Nor'easter

14. März 2017, 3 Kommentare
Themen: Wetter heute

Der Dienstag 14. März kann in der Schweiz als weiterer sonniger, recht milder Frühlingstag schubladisiert werden. Aus aktuellem Anlass und Ermangelung an echt Blog-tauglichem Schweizerwetter werfen wir einen Blick über den grossen Teich an die US Ostküste, wo heute ein gewaltiger Sturm, ein sogenannter „Nor’easter“ die Menschen beschäftigt.

Doch zuerst zum Wetter hierzulande: Wie schon in den Vortagen trat nach einer klaren Nacht strenger Bodenfrost mit Reifablagerungen auf. Die Frühlingssonne erwärmte die Luft am Nachmittag im Norden auf 15 bis 18 Grad. Dies trotz zeitweiliger Schleierbewölkung in der Deutschschweiz und schwacher Bise in der Romandie, respektive schwachem Talwind in den Alpentälern. Am Alpenkamm pfiff ein mässiger Nordwind über die Passlagen und griff im Tagesverlauf bis auf die Talböden des Mitteltessins hinunter, wobei bis zu 22 Grad gemessen wurden. Wir lassen ein paar Bilder und zusammenfassende Grafiken sprechen:

„Stella“ hält US-Ostküste in Atem

Sturmtiefs, welche der US-Ostküste entlang nordostwärts ziehen, sind berühmt-berüchtigt für widriges Wetter: Im Winterhalbjahr bringen sie über dem Festland Schneestürme, im Sommerhalbjahr Überschwemmungen, und über dem Meer wehen Sturmwinde und bewirken hohen Seegang. Die US-Meteorologen nennen sie „Nor’easters“, kurz für „northeast storms“. Ein rekordverdächtiges Exemplar mit Namen „Stella“ kann am heutigen Tag und in der Folgenacht bestaunt werden.

Tausende Flüge gestrichen

Im Zusammenhang mit starkem Schneefall und Wind wird bei Nor’easters unter anderem die Infrastruktur arg in Mitleidenschaft gezogen: Äste und ganze Bäume sowie Stromkabel werden niedergerissen, der Strassen- und Schienenverkehr bricht zusammen und Flughäfen werden temporär geschlossen. Wir haben nicht schlecht gestaunt heute Morgen beim Betrachten der Flugplatzprognose unserer US Kollegen für den New Jorker Flughafen John F. Kennedy (KJFK):

Scharfe Luftmassengrenze

Die Grenze zwischen Polarluft und maritimer Subtropikluft weist auf engem Raum eine grosse Temperaturdifferenz auf.  Entsprechend stark variiert der Niederschlagstyp: Unmittelbar an der Küste setzt sich die milde Atlantikluft durch, es regnet bei Plusgraden. Wenige Kilometer weiter im Landesinneren herrschen am Boden schon Minusgrade und der Regen gefriert, oder fällt gänzlich als Schnee. Die folgenden Darstellungen des vom ECMWF-Modell vorhergesagten (18 UTC Termin, mit Pfeiltasten durch die Grafiksequenz klicken) bzw. beobachteten Niederschlagstyps (Messwerte von 12 UTC) veranschaulichen die Situation räumlich.

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Sie wird ausschliesslich für den direkten Kontakt verwendet (keine Werbung). Kontaktformular

Kommentare (3)

  1. Rolf Nick, 15.03.2017, 12:02

    Ich würde mir ab und zu gerne mal eine Grafik herauskopieren (nur für eigene private Zwecke). Warum geht das nicht? Ich war der Meinung, dass das Bundesamt alle Daten öffentlich macht?

    Antworten

    Antworten auf Rolf Nick

    * Pflichtfelder

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Jeder Beitrag wird von der Redaktion geprüft, bevor er freigeschaltet wird. Das kann eine gewisse Zeit dauern.

    Besten Dank für Ihr Verständnis

    Ihren Beitrag konnte leider nicht übermittelt werden. Probieren Sie es später erneut.

    Besten Dank für Ihr Verständnis

    1. MeteoSchweiz, 15.03.2017, 13:52

      Besten Dank für Ihr Interesse und Wiederverwendung von Grafiken/Bildern von MeteoSchweiz.
      Sie können alle Bilder/Grafiken mit "rechte Maustaste klicken", "copy" oder "save picture as" wählen und kopieren/abspeichern.
      Bitte beachten Sie das Copyright und Nutzungsrechte: http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/ueber-uns/kontakt/rechtliches.html

  2. Heinz Forter, 15.03.2017, 09:36

    So, nun wissen wir, dass die Verschiebung der USA-Reise von Angela Merkel kein diplomatisches Geplänkel war, sondern handfeste metereologische Gründe hatte.

    Antworten

    Antworten auf Heinz Forter

    * Pflichtfelder

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Jeder Beitrag wird von der Redaktion geprüft, bevor er freigeschaltet wird. Das kann eine gewisse Zeit dauern.

    Besten Dank für Ihr Verständnis

    Ihren Beitrag konnte leider nicht übermittelt werden. Probieren Sie es später erneut.

    Besten Dank für Ihr Verständnis