MeteoSchweiz verdichtet das nationale meteorologische Bodenmessnetz

Publikationsdatum 3. Juni 2014
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Mess- und Prognosesysteme
Newstyp Medienmitteilung

Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz hat vom Bundesrat den Auftrag, die Datenbasis für Unwetterwarnungen und Naturgefahren zu erweitern und so kostengünstig wie möglich zu operieren. Für einen Teil der Verdichtung des nationalen Bodenmessnetzes hat sich MeteoSchweiz daher für eine öffentlich-private Kooperation mit dem privaten Wetterdienst MeteoGroup (vormals Meteomedia AG) entschieden.

Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz hat den gesetzlichen Auftrag Kantone, Gemeinden, Alarmorganisationen und die Schweizer Bevölkerung vor gefährlichen Wetterereignissen zu warnen. Als nationaler Wetterdienst ist MeteoSchweiz Teil des bundesweiten Projektes OWARNA, das der Warnungsoptimierung und Alarmierung vor Naturgefahren dient. Die zuständigen Fachstellen des Bundes arbeiten gemeinsam an hochmodernen Vorhersagemethoden und einheitlichen Warnungen. In diesem Zusammenhang arbeitet MeteoSchweiz insbesondere an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Prognosemodelle, des Wetterradarnetzes und der Erweiterung des bestehenden meteorologischen Netzes für automatische Bodenmessstationen.

Öffentlich-Private Kooperation mit MeteoGroup zur Kostensenkung

Nach einer intensiven Testphase, die dazu diente, Erfahrungen mit der technischen Einbindung von Daten aus privaten Messnetzen zu sammeln, kann MeteoSchweiz nun die Wetterdaten von 40 zusätzlichen MeteoGroup-Messstationen ins nationale Bodenmessnetz einbinden, insbesondere aus Regionen, wo es vorher im nationalen Netz von MeteoSchweiz noch keine Messstation gab. Damit stehen neu - zusammen mit den 210 MeteoSchweiz Stationen - insgesamt rund 250 Stationen bereit, um den gesetzlichen Warnauftrag zu erfüllen. Diese für MeteoSchweiz neue Art der Kooperation ermöglicht es, die Datenbasis insbesondere im Hinblick auf Unwetterereignisse und Naturgefahren zu verbessern, sowie die Kosten für den weiteren Aufbau und Betrieb des Messnetzes zu senken. "Das nationale meteorologische Bodenmessnetz des Bundes wird durch die Infrastruktur von MeteoGroup optimal ergänzt. Durch diese öffentlich-private Kooperation können unsere Investitionskosten reduziert werden", erklärt Dr. Peter Binder, Direktor von MeteoSchweiz.

Qualitätssicherung und Datenverarbeitung

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) mit Sitz in Genf hat Richtlinien für den Aufbau, die Standortwahl der Messstationen sowie für die Datenmessung definiert. Auf diese Weise sind die Wetterdaten weltweit vergleichbar. Diese Richtlinien stellen die Basis für lange, kontinuierliche und qualitativ hochwertige Messreihen dar. Die öffentlich-private Kooperation bringt im Hinblick auf die Qualitätssicherung neue Herausforderungen, denn die Stationen von MeteoGroup müssen ebenfalls den WMO-Standards genügen. MeteoSchweiz hat deshalb beschlossen, eine unabhängige und umfassende Qualitätsüberprüfung für Bodenmessstationen durch das Eidgenössische Institut für Metrologie (METAS) aufzubauen. Die 40 MeteoGroup-Bodenmessstationen sowie ausgewählte MeteoSchweiz Stationen werden im Laufe der nächsten Jahren überprüft und zertifiziert.

Einbezug zusätzlicher Messstationen von MeteoGroup für die Fachstellen des Bundes im Bereich Naturgefahren

Die Fachstellen des Bundes im Bereich Naturgefahren haben sich darüber hinaus entschieden, fast 300 weitere Messstationen von MeteoGroup in die gemeinsame Informationsplattform Naturgefahren für Fachleute zu integrieren. Im Gegensatz zu den unabhängig geprüften MeteoGroup-Bodenmess-stationen für das nationale meteorologische Bodenmessnetz müssen diese Wetterstationen nicht den umfangreichen Richtlinien der Weltorganisation für Meteorologie entsprechen. Diese Stationen erfüllen aber die für die Datenerhebung und -lieferung nötigen Kriterien der Informationsplattform Naturgefahren. Diese zusätzlichen Messstationen dienen ausschliesslich den Einsatzorganen des Bundes (Gemeinden, Kantone und Bundesämter) und ermöglichen während einer Unwetter- oder Naturgefahrensituation die Lage noch besser einschätzen zu können, insbesondere hinsichtlich Hochwasser und Hangrutschungen.