MeteoSchweiz testet im Frühling 2010 ihr neues Vorhersagemodell für den Pollenflug COSMO-ART. Erstmals wird damit am Beispiel der Birke, einer der hoch allergenen Pflanzen in der Schweiz, der Pollenflug vorhergesagt: Wann werden die Pollen freigesetzt, wohin breiten sie sich aus und wo werden sie abgelagert. Damit sind Pollenprognosen für jeden beliebigen Punkt der Schweiz möglich. Verlaufen die Tests erfolgreich, bietet MeteoSchweiz die Vorhersagen ab 2011 auf www.pollenundallergie.ch an.
Mehr als 20 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer leiden an Allergien und ein grosser Teil davon steht im Zusammenhang mit Pollen. Derjenige, der weiss, wann und wo wie viele Pollen zu erwarten sind, kann sich schützen, rechtzeitig Medikamente einnehmen oder Freizeitaktivitäten in besonders betroffenen Gebieten vermeiden. Deshalb betreibt das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz in Zusammenarbeit mit aha!, dem Schweizerischen Zentrum für Allergie, Haut und Asthma, die Internetseite www.pollenundallergie.ch, wo sich Betroffene über den aktuellen Pollengehalt in der Luft, über vergangene und mögliche zukünftige Belastungen sowie über die Eigenschaften der allergenen Pflanzen eingehend informieren können.
Nun soll die Pollenprognose noch aktueller, noch feiner aufgelöst und noch genauer werden. Bekannt ist, dass das Wetter alle Stadien der Pollenausbreitung massgeblich beeinflusst. Warme und eher trockene Bedingungen fördern die Blüte, eine frische Brise begünstigt die Pollenfreisetzung, starker Wind begünstigt den Transport über grosse Distanzen, und Niederschlag wäscht die Pollenfracht aus der Luft aus. Deshalb arbeitet die Gruppe Bio- und Umweltmeteorologie von MeteoSchweiz seit einigen Jahren daran, das Wetter-Vorhersagemodell COSMO für die neue Funktion 'Pollenvorhersage' auszubauen. Sie hat etwa ein Blühbeginnmodell entwickelt, das die Blütezeit und die Pollenfreisetzung allergener Pflanzen mit den Wetterbedingungen der vorangehenden Wochen und Monate verknüpft. Ebenso mussten die Emissionscharakteristik und die Auswaschung der Pollen durch den Regen modelliert und die genaue Verbreitung der allergenen Pflanzen in einem Gebiet, das halb Europa umfasst und damit die Pollenbelastung in der Schweiz beeinflussen kann, aus Karten, aus der Waldverteilung und aus Landnutzungskategorien erarbeitet werden.
All diese neuen Modellkomponenten sind in COSMO-ART zusammengefügt, einer neuen Version des Wettervorhersagemodells COSMO von MeteoSchweiz, das neben Wetterprognosen auch Pollenflugprognosen erlaubt. Das Modell berücksichtigt lokale Wetterereignisse ebenso wie die lokale Verteilung der Pflanzen sowie deren Aktivierung. Am Beispiel der Birke – eine der hoch allergenen Pollenarten hierzulande – erstellen die Umweltmeteorologinnen und -meteorologen im Frühling 2010 in einer Testphase erstmals Pollenprognosen mit COSMO-ART.
Die neuen Prognosen werden anhand der Messdaten des nationalen Pollenmessnetzes (NAPOL) überprüft. Verlaufen die Tests in dieser Birkensaison erfolgreich, wird MeteoSchweiz schon bald Pollenprognosen für jeden beliebigen Punkt der Schweiz anbieten – und nicht nur für ausgewählte Lokalitäten, wie das heute der Fall ist. Allergikerinnen und Allergiker in der Schweiz können sich dann auf der Internetplattform www.pollenundallergie.ch, aber auch über den Pollen-Newsletter oder SMS-Prognosen von MeteoSchweiz und aha! darüber informieren, welche Pollenbelastung an ihrem Wohn- oder Arbeitsort oder an ihrer Feriendestination in den nächsten Tagen zu erwarten ist.
Weitere Informationen
Bärbel Zierl, Informationsbeauftragte der MeteoSchweiz, media@meteoschweiz.ch, Tel 044 256 9351
Medienmitteilung von aha!


