Die Monatsmitteltemperaturen im August 2010 wichen nur unbedeutend vom Normwert der Jahre 1961-90 ab. In den meisten Landesteilen resultierten deutliche Regenüberschüsse. Die Besonnung erreichte nur in der Südschweiz normale Augustwerte. Im Übrigen war sie unternormal, besonders am Alpennordhang.
In den meisten Regionen nass
Zahlreiche Störungseinbrüche brachten wiederholt ergiebige Niederschläge in allen Regionen der Schweiz. Besonders viel Regen gab es vom 11. bis 16. August. Auf der Alpensüdseite summierte sich der Regen in diesen 6 Tagen auf über 100 mm, ebenso örtlich in der Nordwestschweiz sowie in Bern und auf dem Napf. Hohe Summen resultierten auch am zentralen und östlichen Alpennordhang so wie in Graubünden, wo es vereinzelt zu Hangrutschungen kam. Die Monatssummen variierten örtlich stark zwischen 110 und 220 Prozent der normalen Augustwerte. In den Regionen Zürich und Schaffhausen, im Unterwallis und im Verbanobecken (Becken des Lago Maggiore) gab es auch normale Regensummen oder kleine Defizite. Bemerkenswert, dass es in der Südschweiz in der zweiten Monatshälfte teils niederschlagsfrei blieb, nachdem zur Monatsmitte die normalen Augustsummen bereits übertroffen waren.
Sonnenarmut
Die wechselhafte Witterung hatte in weiten Landesteilen ein Sonnenscheindefizit zur Folge. Besonders vom 11. bis 18. August machte sich die Sonne rar. In Zürich wurden in diesen 8 Tagen 8 Stunden Sonne registriert, in Glarus, Altdorf und Interlaken um die 5 Stunden, in Engelberg 3 Stunden und auf dem Pilatus 1.5 Stunden. Die höchsten Werte in jener Zeit gab es im Südwallis und im Sottoceneri mit Werten bis 30 Stunden. In der Südschweiz, die etwas vom Schutz der Alpen profitierte, reichte es schliesslich für eine annähernd normale Augustbesonnung. Ansonsten war der August 2010 hier zu Lande doch unterdurchschnittlich sonnig. Die grössten Defizite resultierten auf Gipfelstationen der nördlichen Alpen und am zentralen und östlichen Alpennordhang. Auf dem Pilatus betrug das Sonnenscheindefizit beinahe 50 Prozent.
Abb. 1: Webcam-Bild vom 6. August 2010, 09.30 Lokalzeit, vom Flüelapass auf knapp 2200 m ü. M.
Fast normale Temperaturen
Der Alpenraum stand im August wechselweise im Einflussbereich subtropischer und polarer Luftmassen, so dass einzelne sehr warme Tage mit frühherbstlichen Tagen wechselten. Am 26. August gab es nochmals Höchstwerte von 28 bis 32 Grad, am 30. August schneite es bis unter 2000 Meter. Die warme Periode vom 20. bis 27. August gab den Ausschlag, dass in den tiefen Lagen schliesslich ein minimaler Wärmeüberschuss gegenüber dem Augustmittel 1961-90 zu Stande kam.
Stand: 29.8. 2010, Klimadienste MeteoSchweiz
Die hier publizierten Zahlen sind vorläufige Werte, da nicht alle Messungen der MeteoSchweiz zum Zeitpunkt der Erstellung zur Verfügung standen. Im monatlichen Witterungsbericht sind diese Werte aufdatiert. Der Flash darf unter Quellenangabe "MeteoSchweiz" ohne Einschränkungen weiterverwendet werden.
