Dem Hagel auf der Spur mithilfe der MeteoSchweiz App

Publikationsdatum 1. Juni 2015
Themen Service
Forschung und Zusammenarbeit
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Newstyp Medienmitteilung

Die MeteoSchweiz Wissenschafter gehen in der Hagelforschung und der meteorologischen Datenerhebung neue Wege. Mithilfe der MeteoSchweiz App kann die Bevölkerung einen wichtigen Beitrag zur besseren Erfassung von Hagel beitragen. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit den Forschern des Mobiliar Labs für Naturrisiken am Oeschger-Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern sowie der Schweizerischen Mobiliar realisiert.

Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz forscht seit Jahrzenten mit den modernsten Methoden, um die Wettervorhersagen kontinuierlich zu verbessern. Dabei spielt  die Radartechnologie besonders bei der Weiterentwicklung von Starkregen- und Gewitterprognosen eine wichtige Rolle. Die Schweizer Wetterradare liefern neu auch Informationen über die geometrische Form der Niederschlagspartikel. Dies erleichtert die Erkennung von Hagel innerhalb von starken Gewittern. Denn Hagel ist trotz modernster Technik schwer vorhersagbar und schwierig zu messen.

Wissenschaft zum Mitmachen

MeteoSchweiz hat sich zum Ziel gesetzt, die kurzfristigen Hagelprognosen weiter zu verbessern und benötigt dazu möglichst viele Hagelbeobachtungen am Boden, um die Qualität dieser Prognosen zu prüfen. Hierfür setzt der nationale Wetterdienst neuerdings auf die Unterstützung der Bevölkerung. Ab sofort können Nutzerinnen und Nutzer der MeteoSchweiz App sowie der Mobiliar App in zwei einfachen Schritten die Grösse der Hagelkörner, die Uhrzeit und den Standort eines Hagelereignisses mit der App erfassen und weiterleiten. Mit dieser Crowdsourcing-Lösung kann jede und jeder einen nützlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Hagelwarnungen leisten. Je mehr Beobachtungen bei der MeteoSchweiz eingehen, desto besser kann untersucht werden, wie die Radarechos aus den Gewitterwolken mit dem Hagelschlag am Boden verbunden sind. Die Qualitätssicherung stellt eine Herausforderung im Projekt dar. Mithilfe von statistischen Bearbeitungen und Quervergleichen werden die eingesandten Datensätze überprüft.

Weiterentwicklung bei Unwetterwarnungen

Im Sommer werden das Mobiliar Lab und MeteoSchweiz zudem einen Pilotversuch für kurzfristige automatisch aus den Radarmessungen generierte Hagelwarnungen durchführen. An der Studie nehmen mehrere hundert Personen teil, die jeweils kurz vor einem prognostizierten Hagelereignis eine Warnung per SMS erhalten. Die Probanden melden danach, ob es tatsächlich gehagelt hat, was den Wissenschaftlern wiederum ermöglicht, die Qualität dieser automatischen Warnungen zu verifizieren.

Weitere Neuerungen für die MeteoSwiss App

Die MeteoSwiss App gehört, mit über 3 Mio. Downloads, zu den beliebtesten mobilen Wetteranwendungen. Die Nutzerinnen und Nutzer der App kennen bereits die Push-Meldungen für Unwetterwarnungen für ausgewählte Lieblingsorte in der Schweiz. Neu gibt es die Möglichkeit, einen Warnausblick für die nächsten 5 Tage zu abonnieren. Das heisst auf der Gefahrenkarte werden die Unwetterwarnungen schraffiert dargestellt. Die NutzerInnen können sich somit noch besser vor herannahenden Unwettern schützen.