Das Pollenjahr 2011
Aufgrund der milden Witterung Anfangs Jahr begann der Pollenflug von Hasel und Erle bereits im Januar 2011. Der wärmste Frühling seit Messbeginn führte vor allem im April zu einem Feuerwerk an Pollen: gleichzeitig oder nur mit ganz kurzem Abstand waren Eschen-, Birken-, sehr hohe Mengen an Buchen- und Eichenpollen und bereits die ersten Gräserpollen in der Luft. Die Gräserpollensaison war in der Deutschschweiz etwas stärker als normal, in der Westschweiz war sie deutlich schwächer.
Beginn der Pollensaison
Aufgrund der milden Witterung am Anfang des Jahres begann der Pollenflug von Hasel und Erle bereits im Januar mit einer Verfrühung von 2-4 Wochen. Erste Eschen- und Birkenpollen traten ab der dritten Märzdekade auf. Dieser Termin liegt knapp eine Woche früher als das Mittel, ausser im Tessin wo die Saison mit leichter Verspätung begann. Die sehr milden Temperaturen Anfang April beschleunigten die Vegetationsentwicklung. Buchen und Eichen begannen 2-3 Wochen früher zu blühen und mit demselben Vorsprung begann auch die Gräserblüte. Bereits ab Mitte April konnten in der ganzen Schweiz regelmässig Gräserpollen gemessen werden. Der Blühbeginn von Beifuss und Ambrosia im Sommer variiert allgemein nur sehr wenig, da die Tageslänge ein wichtiger Faktor für die Blüte dieser Arten ist.
Figur 1: Beginn der Gräserpollensaison in Basel 2011 über 2 Wochen früher
Dauer der Pollensaison
Eine sehr lange Pollensaison wiesen aufgrund des frühen Blühbeginns die Hasel, die Erle und auch die Gräser auf. Bei den Baumpollen (Birke, Esche, Hagebuche, Platane und Eiche) war die Dauer der Blüte jedoch kürzer als normal. Sehr kurz fiel vor allem die Birkensaison in der Westschweiz und im Tessin aus. Möglicherweise hatte das sehr sonnige Aprilwetter einen Einfluss, indem die Bäume alle gleichzeitig blühten und ihre Blütezeit kaum durch Schlechtwettereinbrüche unterbrochen wurde.
Figur 2: Sehr kurze Birkenpollensaison in Lugano 2011
Intensität der Pollensaison
Eine sehr intensive Pollensaison wiesen Haseln, Buchen und Eichen auf. Dabei wurden an vielen Stationen die höchsten Saisonalen Pollenindices (totale Pollensummen) der Vergleichsperiode erreicht. Sehr unterschiedlich war die Intensität bei Erlen, Birken und Eschen: während in der Deutschschweiz meist sehr hohe Pollenmaxima und Pollenindices gemessen wurden, zeigte die Westschweiz und das Tessin eher eine schwache Saison der Baumpollen. Auch bei den Gräserpollen zeigte sich diese Zweiteilung: die Deutschschweiz und das Tessin hatten eine deutlich intensivere Gräserpollensaison als die Westschweiz. Die Beifusspollensaison lag ungefähr im Mittel, während die Ambrosiasaison an vielen Stationen zu den stärksten gehörte.
Figur 3: Aussergewöhnlich intensive Buchenpollensaison in Bern 2011
Ausführlicher Bericht über den Pollenflug 2011
Luftpollengehalt_in_der_Schweiz_2011.pdf, 2.1 MB
