Der November 2010 war in den Niederungen wärmer, in Gipfellagen etwas kälter als im Mittel der Jahre 1961-90. Mehrheitlich fielen übernormale Regensummen, besonders auf der Alpensüdseite und im Engadin. Die Besonnung war vielerorts deutlich unternormal, erreichte aber in den Hauptnebelgebieten im Norden etwas übernormale Werte.
Milde erste Monatshälfte
Der Monat begann mit mildem Hochdruckwetter. Vom 4. bis 6. November war die Witterung auch in den Niederungen sonnig und die Tageshöchstwerte erreichten 14 bis 19 Grad. Eine Störung aus Frankreich brachte dann eine Abkühlung und in höheren Lagen der Alpen einige Zentimeter Neuschnee. Ein von Frankreich nach Deutschland ziehendes Tief sorgte am 7. und 8. November für ergiebige Niederschläge auf der Alpensüdseite.
Am 11. November erreichte Sturmtief Carmen Schottland und zog dann weiter nach Skandinavien. Es brachte in der Nacht und am 12. November der Alpennordseite nebst einem Herbststurm mit Windspitzen von 60 bis 80 km/h im Flachland auch ergiebige Niederschläge, wobei die Schneefallgrenze auf über 2000 m anstieg. In der Folge gelangte mit einer Südwestströmung ungewöhnlich milde Luft zum Alpenraum. In den Niederungen der Alpennordseite erreichten die Tageshöchstwerte am 13. und 14. November nochmals sehr angenehme 16 bis 19 Grad, in den Alpentälern am 14. mit Föhnunterstützung bis 21 Grad. Die nachfolgende Störung brachte am 15. und 16. November erneut ergiebige Niederschläge, besonders im Süden.
Bis zur Monatsmitte resultierte in den tiefen Lagen der Alpen und Alpennordseite ein Wärmeüberschuss von 3.5 bis 4.5 Grad. In höheren Lagen und im Süden war das Wärmeplus deutlich geringer. Dank der ausgeprägten Nebelarmut erreichte die Besonnung an einigen Orten des Mittellandes bereits mehr Stunden als im langjährigen Mittel der gesamte November. Auf den Jurahöhen und in der Südschweiz hingegen resultierte ein Sonnenscheindefizit.
Winterliche letzte Novemberwoche
Die zweite Monatshälfte war geprägt von tiefem Druck über weiten Teilen Europas. Polarluft weitete sich dabei immer weiter südwärts aus. Im Alpenraum war es bis am 25. November der Jahreszeit entsprechend kühl und trüb. Niederschläge fielen vor allem im Süden. In der Nacht zum 26. November erreichte die Polarluft unser Land. Praktisch im gesamten Flachland der Deutschschweiz fiel Schnee. In der Stadt Basel wurden 7 cm Neuschnee gemessen. In der Folge blieb es im Norden winterlich kalt mit weiteren Schneefällen und Minustemperaturen.
Winter auf der Buchenegg/ZH am 26. 11. 2010. Foto: Daniel Gerstgrasser.
Monatsbilanz
Insgesamt verblieb in den Niederungen der Alpennordseite ein Wärmeüberschuss von mehr als 1 Grad. Im Zentralwallis und im Rheintal erreichte er bis 2 Grad. Deutlich kleiner war das Wärmeplus im Engadinertal und in den Niederungen der Alpensüdseite. In Berglagen resultierte eine negative Temperaturabweichung bis 1 Grad. Niederschlagsreich war der November 2010 auf der Alpensüdseite, im Rheinwald, Schans und Engadin, wo verbreitet 150 bis über 200 Prozent der normalen Niederschlagssummen gemessen wurden. Auch die meisten übrigen Alpengebiete, der Juranordfuss und Jura östlich von La Chaux-de-Fonds und das westliche Mittelland registrierten übernormale Niederschlagssummen. Defizite gab es in den westlichen Alpen, im Zentralwallis, entlang den Voralpen und in der Nordostschweiz. Die Besonnung war entlang dem Jurasüsfuss, am Vierwaldstättersee, am oberen Zürichsee und im Nordosten etwas übernormal. Am Juranordfuss, im Jura, in den Alpen und im Süden resultierten teils grosse Sonnenscheindefizite. Im Jura wurde verbreitet nur etwa die Hälfte der normalen Novemberbesonnung registriert.
Stand: 28. Novmeber 2010, Klimadienste MeteoSchweiz
Die hier publizierten Zahlen sind vorläufige Werte, da nicht alle Messungen der MeteoSchweiz zum Zeitpunkt der Erstellung zur Verfügung standen. Im monatlichen Witterungsbericht sind diese Werte aufdatiert. Der Flash darf unter Quellenangabe "MeteoSchweiz" ohne Einschränkungen weiterverwendet werden.
