Eiszeit in der Schweiz

22. Februar 2018, 7 Kommentare
Themen: Klima

Vor 55 Jahren liess der letzte massive Eiswinter in der Schweiz die grossen Seen gefrieren. Bereits der November 1962 endete in Zürich mit zwei Eistagen. Im Dezember folgten 14, im Januar 1963 schliesslich 23 Eistage mit ganztags unter Null Grad. In den Annalen der Schweizerischen Meteorologischen Anstalt vom Jahr 1963 ist das Ereignis ausführlich dokumentiert.

Zürich, Seegfrörni 1963. ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv. Foto: Comet Photo AG, Zürich.
Zürich, Seegfrörni 1963. ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv. Foto: Comet Photo AG, Zürich.

Der Eiswinter

In Zürich sank die Minimumtemperatur gegen Ende Dezember 1962 an mehreren Tagen auf -10 bis -14 Grad. Ab dem 12. Januar 1963 lag sie fast regelmässig zwischen minus 12 und minus 17 Grad. Am 14. Januar 1963 erreichte der absolute Tiefstwert minus 19 Grad.

Der Eisdecke des Zürichsees schloss sich am 24. Januar 1963. Am 1. Februar 1963 wurde sie für die Bevölkerung freigegeben. Die Eisdecke blieb  mit kurzen Unterbrüchen bis am 7. März begehbar. Die maximale Eisdicke erreichte 36 cm, gemessen am 4. März 1963.

Die historische Wetteranalyse

Die Originalberichte der Schweizerischen Meteorologischen Zentralanstalt zum Eiswinter 1962/63 sind seit kurzer Zeit für jedermann zugänglich. In den Annalen, dem Wetterjahrbuch zum Jahr 1963, ist das Ereignis detailliert festgehalten.

Annalen 1963

Die historische Wetteranalyse 1929

Auch die vorletzte Seegfrörni vom Februar 1929 ist in den Annalen der Schweizerischen Meteorologischen Zentralanstalt dokumentiert. Die Eisdecke des Zürichsees schloss sich damals in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar. Offiziell begehbar war die Eisdecke ab dem 22. Februar bis am 10. März 1929.

Annalen 1929

Die Eiswinter 1895 und 1891

Hinweise auf die Seegfrörnen vom Februar 1895 und vom Januar 1891 sind in der historischen Witterungszusammenstellung von EuroClimhist zu finden, ebenfalls verfügbar auf der Web-Seite von MeteoSchweiz.

Witterungsverlauf in der Schweiz 1890-1899

Das Schweizer Wetterarchiv im Überblick

In den Schweizer Wetterjahrbüchern, den Annalen der Schweizerischen Meteorologischen Zentralanstalt, ist der monatliche Wetterverlauf seit 1911 lückenlos dokumentiert. Zusätzlich sind historische Berichte zum Verlauf des Witterungsjahrs ab 1861 in Kurzform verfügbar.

Das Schweizer Wetterarchiv

Historisches Wetter seit 1501

Auf der witterungs- und klimageschichtliche Datenbank Euro-Climhist der Universität Bern ist eine grosse Fülle an tägliche Wetterdaten, Extremereignissen und langfristigen Klimaverläufen für die Öffentlichkeit zugänglich.

Euro-Climhist, Universität Bern

Kommentare (7)

  1. Helmut Baumli, 06.03.2018, 21:10

    Ist die prognostizierte globale Erwärmung wirklich eine Katastrophe für die Menschheit? Vor ca. 10 000 Jahren ist die letzte Eiszeit abgeklungen, mit zeitweisen Rückfällen. Die Erwärmung liess Kulturen entstehen mit dem heutigen Resultat, die ohne den globale Temperaturanstieg nicht hätte stattfinden können. Man bekommt den Eindruck, dass eine neue Eiszeit wünschenswerter wäre, zu rigoros werden menschliche Entwicklungen zur Lebenserleichterung verteufelt. Ein Paradoxon im Glauben jede Bequemlichkeit zum Null-Tarif zu bekommen. Auch die neuen Energiearten haben ihre Tücken, aber dies wird die Zukunft zeigen. Vorläufig funktioniert der Kernreaktor um den wir Kreisen noch, zeitweise mit dunklen Flecken, zum Glück weit, weit weg, im Gegensatz zu Beznau und Leibstadt. Mit den besten Grüssen von den Frequenzgesteuerten Uhren in Haushaltgeräten die bei Strommangel etwas kürzer treten.

  2. Rolf Nick, 26.02.2018, 09:58

    Das ist ein Riesen-Hit! So viele wunderbare historische Daten - ein Traum. Ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die daran mitgearbeitet haben!

  3. Daniel Lopez, 22.02.2018, 17:35

    Ist dieser Bericht eine Eindeutung was auf uns zu kommt?

    1. Wolfgang, 22.02.2018, 19:41

      Wer weiß...
      Aber den Bildern nach hatten die Menschen damals zur Kälte noch Sonnenschein.
      Heute friert man in der grauen Suppe.

    2. Gähwiler Bernhard, 23.02.2018, 06:35

      @ D Lopez
      Das denke ich nicht, da in den letzten Jahrzehnten der Durchschnitt der Jahrestemperatur deutlich anstieg, macht dass der kommende Sommer fast sicher wieder zu nichte.
      Respektive wäre es bis jetzt nur einen Tropfen auf den heissen Stein.
      Es müsste sicher länger minus Temperaturen geben damit der Jahresschnitt abgesenkt werden kann...es ist ja schon fast ende Februar und die Eistage müssten noch länger andauern. Das ist zumindest meine Einschätzung der Lage. :-)
      Was ich mir vorstellen könnte ist, dass die Extremen noch deitlicher auseinander driften...heissere Sommer und kältere Winter...daran galube ich auch nicht wirklich.
      Fakt ist, dass es durchschnittlich wärmer wird und das im Schnitt.
      Frohe Eistage....bitte nirgends anfrieren....vorallem nicht mit der Zunge 😜

    3. Domi93, 23.02.2018, 06:37

      Hoffen wir mal auf eine lange Kalte Phase, mit Schnee und Eis.

    4. Gerri, 23.02.2018, 09:03

      Ganz bestimmt.