus Wirtschaft und Politik.

Weiterführende Informationen

Center for Climate Systems Modeling (C2SM)

Das Center for Climate Systems Modeling (C2SM) ist ein Kompetenzzentrum an der ETH Zürich. Es hat zum Ziel, ein besseres Verständnis des Klimasystems zu schaffen und Klimamodelle weiterzuentwickeln. C2SM bietet eine hervorragendes Netzwerk von fünf Partnerinstitutionen: ETH Zürich, MeteoSchweiz, Empa, WSL und Agroscope.

ETH-Klimarunde

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Extremwertanalysen (Version 2016)

 

 

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