Einführung Klimanormwerte 1981-2010 an der MeteoSchweiz

Publikationsdatum 22. Januar 2013
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Newstyp Medienmitteilung

MeteoSchweiz verwendet seit Anfang Januar 2013 die neue Klimanormwertperiode 1981-2010 (Normperiode 8110) für ihre Auswertungen, Berichte und Produkte. Die Klimanormwerte, bzw. die langjährigen Mittelwerte werden dazu gebraucht, die Wettersituation einer Region mit dem aktuellen Klima zu vergleichen. Abweichungen bzw. Verhältnisse zur Normperiode beziehen sich daher seit Januar 2013 auf die Periode 1981-2010.

Wie und wo werden Klimanormwerte verwendet?

MeteoSchweiz verwendet Klimanormwerte dazu, die Wettersituation einer Region mit dem aktuellen Klima zu vergleichen. Dieser Vergleich zeigt, ob eine Periode zum Beispiel zu nass, zu warm oder zu sonnenreich war. In einem sich verändernden Klima ist es allerdings wichtig, dass die Klimanormwerte nicht zu weit in der Vergangenheit liegen. Die Normwerte sollen als Vergleichsbasis auch tatsächlich dem durchschnittlich zu erwartenden Klima entsprechen.

Im Sinne eines Ankers dienen die Normwerte auch als Basis zur Darstellung und Verfolgung der langjährigen Klimaentwicklung. Durch die Verwendung einer international einheitlichen, stabilen und langjährig gültigen Referenzperiode werden Messreihen überregional vergleichbar und Aussagen bleiben über lange Zeit konsistent.

Internationales Bestreben zur Einführung einer zusätzlichen Normperiode

Der Impuls zur Anpassung der Normperiode kommt von der Weltmeteorologischen Organisation (WMO). Die internationale Koordination ist wichtig, um die klimatologischen Aussagen der verschiedenen Wetterdienste über die Landesgrenze hinweg miteinander vergleichen zu können.

MeteoSchweiz stellt die nationale Grundversorgung mit Wetter- und Klimainformationen in der Schweiz sicher und erfüllt dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung. Als unabhängige Instanz rund und Klima und Wetter, stellt das Bundesamt sicher, dass auch in Zukunft einheitliche und vergleichbare Klimadaten zur Verfügung stehen.

Warum kann ein "normales" Jahr eines der wärmsten sein?

Die Verwendung der Normperiode 1981-2010 hat auch Konsequenzen für die Kommunikation der Klimaänderung. Durch den Einsatz der neuen Temperatur-Normwerte wird ab sofort wieder vermehrt von Jahren die Rede sein, die bezüglich Temperatur als ?normal? oder ?kühler als normal? eingestuft werden. Dies einfach deshalb, weil die neue Vergleichsbasis wärmer ist und den Temperaturverhältnissen entspricht, die heute erwartet werden müssen.An der Tatsache, dass sich das globale und lokale Klima in den letzten Jahrzehnten signifikant erwärmt hat, ändert diese neue Einstufung allerdings nichts. Ein eher durchschnittliches Jahr bezüglich der Periode 1981-2010 kann sehr wohl eines der wärmsten im Vergleich mit der gesamten, bald 150 jährigen Messreihe seit 1864 sein. Ein gutes Beispiel dafür ist das soeben zu Ende gegangene Jahr 2012, das in der Schweiz mit einer leicht positiven Abweichung von +0,5 Grad gegenüber der Periode 1981-2010 als das
9. wärmste Jahr seit Messbeginn im Jahr 1864 in die meteorologischen Jahrbücher eingegangen ist.