Satellitenbild (sichtbarer Kanal) mit ausgewählten Bodenstationen (Temperaturwerte) von heute Mittag 12 UTC
gross.png, 587 KBHeute Freitag lag die Schweiz im Einflussbereich eines Höhentiefs. Es lag gestern Mittag mit seinem Zentrum noch über Polen, zog in der Folge rasch weiter zu den Ostalpen und kommt am Freitagabend über dem Golf von Genua zu liegen.
Im Vorfeld dieses Höhentiefs setzten gestern Abend insbesondere in der Nord- und Ostschweiz schwache Schneefälle ein. In folgenden Regionen fielen 5 bis 10 Zentimeter lockerer Pulverschnee: vom Appenzellerland über das untere Toggenburg bis zum Tösstal, vom Eigenthal/Pilatus über das Entlebuch bis ins nördliche Emmental, im Taminatal bei Vättis und in Montenol südlich von Delsberg. In allen anderen Region fielen weniger, vielerorts gar nur ein Fläumchen.
Der Wettercharakter gestaltete sich heute tagsüber wechselhaft, auf der Alpennordseite meistens stark bewölkt. Kaum Sonne gab es den Voralpen entlang und in der Ostschweiz. 3 bis 5 Stunden waren es in der Westschweiz, im Wallis und in Graubünden und 4 bis 6 Stunden im Tessin. Im Mittelland wehte eine mässige Bise, in den Alpentälern ein kalter Talwind und auf der Alpensüdseite ein böiger Nordwind.
Mit dem Höhentief wurde hochreichend kalte Luft herangeführt. Auf den Bergen gab es einen regelrechten Temperatursturz. Heute Mittag wurden um 10 bis 13 Grad tiefere Temperaturen gemessen als noch vor 24 Stunden. Auf dem 2100 Meter gelegenen Pilatus sank das Thermometer von -7 Grad auf -20 Grad, und auf dem 3300 Meter hohen Piz Corvatsch von -17 auf -28 Grad (siehe Grafik unten). Die -28 Grad bedeuteten denn auch den tiefsten Wert in der nun seit mehr als einer Woche anhaltenden Kältewelle.
Aber auch der Temperaturunterschied zwischen der Ost- West- und Südschweiz war bemerkenswert, wenn auch nicht ungewöhnlich. Am Bodensee betrug das Temperaturmaximum -7 Grad, am Genfersee -4 Grad und am Langensee +1 Grad.
Als Folge der Kältewelle sind nun viele kleiner Gewässer im Mittelland zugefroren und begehbar. Der Hafen von Rapperswil wurde offiziell das erste Mal seit 24 Jahren freigegeben. Der Kanton Zürich hat übersichtshalber ein Eisbulletin aufgeschaltet.
Pech hatte man beim Greifensee. Bei den letzten Vorbereitungen vor der Freigabe bildete sich heute Morgen beim 11.5 cm bis 13 cm dicken Eis ein meterbreiter Riss. Daraufhin entschlossen sich die Verantwortlichen, den See aus Sicherheitsgründen doch nicht freizugeben.
MeteoSchweiz Wetterkamera Yverdon, Bild 10.00 UTC. Das Eis auf dem Neuenburgersee wird wegen der Bise am Südwestufer regelrecht gestaut.
gross.jpg, 349 KBTemperaturverlauf der letzten 24 Stunden auf dem Pilatus und Piz Corvatsch. Man erkennt den Temperatursturz von 10 bis 13 Grad.
gross.png, 14 KBEisbulletin vom Kanton Zürich: die meisten kleinen Seen werden freigegeben. Ob der Drittgrösste (Pfäffikersee) See des Kantons morgen Samstag auch noch folgt?
Quelle: www.kapo.zh.chgross.png, 15 KB








