Weiterer Sommertag im Frühling?

25. April 2018, 2 Kommentare
Themen: Wetter

Auch am heutigen Apriltag war die Sonne das dominierende Element am Himmel. Sie trieb die Temperaturen bis 27 Grad. Am wärmsten wurde es, wie schon die Tage zuvor, in den Alpentälern. Doch auch in der Region Luzern durfte heute ein Sommertag genossen werden. Welchem Wetterphänomen diese Temperaturen geschuldet waren, erfahren sie im heutigen Blog.

Aufnahme aus Brunnen mit Blick Richtung Urnerland. Foto: S. Lang
Aufnahme aus Brunnen mit Blick Richtung Urnerland. Foto: S. Lang

Offener Warmsektor

Vergrösserte Ansicht: Das Randtief befindet sich um 12 UTC über der Ostsee. Die dazugehörige langgezogene Kaltfront erstreckt sich von der Biskaya über Frankreich, Belgien bis nach Norddeutschland.
Das Randtief befindet sich um 12 UTC über der Ostsee. Die dazugehörige langgezogene Kaltfront erstreckt sich von der Biskaya über Frankreich, Belgien bis nach Norddeutschland.
DWD

Die Schweiz befand sich heute in einem weit offenem Warmsektor. Das steuernde Tief zog von der Nord- zur Ostsee. Die gut definierte Kaltfront wird uns in abgeschwächter Form in der kommenden Nacht überqueren. Niederschlag darf aber insbesondere im Flachland nicht viel erwartet werden.

Nach prächtigem und mildem Morgen...

Vergrösserte Ansicht: Morgenstimmung bei der Claridenhütte. Der Glärnisch im Hintergrund liegt noch in den Wolken.
Morgenstimmung bei der Claridenhütte. Der Glärnisch im Hintergrund liegt noch in den Wolken.
Foto: D. Gerstgrasser

Aber das ist zunächst Zukunftsmusik. Denn zunächst präsentierte sich das Wetter nochmals von seiner sonnigen Seite. Der Morgen startete in allen Regionen sonnig und mild. Die Minimumtemperaturen lagen zwischen 8 und knapp 12 Grad. Am mildesten war der Morgen heute in Locarno Monti mit fast 15 Grad.

... folgt in einigen Regionen ein Sommertag.

Mit viel Sonne erreichten die Temperaturen 22 bis 27 Grad. Am Wärmsten war es heute in Sion mit exakt 27 Grad. Gefolgt von Evionnaz mit 26.6 Grad und Magadino auf der Alpensüdseite mit 26.4 Grad. Doch auch in der Region Luzern wurde heute ein Sommertag registriert. Dank westföhnigen Effekten konnte dort die 25 Grad Marke geknackt werden. Ansonsten wurden im Mittelland Temperaturen um 22 Grad gemessen.

Wind führt erneut zu regem Pollenflug

Vergrösserte Ansicht: Die Mittagssondierung von Payerne zeigt, dass die unteren 3000 Meter der Atmosphäre labil geschichtet sind. Darin geht die Temperatur annähernd um 1 Grad pro 100 Meter zurück. Die Voraussetzung, dass der Wind aus den mittleren Schichten bis zum Boden durchgreifen kann.
Die Mittagssondierung von Payerne zeigt, dass die unteren 3000 Meter der Atmosphäre labil geschichtet sind. Darin geht die Temperatur annähernd um 1 Grad pro 100 Meter zurück. Die Voraussetzung, dass der Wind aus den mittleren Schichten bis zum Boden durchgreifen kann.
MeteoSchweiz

Am Südrand des Tiefs über Norddeutschland lag die Schweiz im Bereich einer mässigen Westströmung. Dank den labilen Verhältnissen in den unteren Luftschichten konnte der Wind ungehindert bis zum Boden durchgreifen. Die Pollen von den in Blüte stehenden Bäumen und Sträuchern wurden so weiter in die Grundschicht eingetragen.

Temperaturrückgang und etwas Regen

Vergrösserte Ansicht: Erwartete Niederschlagsmengen (12-Stunden-Summe) von COSMO1 bis morgen Vormittag.
Erwartete Niederschlagsmengen (12-Stunden-Summe) von COSMO1 bis morgen Vormittag.
MeteoSchweiz

Und was bringt uns die oben angesprochene Kaltfront an Regen? Immerhin den Voralpen entlang dürften bis Morgen Vormittag 5 bis 10 mm Niederschlag erwartet werden. Bis zum Mittag könnten nochmals wenige mm dazukommen. Im Mittelland jedoch, wo der Regen insbesondere für die Landwirtschaft dringend benötigt würde, bringt die Kaltfront höchstens ein paar Tropfen. Am klarsten zeigt sich die Kaltfront im Temperaturrückgang. So werden morgen nur noch Höchsttemperaturen um 16 Grad erwartet.

Kommentare (2)

  1. MeteoSchweiz, 26.04.2018, 15:21

    Die Luftmasse auf der Alpensüdseite war ein wenig feuchter und instabiler geschichtet als im Norden. Dementsprechend haben sich tagsüber einige Quellwolken gebildet. Es handelte sich hier aber nicht um eine Föhnmauer im klassischen Sinn. Der Luftdruck war im Süden lediglich etwa zwei Hektopascal höher als im Norden, und die Quellwolken waren recht gleichmässig über die gesamte Alpensüdseite verteilt. Damit gab es auch kaum Föhneffekte, unmittelbar am Alpenhauptkamm wurde nur schwacher Südwind registriert. Beim Wind handelte es sich um einen West- bis Südwestwind der auf dem Titlis knapp nördlich von Ihrem Standort Böenspitzen von etwa 60 km/h erreichte. Auch unsere Kollegen, die sich zur selben Zeit auf dem Gipfel des Clariden befanden, meldeten einen kräftigen und kalten Südwestwind. Dieser wurde in unseren Wetterberichten als mässiger Südwestwind erwähnt.

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  2. Hans-Urs Fähndrich, 25.04.2018, 21:06

    Wir standen heute morgen auf Skitour auf denzwischen 9 und 11 Uhr auf den Gipfeln von Uratstock und Grassen und sichteten im Süden eine "Föhnmauer". Das entspricht jedoch nicht der Beschreibung im heutigen Wetter - Blog? Vom recht kalten Wind in den Bergen (auch gestern Nachmittag beim Steingletscher ist ebenfalls nichts zu lesen! Kann mir das jemand erklären?

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