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05. Juni 2013

 

Klimatologische Einordnung des Starkregen- und Hochwasser-Ereignisses

 

Von Freitag bis Sonntag sind auf der Alpennordseite grossflächig erhebliche Niederschlagsmengen gefallen. Nach einer ersten vertieften Analyse ist dieses Unwetterereignis aus klimatologischer Sicht, d.h. im langjährigen Vergleich folgendermassen einzuordnen: Vom zentralen bis zum östlichen Alpennordhang fielen während des zweitägigen Hauptniederschlags Mengen zwischen 60 mm und rund 100 mm. Im langjährigen Durchschnitt ist ein solches Ereignis nur etwa alle 5 bis 10 Jahre zu erwarten.
Das grosse Unwetter vom 21./22. August 2005 brachte im damals praktisch gleichen Kerngebiet in zwei Tagen verbreitet 100 bis 150 mm Niederschlag, in mehreren Gebieten auch deutlich über 200 mm. Auch während der Unwetterereignisse vom Mai 1999 fiel entlang des östlichen Alpennordhangs regional mehr Niederschlag als diesmal.

 

Um solche Starkereignisse klimatologisch in die langen Messreihen eingliedern zu können, müssen zwei Punkte beachtet werden:

 

  • Als Vergleichsbasis müssen zwingend die Mengen von der Morgenablesung bis zur Morgenablesung (konventioneller Niederschlagstag) verwendet werden, da vor 1980 keine anderen Messintervalle zur Verfügung stehen.
  • Die so bestimmten 2-Tagessummen sind in der Regel kleiner als die grössten Summen eines beliebigen 48-Stunden-Intervalls, welche während des tatsächlichen Ereignisses erfasst und genannt wurden.


Im Kerngebiet vom zentralen zum östlichen Alpennordhang brachte der Hauptniederschlag vom 31.5. und 1.6.2013 konventionelle 2-Tagessummen zwischen 60 mm und rund 100 mm. Das ist je nach Standort ein Ereignis, welches im langjährigen Durchschnitt alle 5 bis alle 10 Jahre zu erwarten ist.

Lokal gab es deutlich grössere Mengen. Die Messstation Weesen meldete die höchsten Werte mit 179 mm in zwei Tagen und 191 mm in drei Tagen. Das entspricht einem Ereignis, welches hier im langjährigen Durchschnitt etwa alle 20 Jahre auftritt.

In St. Gallen, mit einem etwas weniger ausgeprägten Starkniederschlagsregime, fielen in zwei Tagen 136 mm. Solche Mengen sind hier im langjährigen Durchschnitt etwa alle 50 bis 100 Jahre zu erwarten.

 

Bild: Zweitägige Niederschlagssummen in mm vom 31. Mai bis zum 01. Juni 2013.

Bild: Zweitägige Niederschlagssummen in mm vom 31. Mai bis zum 01. Juni 2013.

Das weit extremere Unwetter vom 21./22. August 2005 brachte im damals praktisch gleichen Kerngebiet 100 bis 150 mm in zwei Tagen, regional auch 150 bis über 200 mm. Der Messstandort Weesen lieferte mit enormen 270 mm in zwei Tagen ebenfalls den höchsten Wert, was einem Ereignis mit einer Wiederkehrperiode von über 100 Jahren entspricht.

Hydrologische Beurteilung durch das Bundesamt für Umwelt (BAFU): Grosse Abflussmengen und hohe Seepegel, aber kaum neue Rekorde
Die intensiven Niederschläge haben in den Gewässern der Alpennordseite am Wochenende vom 1. und 2. Juni 2013 zu sehr hohen Abflüssen und Wasserständen geführt. An vielen Messstationen des BAFU wurden in den betroffenen Gegenden 2- bis 10-jährliche Hochwasser verzeichnet. An einzelnen Standorten der Ostschweiz sowie am Hochrhein wurden auch Abflusswerte registriert, wie sie nur alle 30 Jahre vorkommen. Das Ereignis erinnert an die Unwetter vom Mai 1999, vom August 2005 oder vom August 2007 - die Höchststände von damals wurden aber nicht erreicht.

Detaillierte hydrologische Informationen:
Hydrologischer Spezialbericht des Bundesamtes für Umwelt BAFU


Kontakt
Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, Kommunikation, Tel +41 44 256 93 51 oder +41 44 256 94 10, media@meteoschweiz.ch  
Klimaauskünfte: klimainformation@meteoschweiz.ch  
Hydrologische Auskünfte, Medienstelle BAFU: Tel +41 31 322 90 00

 

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