Satellitenbeobachtungen

Wettersatelliten spielen in der Meteorologie eine zentrale Rolle. Sie zeigen rund um die Uhr die meteorologischen Vorgänge in der Atmosphäre an. MeteoSchweiz bezieht die Satellitendaten von EUMETSAT, einem Konsortium von europäischen Ländern, die gemeinsam METEOSAT und andere Erdbeobachtungssatelliten betreiben.

Satellitenbeobachtungen sind für die Erstellung von Wetterprognosen von zentraler Bedeutung. Geostationäre Satelliten liefern für sehr grosse Gebiete der Erde ein präzises Bild des Wettergeschehens, und dies praktisch in Echtzeit. Die Wettersatelliten übermitteln ihre Daten alle paar Minuten, wodurch sich Veränderungen in der Atmosphäre laufend verfolgen lassen. Auch für die Beobachtung von Klimavariablen gewinnt die Satellitenmeteorologie weltweit an Bedeutung.

EUMETSAT

MeteoSchweiz bezieht unter anderem METEOSAT Second Generation (MSG) Satellitendaten. Dieser geostationäre Erdbeobachtungssatellit wird von der Europäischen Organisation für die Nutzung von meteorologischen Satelliten (EUMETSAT) betrieben. Der Satellit liefert Bilder in zwölf Spektralkanälen von unterschiedlicher Wellenlänge. Das Blickfeld des Satelliten ist beschränkt auf dasjenige aus seiner festen Position in 36'000 km Höhe oberhalb des Schnittpunkts des Äquators und des Greenwich Meridians. Aus dieser Position deckt METEOSAT fast die halbe Erdkugel ab. Der Satellit liefert in einem Intervall von 5-15 Minuten hochauflösende, digitale Bilder, die durch das Kontroll-Zentrum in Darmstadt (D) überarbeitet und danach an die Empfänger verteilt werden. Nach einer weiteren Verarbeitung verteilt MeteoSchweiz diese Daten an die verschiedenen Kunden wie Wetterprognosedienste, Klimaforscher oder Medien.

METEOSAT Spektralkanäle

Die von Wettersatelliten übertragenen Daten werden meistens als Bilder dargestellt. Die METEOSAT Second Generation Satellitenmodelle verfügen über zwölf Infrarot- und sichtbare Kanäle. Dadurch lassen sich nicht nur verschiedene Wolken und ihre Schichtungen darstellen. Auch der Transport von Saharastaub oder Aschewolken von Vulkanen kann gezeigt werden, durch Kombination verschiedener Kanäle.

MeteoSchweiz stellt unter Messwerte alle drei Stunden aktuelle Satellitenbilder der Bewölkungsverteilung kostenlos zur Verfügung. Unter Service & Publikationen können alle 15 Minuten aktualisierte Bilder kostenpflichtig bezogen werden.

Satellitenbilder im Infrarotkanal 10.8μm

Vergrösserte Ansicht: Auf dem Satellitenbild sind Wolkensysteme erkennbar.
Satellitenbild im Infrarotbereich von Europa.
(Grafik: EUMETSAT MeteoSchweiz)

Die Aufnahmen im Infrarotkanal sind sowohl tags als auch nachts verfügbar.

Vergrösserte Ansicht: Auf dem Satellitenbild vom 31. Januar 2014, 15.00 UTC, sind Wolken (östlich und westlich der Schweiz) farbcodiert dargestellt. Die Temperatur der kältesten Wolken liegt zwischen -50 °C und -60 °C.
Satellitenbild, Infrarotbereich.
(Grafik: EUMETSAT MeteoSchweiz)

Mit Farbe werden die kältesten beziehungsweise die höchsten Wolken hervorgehoben. Dies dient insbesondere der raschen Erkennung von kräftigen Gewitterzellen.

Satellitenbilder im sichtbaren Bereich

Vergrösserte Ansicht: Auf dem Satellitenbild sind die Alpen im Relief dargestellt.
Satellitenbild des Alpenraums im sichtbaren Kanal.
(Grafik: EUMETSAT MeteoSchweiz)

Durch eine Kombination der drei sichtbaren Kanäle werden sowohl die Wolken als auch die Erdoberfläche möglichst realitätstreu dargestellt. Da es sich um eine Kombination von sichtbaren Kanälen handelt, sind diese Bilder lediglich bei Tageslicht verfügbar.

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