Klima-Normwerte

Meteorologische Messgrössen wie die Temperatur oder der Niederschlag variieren von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr stark. Zur Beschreibung des Klimas eines Ortes werden diese Messungen über einen längeren Zeitraum gemittelt. Die errechneten Mittelwerte werden als Normwerte bezeichnet.

Häufig sind Wintermonate wie der Januar im Schweizerischen Mittelland von trübem und mit Bise recht kühlem Hochnebelwetter geprägt. Derselbe Monat kann im darauffolgenden Jahr jedoch auch mild und sonnig ausfallen, denn die Schwankungen in den Wetterbedingungen sind in der Schweiz von Jahr zu Jahr relativ gross. Was aber ist ein typischer Januar im Mittelland und wie muss man sich einen durchschnittlichen April in Lugano vorstellen? Diese Fragen können mit Mittelwerten aus langjährigen Messperioden beantwortet werden. Sofern sich das Klima nicht ändert, lassen sich damit die natürlichen Schwankungen erfassen und die durchschnittlichen Verhältnisse eines Ortes beschreiben.

Internationale Vergleichbarkeit

Gemäss einer seit 1935 bestehenden Definition der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) werden zur Bestimmung von klimatologischen Mittelwerten weltweit die gleichen 30-jährigen Perioden verwendet, die Standardperioden 1901-1930, 1931-1960 und 1961-1990. Die internationale Koordination ist wichtig, um die klimatologischen Aussagen der verschiedenen Wetterdienste über die Landesgrenzen hinweg miteinander vergleichen zu können. Die Mittelwerte dieser 30-jährigen Perioden werden Normwerte oder Klima-Normwerte genannt.

Normwerte in einem sich verändernden Klima

Angesichts der fortschreitenden Klimaänderung der letzten Jahrzehnte hat die WMO im Herbst 2011 vorgeschlagen, zusätzlich zu den Standardperioden weitere Normwerte bereitzustellen, deren Periode alle zehn Jahre angepasst wird (zum Beispiel 1971-2000, 1981-2010). Damit sollen Normwerte bereitstehen, die das aktuelle Klima angemessen beschreiben und als Erwartungswerte eingesetzt werden können. Die Standardperiode 1961-1990 wird beibehalten, um den Anker für die Beobachtung der langjährigen Klimaentwicklung nicht zu verändern. Seit dem 1. Januar 2013 setzt MeteoSchweiz diese Empfehlung um und verwendet die jeweils jüngste Periode für ihre Aussagen und Produkte. Die Normwerte der WMO-Standardperiode bleiben verfügbar.

Anpassungen bei Veränderung der Messbedingungen

Normwerte werden häufig dazu verwendet, die aktuelle Witterung einer Region mit dem durchschnittlich zu erwartenden Klima zu vergleichen. Auf diese Weise lässt sich bestimmen, ob eine Periode zu nass, zu warm oder zu sonnenreich war. Damit diese Vergleiche aussagekräftig sind, müssen die Normwerte mit den aktuellen Messwerten vergleichbar sein. Dies wird mittels Homogenisierung der Daten erreicht. Dabei werden nicht-klimatische Einflüsse eliminiert und die Normwerte angepasst, wenn sich Messbedingungen an einer Station etwa aufgrund einer Stationsverschiebung verändert haben. Solche Anpassungen werden von MeteoSchweiz bei Bedarf jeweils auf den 1. Januar vorgenommen.

Homogenisierung von Klima-Messreihen

Durch Homogenisierung werden historische Messwerte an heutige Messbedingungen angeglichen. Dies ermöglicht Aussagen zur langjährigen Klimaentwicklung.

Verfügbare Daten und Karten zu Normwerten

MeteoSchweiz stellt jährliche und monatliche Daten und Karten der gültigen Normperioden  für verschiedene Messgrössen und Stationen zur Verfügung:

Normwerte pro Messgrösse

Für verschiedene Messgrössen sind die Normwerte aller Messstationen mit langjährigen Messreihen für die Perioden 1961-1990 und 1981-2010 verfügbar.

Windrosen

Windrosen zeigen die langjährigen Monats- und Jahresmittel von Windrichtung und -geschwindigkeit an Bodenmessstationen der Schweiz an.

Weiterführende Informationen