MeteoSchweiz

Erythemale ultraviolette Strahlung

Der UV-B Anteil des solaren Strahlungsspektrums stellt nur einen sehr kleinen Teil der gesamten Strahlungsintensität der Sonne dar. Dieser ist jedoch sehr wichtig, da er einen bedeutenden Einfluss auf das Leben hat und auch eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit (Hautkrebs, Schädigung der Augen, etc.) darstellen kann. MeteoSchweiz misst die UV Strahlung an vier Stationen des schweizerischen Klimamessnetzes für alpine Strahlungsbeobachtungen (Swiss Alpine Climate Radiation Monitoring network - SACRaM). Zwei Stationen liegen in den Schweizer Alpen - auf dem Jungfraujoch und in Davos - die beiden anderen sind tiefer gelegen - in Payerne und Locarno-Monti. Die UV Strahlungsmessungen werden mithilfe eines UV erythemal Biometers gemacht. Solche Instrumente messen die Intensität der UV Strahlung unter Verwendung von erythemalen Filtern, welche die Sensitivität der Haut imitieren: hauptsächlich durch UV-B Strahlung mit einem kleinen Anteil an UV-A Strahlung. Gemessen wird die UV Strahlung an der MeteoSchweiz in Davos seit Mai 1995, am Jungfraujoch seit November 1996, in Payerne seit November 1997 und in Locarno-Monti seit Mai 2001.

 

UV erythemal Jahresverlauf an MeteoSchweiz SACRaM Stationen

Tägliche Mittelwerte der erythemalen ultravioletten Strahlung in Payerne, Locarno-Monti, Davos und am Jungfraujoch, die entsprechenden gleitenden Monatsmittel (31 Tage) und der mittlere jährliche Verlauf berechnet aus Daten von 1996-2009 (Davos), 1997-2009 (Jungfraujoch), 1998-2009 (Payerne) und 2001-2009 (Locarno-Monti). Die gleitenden Monatsmittel für August und Anfang September waren 2009 in Davos, Locarno-Monti und Payerne etwas höher als der mittlere Verlauf der monatlichen Klimatologie, am Jungfraujoch sogar signifikant höher. Die gleichen Unterschiede sieht man auch bei der Strahlungsintensität (nicht auf UV beschränkt, siehe GAW-Programm), was nahelegt, dass eine reduzierte Wolkenbedeckung dafür verantwortlich ist. Im Juni und Juli waren in Payerne und Davos die Messungen etwas unter dem langjährigen Mittelwert. Für den Rest des Jahres stimmt die erythemale UV Strahlung gut mit dem langjährigen mittleren Jahresverlauf überein.

uv_av_cl_en.jpg, 200 KB

Auf der linken Seite ist der Jahresverlauf der erythemalen UV Strahlung für 2009 dargestellt. Jeder Punkt repräsentiert einen täglichen Mittelwert, die roten Kurven entsprechen monatlich gleitenden Mitteln. Die täglichen Werte enthalten auch nächtliche Werte (null). Die monatlich gleitenden Mittel sind aus den Werten der 31 umliegenden Tage für jeden Tag des Jahres berechnet. Mittlere Jahresverläufe (schwarze Kurven) wurden ähnlich den monatlich gleitenden Mitteln erstellt, nur dass diese unter Berücksichtigung aller aufgezeichneten Jahre berechnet wurden. Für einen bestimmten Tag des Jahres (z.B. den 25. März) werden die Daten aller aufgezeichneten Jahre zusammen gemittelt. Dann wird das monatliche gleitende Mittel berechnet, um den Jahresverlauf zu erstellen. Vergleicht man das monatlich gleitende Mittel für 2009 mit dem mittleren Jahresverlauf werden die Abweichungen zum mittleren Verlauf sichtbar.

 

Im Allgemeinen hängt die Intensität der UV Strahlung von vielen Faktoren ab wie dem Sonnenstand, der Bewölkung, der Bodenalbedo (Bodenreflektivität ist stark beeinflusst durch Schnee) und dem Anteil von atmosphärischen Komponenten, die mit der UV Strahlung interagieren, insbesondere Ozon. Der vorherrschende Einfluss des Sonnenstandes wird deutlich, wenn man die mittlere Intensität im Sommer mit derjenigen im Winter vergleicht. Die Intensität der Strahlung am Jungfraujoch und in Davos ist im Winter aufgrund der schneebedeckten Böden höher, wohingegen sie in Payerne geringer ist, aufgrund von häufiger auftretenden Wolken im Winter und einer geringeren Häufigkeit von Schnee. Im Sommer 2009 war die Strahlungsintensität in Davos aufgrund des Schwindens des Schnees und des Auftretens von konvektiver Bewölkung in dieser Phase geringer als in Payerne. Am Jungfraujoch liegt Schnee das ganze Jahr hindurch, zumindest auf der Seite zum Aletschgletscher hin.

 

Für weitere Informationen zu MeteoSchweiz UV Messungen kontaktieren Sie Laurent Vuilleumier.

 

GAW Schweiz

Unter der Federführung der MeteoSchweiz leistet die Schweiz Ihren Beitrag zur Überwachung der Erdatmosphäre (GAW-Programm). GAW Schweiz
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