Lief da was schief?

13. März 2017
Themen: Wetter

Heute geht es um eine eher spezielle Nebelverteilung und warum es in etwa ähnlich warm wurde wie am Vortag, trotz etwas kühlerer Luft in mittleren Höhenlagen.

Hochdruckbestimmt

Die Schweiz befand sich heute im Einflussbereich eines Hochs, dessen Zentrum sich östlich der Azoren befand. Dieses Hoch namens Kathrin wird unser Wetter übrigens auch in den nächsten Tagen noch bestimmen. Es verlagert seinen Kern bis zur Wochenmitte nämlich in Richtung Nordfrankreich, ehe es sich dann in der zweiten Wochenhälfte langsam wieder abschwächen wird.

Erst am Nachmittag einige Wolken

Das Hoch drängte also die gestern erwähnte Knautschzone quasi weg, entsprechend war es heute praktisch überall in der Schweiz meist sonnig, bis am Nachmittag sogar über weite Strecken wolkenlos. Erst am Nachmittag zogen von Norden her einige hohe Wolkenfelder heran, wobei die Sonne zum Teil komplett abgedeckt wurde. Diese hohen Wolken stammten von den Resten einer schwachen Störung über Nordeuropa.

Damit wäre sozusagen die komplette Wetterchronik des heutigen Tages bereits erwähnt, und wir beenden den Spezialwetterbericht an dieser Stelle.

Nein, so einfach machen wir es uns natürlich nicht. Die spannenden Phänomene sind bei solchen ruhigen Wetterlagen üblicherweise in den Details zu finden, da machte der heutige Tag keine Ausnahme.

Spezielle Nebelverteilung

Zum einen war da die Nebelverteilung, die, wenn man heute in der Früh Satelliten- oder Webcambilder betrachtete, doch etwas speziell war. Das Mittelland war nämlich praktisch nebelfrei. Einzig den grösseren Flussläufen entlang - beispielsweise bei Maschwanden ZH im Reusstal oder bei Andelfingen ZH an der Thur - konnten sich in der Nacht auf heute lokal ein paar dünne Nebelfelder bilden, die mit der aufgehenden Sonne aber im Nu wieder verschwanden.

Im Jura hingegen ist man heute Morgen doch auf etwas ausgedehntere Nebelfelder gestossen, vor allem vom Vallée de Joux übers Val de Travers bis ins Gebiet Franches Montagnes. Diese Nebelverteilung - im Jura Nebel, das Mittelland nebelfrei - ist doch einigermassen erwähnenswert. Normalerweise liegt ja bekanntlich das Mittelland in einem feuchten nebelanfälligen Kaltluftsee. Die Regionen darüber, also auch der Jura, befinden sich bei solchen Hochdrucklagen in der trockenen wärmeren Luft. Was lief also "schief"?

Der Grund für die Nebelbildung im Jura ist relativ simpel: Man befand sich dort schlicht näher an einer etwas feuchteren Luftmasse, die sich bereits gestern schon über Frankreich befand. Das Entscheidende für den Juranebel ist dann auch bereits gestern Nachmittag geschehen. Mit einem Tief über Zentralfrankreich wehte unter anderem im Burgund/Franche-Comté schwacher westlicher Wind, mit welchem die etwas feuchtere Luft dann auch zum Jura transportiert wurde. Im Mittelland hingegen führte schwacher nordöstlicher Wind recht trockene Luft heran.

Ähnlich warm wie gestern - trotz leicht kühlerer Luft in mittleren Höhenlagen

Zum anderen sind da noch die Temperaturhöchstwerte, die es in den heutigen Beitrag geschafft haben. Im Mittelland wurden, ähnlich wie gestern, rund 12 bis 16 Grad erreicht. Dies alleine ist allerdings nicht allzu erwähnenswert, auch wenn die Höchstwerte rund 4 bis 6 Grad über den mittleren Maxima lagen, welche üblicherweise in der ersten Märzhälfte erreicht werden.

Etwas spezieller ist schon eher, warum es in etwa gleich warm wurde wie gestern, obwohl die Luft in mittleren Höhenlagen rund zwei Grad kälter war als am Vortag. Diese leichte Abkühlung hatte nämlich den Effekt, dass die vorhandene Inversion in den untersten Schichten etwas geschwächt wurde. Im Tagesverlauf kam es entsprechend zu einer besseren bzw. rascher voranschreitenden Durchmischung. Zudem sank die Inversion dank der verstärkten Subsidenz gegenüber gestern ab.

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