Sturmtief "Susanna" hält Südwesteuropa in Atem

Di, 09. Feb. 2016
Themen: Wetter heute

"It rained all night the day i left ... oh, Susannah, oh don't you cry for me!" heisst es in einem US-Amerikanischen Folk Song. Nicht nur die Textpassage, auch die etwas melancholische Melodie passt gut zum Wetter tagsüber. Eine dramatische Wendung nahm der Wetterablauf am Abend, als eine Kaltfront der Melancholie ein jähes Ende bereitete.

Erneut stürmischer Föhn in den Alpen ...

Sturmtief "Susanna" ist heute unter Vertiefung von der Biskaya über die Bretagne zu den Benelux-Staaten gezogen und hat Südwesteuropa grosszügig belüftet. In der Schweiz zog in den frühen Abendstunden "Susannas" Kaltfront von West nach Ost über die Alpennordseite hinweg.

Vergrösserte Ansicht: Das Randtief lag am Abend mit seinem Zentrum über Belgien. Die Geburt des Tiefs lässt sich auf dem Nordatlantik bis zum 40. westlichen Längengrad zurückverfolgen. Dort startet es als offene Welle in einem Druckfeld von rund 1015 hPa und vertiefte sich in der Folge kontinuierlich bis auf einen Kerndruck von 975 hPa über Norddeutschland.
Das Randtief lag am Abend mit seinem Zentrum über Belgien. Die Geburt des Tiefs lässt sich auf dem Nordatlantik bis zum 40. westlichen Längengrad zurückverfolgen. Dort startet es als offene Welle in einem Druckfeld von rund 1015 hPa und vertiefte sich in der Folge kontinuierlich bis auf einen Kerndruck von 975 hPa über Norddeutschland.

Mit Annäherung des Tiefs ist seit Mitternacht der Druck nördlich der Alpen kontinuierlich um gut 20 hPa gefallen. Dabei haben im Süden im Tagesverlauf leichte bis mässige Stauniederschläge eingesetzt. Gleichzeitig ist in den Alpen erneut stürmischer Südföhn aufgekommen. An den exponierten Talstationen wie Meiringen, Altdorf oder Glarus sowie im Sarganserland wurden Böenspitzen von 80 bis 100 km/h registriert. An den Bergstationen Gütsch ob Andermatt und Piz Martegnas ob Savognin wurden 140 km/h gemessen. Die Temperatur stieg in den Föhntälern wie schon am Tag zuvor auf 15 Grad.

 

... und Weststurm auf der Alpennordseite

Auf der Alpennordseite frischte der Südwestwind im Tagesverlauf wieder auf Sturmstärke auf und erreichte bis Redaktionsschluss um 1900h ebenfalls Böenspitzen von 80 bis 120 km/h im Jura und am Juranordfuss, knapp 140 km/h auf dem Chasseral und La Dôle.

Vergrösserte Ansicht: Höchste Böenspitzen am 9. Februar 2016. Messnetze der MeteoSchweiz und Meteogroup.
Höchste Böenspitzen am 9. Februar 2016. Messnetze der MeteoSchweiz und Meteogroup.

Das Wetter am heutigen Dienstag ist rasch erzählt: Mit Föhnunterstützung wurde einzig in Teilen Graubündens eine bis zwei Stunden Sonne registriert. In den übrigen Landesteilen war Grau die dominierende Farbe am Himmel, und mit den immer häufiger aufkommenden Schauern präsentierte sich das Wetter wie die Waschküche zu ihren besten Zeiten.

Wintergewitter

Vergrösserte Ansicht: Vorläufige Blitzortungen am Dienstag 9. Februar 2016, Stand 1930 Uhr.
Vorläufige Blitzortungen am Dienstag 9. Februar 2016, Stand 1930 Uhr.

Die Kaltfront näherte sich kurz nach Sonnenuntergang in Form einer spektakulären Linie konvektiver Niederschläge mit eingelagerten Blitzen der Westschweiz, fiel über dem Jurabogen jedoch zumindest zeitweise wieder in sich zusammen. Im weiteren Verlauf des Abends weiten sich die Schauer, vereinzelt von Blitz und Donner sowie Graupel begleitet, auf die übrige Alpennordseite aus. Dabei dürften noch einmal einzelne Sturmböen auftreten, bevor auf der Rückseite der Front die Winde allmählich nachlassen und dafür Schneefall bis in tiefere Lagen einsetzt. Vom Schnee berichten wir an dieser Stelle in unserem nächsten Blog ...

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