Abschluss Projekt CATCOS

26. April 2017, 1 Kommentar

Durch hochwertige und langfristige Klimamessreihen können die Folgen des Klimawandels abgeschätzt und die daraus entstehenden Chancen und Risiken besser erkannt werden. Im Rahmen des Projektes CATCOS (Capacity Building and Twinning for Climate Observing Systems) der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA engagierte sich MeteoSchweiz für die Verbesserung der Klimadatengrundlage weltweit. Die Projektaktivitäten kamen nun nach rund fünf Jahren zum Abschluss.

Abbildung 1: Landschaftsbild aus Zentralasien CATCOS Projekt © U. Jutz
Abbildung 1: Landschaftsbild aus Zentralasien CATCOS Projekt © U. Jutz

Um frühzeitig Massnahmen in den Bereichen Klimaschutz und -anpassung einzuleiten, fehlt den lokalen Entscheidungsträgern in Entwicklungsländern oftmals eine verlässliche Datengrundlage. Der Grund dafür sind häufig mangelnde Ressourcen für eine systematische Klimabeobachtung. Als Folge der UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 wurden zusätzliche Gelder für die Anpassung an den Klimawandel sowie dessen Minderung in Entwicklungsländern bereitgestellt, unter Beteiligung der Schweiz und mehrerer anderer Industriestaaten. So initiierte die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA das Projekt CATCOS innerhalb des Globalprogramms Klimawandel und Umwelt. Während mehr als fünf Jahren bot das Projekt zehn Partnerländern in Afrika, Südamerika sowie Zentral- und Südostasien gezielte Unterstützung im Aufbau von Klimabeobachtungen. Im Fokus von CATCOS standen die Installation neuer Messgeräte, die Ausbildung von Stationsbetreibern und Wissenschaftlern, die Förderung der regionalen Zusammenarbeit sowie die Kommunikation rund um die Vorteile der erhobenen Klimadaten.

Am Anfang stehen die Messungen

Von 2011 bis 2016 wurden Treibhausgas-, Aerosol- und Gletscher-Messungen zunächst in sieben, später in insgesamt zehn Partnerländern aufgebaut. Neben der Installation von Messgeräten und der Wiederaufnahme von Klimabeobachtungen wurden massgeschneiderte Ausbildungen angeboten, vor Ort und in der Schweiz. Lokale Wissenschaftler und Stationsbetreiber wurden dabei nicht nur in der Handhabung der neuen Geräte geschult, sondern auch darin, wie die erhobenen Daten bearbeitet werden müssen, um internationale Qualitätsstandards zu erfüllen. In weiterführenden Kursen wurde vermittelt, wie die Daten wissenschaftlich analysiert und die Ergebnisse bewertet werden können. Das im Rahmen von CATCOS aufgebaute Fachwissen fand in den Partnerländern Anerkennung, wie Budi Satria, Klimatologe beim Indonesischen Wetterdienst (BMKG) erlebte: „Nach dem dreimonatigen Training in der Schweiz konnte ich die Auswirkungen der Waldbrände auf die Luftqualität in Sumatra besser verstehen. Für meine Analysen wurde ich bei einem internationalen wissenschaftlichen Workshop ausgezeichnet.“

Vermehrte Nutzung der Klimadaten

Die im Rahmen von CATCOS aufgebauten Messdaten werden an internationale Datenzentren übermittelt und so der Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Globalen Klimabeobachtungssystem (Global Climate Observing System, GCOS). Ein wichtiger Pfeiler von CATCOS war die Öffentlichkeitsarbeit. Verschiedenste Kommunikationskanäle wurden gezielt genutzt, um Entscheidungsträger über Wert und Verfügbarkeit der Klimadaten zu informieren – unter anderem durch Länderbesuche, Präsentationen, Medienbeiträge, wissenschaftliche Publikationen und Informationsbroschüren. Zudem wurde die mobile Applikation „wgms Glacier“ entwickelt, die einen einfachen Zugang zu weltweiten, wissenschaftlichen Gletscher-Informationen ermöglicht. Jorge Luis Ceballos, Glaziologe beim kolumbianischen Institut für Hydrologie, Meteorologie und Umweltwissenschaft (IDEAM) betonte, dass „dank dieser App jeder auch die Gletscherschmelze in den Tropen verfolgen und international vergleichen kann“.

Förderung der regionalen Zusammenarbeit

Mittels Workshops für das südliche Afrika, Iberoamerika und Zentralasien gelang es CATCOS, die nationalen Wetterdienste und Vertreter von Schlüsselorganisationen aus den Sektoren Landwirtschaft, Wasser, Gesundheit und Katastrophenvorsorge zusammenzubringen. So konnte ein Dialog zwischen Produzenten und Nutzern von Klimadienstleistungen in den drei Regionen etabliert werden. Der Fokus lag insbesondere auf der grossen Bedeutung von Klimabeobachtungen als Grundlage für massgeschneiderte Klimadienstleistungen. Basierend auf Vorträgen und Diskussionen wurden regionale Bedürfnisse zusammengetragen. Dabei wurde die Wichtigkeit der regionalen Zusammenarbeit deutlich, wie Elliot Bungare, Leiter Internationales beim Nationalen Wetterdienst von Zimbabwe (MSD) unterstrich: „Im ersten regionalen Workshop für Klimadienstleistungen im südlichen Afrika konnten gemeinsam Vorschläge für die Region formuliert werden, um Lücken in der Wertschöpfungskette von Klimadienstleistungen zu schliessen.“

Projektorganisation

In CATCOS arbeiteten die Schweizer Partner (Paul Scherrer Institut, Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa, Universität Freiburg und Universität Zürich) eng mit den zehn Partnerländern zusammen, um Aerosol- und Treibhausgasmessungen, sowie Gletscherbeobachtungen langfristig aufzubauen. Das Projekt CATCOS wurde von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA finanziert und von MeteoSchweiz koordiniert.

Kommentare (1)

  1. Ryffel Heinz, 03.05.2017, 08:21

    Danke für diesen Bericht. Er zeigt, dass vor allem im Bereich der Wissenschaft Projekte durchgezogen werden können, die den Zielländern Fortschritt bringen, den Beteiligten zeigen, dass sie nicht allein gelassen werden und mich als Steuerzahler freuen.

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