Bund warnt künftig via Radio und TV vor grossen Naturgefahren

Publikationsdatum 18. August 2010
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Bern, 18.08.2010 - Die zuständigen Bundesstellen sollen die Bevölkerung künftig via Radio und Fernsehen vor drohenden grossen Naturgefahren warnen. Dazu hat der Bundesrat am 18. August 2010 eine Totalrevision der Alarmierungsverordnung verabschiedet. Für Warnungen vor Naturgefahren wird damit das Prinzip der "Single Official Voice" eingeführt. Im Ereignisfall arbeiten die zuständigen Fachstellen des Bundes künftig eng zusammen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS sorgt für die koordinierte Verbreitung von offiziellen Warnungen des Bundes.

Die Unwetter- und Hochwasserereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Bevölkerung besser über solche Extremereignisse informiert werden muss: Künftig will der Bund die entsprechenden Warnungen der zuständigen Fachstellen nicht nur den Behörden, sondern auch der betroffenen Bevölkerung zukommen lassen, wenn eine Gefahr als "gross" oder "sehr gross" eingeschätzt wird. Dies entspricht den Stufen 4 oder 5 in einer einheitlich definierten fünfstufigen Gefahrenskala. Ziel ist es, dass sich die Bevölkerung besser vor erkennbaren, grossen Naturgefahren schützen und so Personen- und Sachschäden vermeiden oder begrenzen kann. Dazu hat der Bundesrat heute die Totalrevision der Verordnung über die Warnung und Alarmierung (Alarmierungsverordnung, AV) verabschiedet.

Einführung der "Single Official Voice"

Die Warnungen sollen ab dem 1. Januar 2011 als leicht verständliche und einheitliche Gefahrenhinweise verbreitet werden. Sie werden unter den zuständigen Fachstellen koordiniert ("Single Voice") und eindeutig als Warnungen des Bundes erkennbar gemacht ("Official Voice"). Ausserdem werden die Warnungen an die Bevölkerung mit den Warnungen an die Behörden inhaltlich und im zeitlichen Ablauf koordiniert.

Die Warnungen werden der Bevölkerung via Radio und Fernsehen bekannt gemacht. Im Hinblick darauf werden die SRG sowie die kommerziellen konzessionierten Radio- und Fernsehveranstalter durch eine Ergänzung der Radio- und Fernsehverordnung (RTVV) verpflichtet, die Warnungen des Bundes rasch und unverändert zu verbreiten.

Verbesserte Zusammenarbeit unter den Bundesbehörden

Je nach Art der drohenden Gefahr sind folgende Fachstellen des Bundes zuständig: Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) warnt vor gefährlichen Wetterereignissen, das Bundesamt für Umwelt (BAFU) vor Hochwasser und damit verbundenen Rutschungen sowie vor Waldbränden, das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) vor Lawinengefahren. Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) ist zuständig für Erdbebenmeldungen. Bei Ereignissen, die mehrere Fachstellen betreffen, werden künftig gemeinsame Warnungen verbreitet. Die fachliche Koordination erfolgt im Rahmen des am 26. Mai 2010 vom Bundesrat eingesetzten Fachstabs Naturgefahren.

Als Drehscheibe sorgt die Nationale Alarmzentrale (NAZ) im Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) für die schnelle und koordinierte Verteilung der Warnungen an die verbreitungspflichtigen Medien.

Die Totalrevision der Alarmierungsverordnung ist Teil des 2007 vom Bundesrat beschlossenen Massnahmenpakets zur Umsetzung des Projekts OWARNA (Optimierung von Warnung und Alarmierung bei Naturgefahren). Ausserdem wird mit der Revision die Motion Wyss umgesetzt, welche am 16. Dezember 2005 vom Nationalrat und am 25. September 2006 vom Ständerat überwiesen worden ist. Die Verordnung tritt am 1. Januar 2011 in Kraft.