MeteoSchweiz

Medienmitteilungen

01. Juni 2013

 

Dauerregen hält bis am Sonntag an - weiterhin Hochwassergefahr

 

Gemeinsame Medienmitteilung von MeteoSchweiz, SLF, BAFU:

 

Seit Freitag sind ergiebige Niederschläge gefallen. Am Alpennordhang regnet es bis am Sonntagnachmittag weiter. Dann beruhigt sich das Wetter. Der Bund warnt für die Alpennordseite weiterhin vor Hochwasser der Stufe 3 'erhebliche Gefahr' bis 4 'grosse Gefahr'. Besonders stark betroffen sind die Reuss unterhalb des Vierwaldstättersees und der Hochrhein.

 

Seit Freitagvormittag sind bis am Samstagnachmittag am Alpennordhang zwischen 50 und 90 mm Regen gefallen. Besonders betroffen war das Gebiet von der Grimsel über Engelberg, Einsiedeln, Linthal bis zum Alpstein. Dort betrugen die Niederschläge meist 70 bis teilweise über 100 mm. In den übrigen Gebieten der Alpennordseite fielen zwischen 30 und 60 mm, in der West- und Nordwestschweiz 5 und 30 mm. Die Schneeschmelze trug zwischen 1600 und 2200 m zur Abflussbildung bei.


In der Folge stiegen die Abflüsse der Fliessgewässer stark an. An den kleineren Flüssen wurden die Höchstwerte im Verlaufe des heutigen Vormittags erreicht. Dabei wurden Abflüsse gemessen, die statistisch gesehen alle 2 bis 10 Jahre eintreten. 
Aare im Unterlauf Reuss und Hochrhein steigen zurzeit immer noch an. 
An der Thur, der Reuss und am Hochrhein liegen die Abflüsse momentan im Bereich der Gefahrenstufe 3, ansonsten im Bereich der Gefahrenstufe 2 (mässige Gefahr). 
An der Limmat wurde der Höchstwert heute Morgen erreicht, seither sinkt der Abfluss langsam. 
Die Wasserstände der grossen Seen der Alpennordseite steigen weiter an. Aktuell liegen sie noch unterhalb der Gefahrenstufe 2, abgesehen vom Zürich- und Bielersee, welche im Bereich der Gefahrenstufe 2 sind.


Weiterhin intensive Niederschläge erwartet
In der Nacht auf Sonntag konzentrieren sich die Niederschläge am zentralen und östlichen Alpennordhang, nämlich zwischen der Zentralschweiz und dem Vorarlberg, ganz lokal können in diesem Gebiet bis zu 80 mm Niederschlag fallen. Von Samstagmittag bis Mitternacht sind vom Berner Oberland bis zum östlichen Alpennordhang zwischen 30 und 60 mm Niederschlag zu erwarten. In der zweiten Nachthälfte nimmt die Niederschlagsintensität allmählich ab und ab Sonntagnachmittag sind keine signifikanten Niederschläge mehr zu erwarten. Die Schneefallgrenze liegt bei 1800 bis 2300 Metern. Nach Mitternacht sinkt sie allmählich auf 1600 bis 2100 Meter.

 


Lokale Überschwemmungen möglich
Die bereits Hochwasser führenden Fliessgewässer und Seen werden durch die weiteren Regenfälle und die Schneeschmelze erneut stark belastet.
Betroffen sind

  • Thur
  • Töss
  • Glatt
  • Linth
  • Limmat
  • Sihl
  • Engelberger A
  • Kleine Emme
  • Reuss unterhalb des Vierwaldstättersees
  • Emme und Aare unterhalb des Bielersees
  • Hochrhein
  • Birs
  • sowie auch alle mittleren und kleineren Gewässer im betroffenen Gebiet

 

Die Abflüsse aller Fliessgewässer der zentralen und östlichen Landesteilen werden in der Nacht auf Sonntag wieder zu steigen beginnen. An der Aare und der Reuss werden die Pegel ab Samstagabend langsam sinken, jedoch auf erhöhtem Niveau bleiben.. An den bekannten kritischen Stellen ist - insbesondere entlang von Reuss, Aare und Hochrhein - mit lokalen Überschwemmungen zu rechnen. Hochwasserbedingt werden Boden-, Walen- und Zürichsee sowie der Bielersee ebenfalls stark ansteigen, jedoch zeitlich verzögert ihren Höchststand erst am Sonntag oder Montag erreichen. Wegen den hohen Niederschlagsmengen und den bereits stark gesättigten Böden kann es lokal auch zu weiteren Hangrutschungen kommen.

Die verantwortlichen Bundesstellen beobachten und beurteilen die Lage rund um die Uhr. Sie sind in Kontakt mit den kantonalen Behörden. Diese verfügen zusammen mit den lokalen Behörden dank der Gefahrenkarten und Notfallplanungen über Grundlagen für die Ereignisbewältigung. Den Anweisungen der lokalen Behörden ist in jedem Fall Folge zu leisten.

 

Kontakt
Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, Kommunikation, Tel. 044 256 94 10, media@meteoschweiz.ch

 

Bundesamt für Umwelt, Medienstelle, Tel. 031 322 90 00


WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Kommunikation, Tel. 081 417 02 17

 

BAFU

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