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25. Dezember 2013

 

Weihnachtswetter: eine erste Zwischenbilanz

 

 

Die vorausgesagte starke Sturmlage in den östlichen Alpen für die Nacht auf Weihnachten hat zum drittheftigsten Föhnsturm auf dem Gütsch (Kanton Uri) und zum zweitheftigsten Föhnsturm in Chur geführt. Zudem gab es infolge des Föhns die wärmste Dezembernacht in Chur seit Messbeginn.

In den Bergen der Alpensüdseite besteht bis morgen Mittag am Stephanstag weiterhin die Gefahrenstufe 4 für ergiebigen Schneefall. Auf der Alpennordseite sinkt die Schneefallgrenze auf 500 - 800 Meter.

 

Drittheftigster Föhnsturm auf dem Gütsch

Der Föhnsturm vom 24./25. Dezember 2013 entwickelte sich am klassischen alpinen Föhnstandort Gütsch ob Andermatt (2287 m ü.M.) mit einer Windspitze von 208 km/h zum drittheftigsten Föhnsturm seit Messbeginn im Jahr 1981. Ein Föhnsturm von dieser Stärke am Messstandort Gütsch ist im Schnitt nur etwa alle10 Jahre zu erwarten. Höhere Föhn-Windspitzen erreichten nur die Stürme vom 17. Dezember 1983 mit 226 km/h und vom 7. Januar 1994 mit 219 km/h. Ähnlich hoch mit 204 km/h lag die Windspitze vor rund eineinhalb Jahren während des Föhnsturms vom 29. April 2012. Windspitzen von ähnlicher Höhe mit je 213 km/h gab es am Messstandort Gütsch auch während der beiden Weststürme Vivian vom 27. Februar 1990 und Martin (Nachläufer von Lothar) vom 27. Dezember 1999.

 

Rekordwerte Gütsch (2287 m ü.M.)

 

Rekordwerte
Rang
Datum Böenspitze 
in m/s
Böenspitze 
in km/h
Sturmart
1 17.12.1983 62.8 226 Föhnsturm Rang 1
2 07.01.1994 60.7 219 Föhnsturm Rang 2
3 27.02.1990 59.2 213 Weststurm
4 27.12.1999 59.1 213 Weststurm
5 25.12.2013 57.9 208 Föhnsturm Rang 3  
6 29.04.2012 56.6 204 Föhnsturm Rang 4

 

Zweitheftigster Föhnsturm in Chur

Chur erlebte in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 2013 mit einer Windspitze von 110 km/h den zweitheftigsten Föhnsturm seit Messbeginn 1981. Nur unbedeutend höher lag hier die bisher höchste Windspitze von 113 km/h, gemessen während des Föhnsturms vom 26. September 2012.
In Chur bringen Föhnstürme die höchsten Windspitzen. Der Weststurm Vivian vom 27. Februar 1990 erreichte in Chur ein Maximum von 102 km/h und liegt damit auf Rang 5. Lothar vom 26. Dezember 1999 hat Chur nur ganz schwach gestreift.

 

Rekordwerte Chur (556 m ü. M.)

 

 

Rekordwerte
Rang
Datum Böenspitze 
in m/s
Böenspitze 
in km/h
Sturmart
1 26.09.2012 31.5 113 Föhnsturm Rang 1
2 25.12.2013 30.5 110 Föhnsturm Rang 2
3 29.04.2012 30.3 109 Föhnsturm Rang 3
4 18.12.1989 28.4 102 Föhnsturm Rang 4
5 27.02.1990 28.3 102 Weststurm

 

Rekordnahe Föhnböen auch in Vaduz

Am Messstandort Vaduz gehört der Föhnsturm vom 24. auf den 25. Dezember 2013 mit einer Windspitze von 130 km/h zu den zehn heftigsten Föhnstürmen seit Messbeginn 1981. Fünf davon haben hier ähnliche hohe Windspitzen zwischen 130 und 134 km/h gebracht. Nur drei Föhnstürme waren mit Windspitzen zwischen 138 und 149 km/h wesentlich heftiger. Die höchsten Windspitzen in Vaduz brachten die Weststürme Lothar vom 26. Dezember 1999 mit 165 km/h und jener vom 26. Januar 1995 mit 157 km/h.

 

Wärmste Dezembernacht in Chur

Der heftige Föhnsturm vom 24. auf den 25. Dezember 2013 überflutete das Churer Rheintal mit ungewöhnlich warmer Luft und bescherte damit der Region die wärmste Dezembernacht in der über 40-jährigen Messperiode. Während der ganzen Nacht lag die Temperatur am Messstandort Chur nie tiefer als 12.4 Grad und stieg in den frühen Morgenstunden mit den heftigsten Windböen sogar bis auf 14.4 Grad an. In Chur war Weihnachten also nicht nur eine wilde, sondern vor allem eine milde Nacht.

Die in Chur bisher mildesten Dezembernächte vom 6.12.2006 und vom 8.12.2000 zeigten je einen Tiefstwert von 11.8 Grad.

 

Gesamtes Ereignis noch nicht zu Ende

Das Sturmtief nördlich von Schottland zieht weiter ab. Die markante Föhnlage im Alpenraum geht am Mittwoch allmählich zu Ende. Gleichzeitig fielen in den Bergen des Mittel- und Nordtessins staubedingt bis Mittwochmittag bereits 40 bis 60 cm Neuschnee. Diese Niederschläge greifen auch auf die nördlich angrenzenden Regionen über und dürften am Donnerstag noch länger anhalten. So sind insgesamt im Mittel- und Nordtessin, Bergell und Puschlav 100 bis 140 cm Neuschnee zu erwarten. In den nördlich angrenzenden Regionen vom Oberwallis über das östliche Berner Oberland, die Zentralschweizer Berge und Mittelbünden bis ins Oberengadin werden bis Donnerstagabend 40 bis 70 cm Neuschnee erwartet. Die Schneefallgrenze sinkt im Norden auf 500 bis 800, im Süden gegen 1000 Meter.

 

Laufend aktuelle Informationen finden Sie auf der MeteoSchweiz Webseite oder auf der MeteoSwiss App.

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