Datenliberalisierung

MeteoSchweiz erfasst 365 Tage im Jahr, 24 Stunden pro Tag Messwerte zu Wetter und Klima. Ein immenser Datenschatz, den der Bund gemäss den Prinzipien von Open Government Data einfacher zugänglich machen möchte.

In der Schweiz wird die freie Nutzung von Behördendaten – Open Government Data – seit einiger Zeit diskutiert und die Umsetzung im Rahmen verschiedener Strategien des Bundes angestrebt. Auch MeteoSchweiz möchte ihre Wetter- und Klimadaten nach diesem Prinzip zur Verfügung stellen. Erste Erfahrungen aus dem Pilotprojekt Opendata-Portal des Bundes sind positiv. Es läuft seit September 2013.

Seit 2. Februar 2016 ist das Schweizer Portal für Open Government Data (OGD) online:

OGD-Portal opendata.swiss

Ziel ist, dass die Wetter- und Klimadaten mehr genutzt werden und dass dadurch neue, innovative Anwendungen zum Nutzen von Wirtschaft und Allgemeinheit entstehen.

Zusammenhang zwischen der Datenliberalisierung und den Sparmassnahmen des Bundes

Damit MeteoSchweiz ihre Daten frei zur Verfügung stellen kann, muss das Bundesgesetz über die Meteorologie und Klimatologie angepasst werden. Das Parlament hat den Bundesrat mit einer entsprechenden Motion beauftragt, einen Entwurf für die Gesetzesrevision auszuarbeiten.

Zu diesem Entwurf haben Parteien, Kantone und Gemeinden, Verbände und die Öffentlichkeit im Vernehmlassungsverfahren, das im Herbst 2014 abgeschlossen wurde, Stellung genommen. Substanzielle Veränderungen wurden nicht gewünscht. Angesichts der inzwischen stark getrübten finanziellen Aussichten hat der Bundesrat jedoch beschlossen, auf diese Teilrevision zu verzichten. Der Verzicht ist Bestandteil des Stabilisierungsprogramms 2017-2019, zu dem der Bundesrat Ende November 2015 die Vernehmlassung eröffnet hat. Grund für den Verzicht ist, dass die Liberalisierung für Meteodaten zu Einnahmenausfällen für den Bund führen würde. Angesichts dieser veränderten Ausgangslage prüft MeteoSchweiz nun, ob nach wie vor Meteodaten via das OGD-Portal Bund in geeigneter Weise zur Verfügung gestellt werden können. Auf diese Weise wäre ein gewisse Kontinuität gewährleistet.  

Ein Verlangsamung der freien Nutzung von Behördendaten

Die definitiven Entscheide zum Stabilisierungsprogramm wird das Parlament voraussichtlich im Herbst 2016 fällen. OGD für Meteodaten ist ein internationaler Trend, verschiedene Länder stellen ihre Meteodaten frei zur Verfügung, auch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) unterstützt diese Entwicklung. In der Schweiz wird diese Entwicklung nun verlangsamt. MeteoSchweiz gehört bei der Umsetzung der OGD-Strategie des Bundes zu den Pilot- und Pionierämtern und wird  bis auf Weiteres an den Arbeiten auf Stufe Bund beteiligt bleiben.