Extreme Junihitze

23. Juni 2017, 4 Kommentare
Themen: Klima

Die Schweiz erwartet im landesweiten Mittel mit 15.1 Grad den zweitheissesten Juni seit Messbeginn 1864. Nochmals deutlich wärmer war der Rekordjuni 2003 mit 17.3 Grad. Die aktuelle Hitzewelle seit dem 19. Juni liegt hingegen nicht im Rekordbereich.

Anhaltendes Hochsommerwetter

Das Aussergewöhnliche am Juni 2017 waren die anhaltend hohen Temperaturen. Bereits während der ersten drei Junitage lag die Tagesmitteltemperatur 3 bis 4 Grad über der Norm 1981-2010. Ab dem 11. Juni stieg sie 5 bis 7 Grad, und ab dem 20. gar 7 bis 10 Grad über die Norm. Das sonnige und heisse Wetter kam von sommerlichen Hochdruckgebieten, welche sich vom Atlantik her nach Mitteleuropa ausdehnten. In den letzten Tagen installierte sich ein Hoch direkt über Mitteleuropa. Damit floss heisse Afrikaluft nach Europa.

Wie wird der Sommer?

Ist der extrem heisse Juni 2017 der Vorbote auf einen Hitzesommer wie 2003? Wie sich die kommenden Monate Juli und August bezüglich Hitze entwickeln, ist noch völlig offen. Für einen Vergleich mit den extremen Verhältnissen 2003 - rekordheisser  Juni, heisser Juli, rekordheisser August - ist es viel zu früh.

Bisher keine extreme Hitzewelle

Die aktuelle Hitzewelle mit Tageshöchstwerten von 30 Grad und mehr setzte am 19. Juni ein. Vereinzelt dürfte die 30-Grad Marke bis am 25. Juni erreicht werden. So erstreckt sich gesamte Hitzewelle gemäss dem heutigen Stand der Prognosen über 7 Tage. Und so wie es aussieht, wird das mittlere Tagesmaximum über sieben Tage nicht in den Rekordbereich vorstossen. Die höchsten Werte sind zwischen 32 und 33 Grad zu erwarten. Die Rekordwerte liegen bei 36 bis 37 Grad.

Intensivste jährliche 7-tägige Hitzeperiode mit einem mittleren Tagesmaximum von 30 Grad oder mehr. Die aktuelle Hitzeperiode (19. bis 25. Juni 2017) ist in roter Farbe dargestellt.

Hitzeperioden werden häufiger

Seit den Analysen der Hitzesommer 2003 und 2015 ist klar: Hitzeperioden sind in den letzten Jahrzehnten häufiger geworden. In Regionen, welche immer wieder von Hitzeperioden betroffen waren, wie zum Beispiel in der Westschweiz, folgen sie sich heute in kürzeren Zeit-Abständen. Regionen, welche in der Vergangenheit kaum Hitzeperioden registrierten, müssen auch heute mehr oder weniger regelmässig damit rechnen. Gemäss den vorliegenden Klima-Szenarien ist in der Schweiz bis Ende Jahrhundert eine starke Zunahme von Hitzewellen sehr wahrscheinlich.

Weiterführende Informationen

Klimaszenarien

Kommentare (4)

  1. Neuhaus, 24.06.2017, 11:24

    So ist es mehr Hitzewellen und warme Winter Zwischendurch wäre es gut wenn es mehr regnet und zwar flächendeckend und im Winter mehr schneit in den Bergen

  2. Stefan, 23.06.2017, 22:16

    Danke für die interessanten Infos. Was sich mir nicht erschliesst, ist die Berechnung der Durchschnittstemperatur. Sie geben diese für diesen Juni mit 15,1 Grad an, wenn ich das richtig gesehen habe. Das ist 3,3 Grad über dem Durchschnitt 1981-2010. Gleichzeitig schreiben Sie: "Bereits während der ersten drei Junitage lag die Tagesmitteltemperatur 3 bis 4 Grad über der Norm 1981-2010. Ab dem 11. Juni stieg sie 5 bis 7 Grad, und ab dem 20. gar 7 bis 10 Grad über die Norm." Wie kann basierend auf diesen Angaben die Abweichung dann "nur" 3,3 Grad betragen? Und wie kommt eine Durchschnittstemperatur von "nur" 15,1 Grad zustande, wenn die Tagesmaxima doch fast den ganzen Monat durch deutlich höher als 15 Grad lagen und auch die Nächte kaum je unter 15 Grad abkühlten?

    1. Hanspeter, 26.06.2017, 13:43

      Ich vermute die 15.1 Grad sind die durchschnittliche Temperatur 2m über Boden bezogen auf die *gesamte* Landesfläche, nicht nur das Flachland.

    2. MeteoSchweiz, 26.06.2017, 15:36

      Als Beispiel möge die tägliche Abweichung zur Norm der
      Messstation Zürich-Fluntern dienen:

      01.06.2017 4.3
      02.06.2017 4.0
      03.06.2017 3.7
      04.06.2017 1.1
      05.06.2017 -1.9
      06.06.2017 -2.2
      07.06.2017 -3.0
      08.06.2017 0.2
      09.06.2017 2.2
      10.06.2017 3.5
      11.06.2017 6.1
      12.06.2017 6.1
      13.06.2017 5.6
      14.06.2017 3.6
      15.06.2017 5.8
      16.06.2017 3.6
      17.06.2017 1.4
      18.06.2017 3.0
      19.06.2017 6.0
      20.06.2017 8.9
      21.06.2017 8.9
      22.06.2017 9.7
      23.06.2017 9.8
      24.06.2017 4.4
      25.06.2017 3.2

      Vom 1. Juni bis zum 25. Juni ergibt sich eine durchschnittliche Abweichung von 3.9 Grad. Nimmt man die Prognosen bis zum Monatsende hinzu, reduziert sich der Wert auf 3.6 Grad. Im kurzen Blogbeitrag wurden nur die mildesten Phasen erwähnt. Eine ausführlichere Analyse findet sich dann im Klimabulletin Juni 2017.

      Für die ganze Schweiz wird ein gewichtetes Mittel von 19 Messstandorten gerechnet. Berglagen gehen hier ebenso ein wie Standorte in den Niederungen. Ausführliche Informationen dazu unter:
      http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/gegenwart/klima-trends/das-schweizer-temperaturmittel.html