Manuelles Niederschlagsmessnetz

Zusätzlich zu den automatischen Niederschlagsmessungen betreibt MeteoSchweiz ein manuelles Niederschlagsmessnetz. Dem Netz gehören über 300 Standorte an. Wegen ihrer langen Messreihen sind sie von grosser klimatologischer Bedeutung. In schwer zugänglichen Gebieten im Gebirge werden rund 50 Totalisatoren eingesetzt, welche die Niederschlagsmenge eines ganzen Jahres erfassen.

Da Niederschlag eine räumlich und zeitlich äusserst variable Grösse ist, wird ein besonders dichtes Messnetz benötigt. So gibt es zusätzlich zu den automatischen Niederschlagsmessungen, die alle zehn Minuten erfolgen, tägliche Niederschlagsablesungen. Die Stationen des manuellen Niederschlagsmessnetzes haben eine grosse klimatologische Bedeutung, weil viele dieser Messpunkte schon seit vielen Jahrzehnten existieren. Sie sind besonders wertvoll für langjährige Statistiken. Im Hochgebirge werden Messungen mit Totalisatoren durchgeführt; diese Werte werden meist nur einmal pro Jahr erfasst.

Aufgrund des steigenden Bedarfs nach Messungen in Echtzeit werden an besonders wichtigen Standorten des Messnetzes automatische Niederschlagsmessgeräte aufgestellt und im Rahmen des SwissMetNet, des Schweizer Bodenmessnetzes, betrieben.

Niederschlagsmessnetz, tägliche Ablesung

Im Vordergrund ein Pluviometer, im Hintergrund schneebedeckte Wälder und Berge
Pluviometer, mit welchem sich die Menge fester und flüssiger Niederschläge messen lässt.

An diesen Stationen wird die Niederschlagsmenge täglich abgelesen. Die Beobachter/-innen erfassen die Daten jeden Morgen um 07.30 Uhr und senden diese per SMS an MeteoSchweiz, wo sie sofort ins Data Warehouse eingelesen werden. Gemessen und beobachtet werden:

  • Niederschlagsmenge der letzten 24 Stunden in mm
  • Neuschneehöhe der letzten 24 Stunden in cm
  • Gesamtschneehöhe in cm
  • Art und Intensität des Niederschlags
  • Bewölkungsgrad des Himmels
  • Totalisatorenmessnetz, jährliche Ablesung

Totalisatorenmessnetz, jährliche Ablesung

Im Bild eine Person beim Leeren des Totalisators, im Hintergrund Berggipfel, die aus dem Nebelmeer ragen
Leerung eines Totalisators im Gebirge Ende September.

Die Totalisatoren werden vor allem in schwer zugänglichen Gebieten im Gebirge eingesetzt und erfassen die Niederschlagsmenge eines ganzen Jahres. Bei einigen Totalisatoren werden halbjährliche Zwischenmessungen durchgeführt. Gemessen wird die Niederschlagsmenge von Ende September bis Ende September (hydrologisches Jahr). Nach der jährlichen Messung werden die Totalisatoren entleert, gereinigt und mit einer vorgegebenen Menge Wasser, Chlorkalzium (Frostschutz) und Vaselineöl (Verdunstungsschutz) neu befüllt.

Liste und Karte der Standorte

Die genauen Standorte, wo manuelle Niederschlagsmessungen durchgeführt werden, lassen sich als Liste oder auf der Schweizerkarte abfragen:

Weiterführende Informationen

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