Klimaszenarien

Das Klima der Schweiz ist im Wandel begriffen. Die Szenarien zur Klimaänderung in der Schweiz ermöglichen es, die Klimaentwicklung im 21. Jahrhundert zu beurteilen. Sie zeigen erwartete Änderungen von Temperatur und Niederschlag für unterschiedliche Annahmen über den künftigen weltweiten Ausstoss an Treibhausgasen. Unabhängig von den Annahmen dürften bis Ende des Jahrhunderts die Temperaturen in allen Regionen und Jahreszeiten ansteigen.

Die Klimaszenarien haben Schweizer Klimaforscher unter der Leitung von ETH Zürich und MeteoSchweiz im Rahmen der Initiative «Szenarien zur Klimaänderung in der Schweiz CH2011» erarbeitet. Die 2011 veröffentlichten Ergebnisse fassen den neusten Stand über die Klimaänderung der Schweiz zusammen; alle damals verfügbaren relevanten Studien sind in die Modellrechnungen eingeflossen. Die zu erwartenden Entwicklungen von Temperatur und Niederschlag werden für die drei Regionen Nordostschweiz, Westschweiz und Südschweiz gezeigt.

Der Blick in die Zukunft

Es ist zu erwarten, dass das Schweizer Klima im Lauf des 21. Jahrhunderts signifikant vom heutigen und vergangenen Zustand abweichen wird. Die Mitteltemperaturen werden sehr wahrscheinlich in allen Jahreszeiten um mehrere Grade ansteigen. Beim moderaten Szenario A1B muss bis Ende des 21. Jahrhunderts in allen betrachteten Regionen mit einer Erwärmung von 2,7-4,1 °C gegenüber dem Vergleichszeitraum 1980-2009 gerechnet werden (schwarze horizontale Linien in der Grafik); die mittlere Niederschlagsmenge im Sommer dürfte um 18-24 % abnehmen. Beim Szenario A2 wird eine jährliche Temperaturzunahme um 3,2-4,8 °C erwartet, die Niederschlagsmenge im Sommer dürfte um 21-28 % abnehmen.

Mit dem Stabilisierungsszenario RCP3DP würde sich das Schweizer Klima in den nächsten Jahrzehnten weniger stark ändern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wäre mit einer mittleren jährlichen Erwärmung von 1.2-1.8 °C zu rechnen, was etwa der beobachteten Erwärmung zwischen 1864 und 2010 entspricht. Im Sommer ist mit einer Abnahme der Niederschlagsmenge um 8-10 % zu rechnen.

Extremereignisse

Es ist von häufigeren, intensiveren und länger anhaltenden Wärmeperioden und Hitzewellen im Sommer auszugehen, während die Zahl der kalten Wintertage und -nächte vermutlich abnehmen wird. Projektionen der Häufigkeit und Intensität von Niederschlagsereignissen sind mit grösseren Unsicherheiten behaftet, markante Änderungen können jedoch nicht ausgeschlossen werden. Zusätzlich wird eine Verschiebung von Schnee zu mehr Regen erwartet, was das Überschwemmungsrisiko insbesondere in niedrigen Lagen vergrössern würde. Zu Änderungen von Sturmwinden und hochkomplexen Extremereignissen wie Hagel oder Tornados sind zum jetzigen Zeitpunkt keine fundierten Aussagen möglich.

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