Neue Raumfahrttechnologien unterstützen die Meteorologie und Klimatologie
Die MetOp-Familie besteht aus 3 Satelliten (MetOp-A, MetOp-B und MetOp-C), die nacheinander ins All geschickt werden und den operationellen Betrieb bis mindestens 2019 gewährleisten sollen. Die neuen Satelliten sind das Resultat aus der erfolgreichen Kombination von Bewährtem mit technologischen Neuerungen. Sie werden die Erde im Gleichtakt mit der Sonne, auf einer polaren Umlaufbahn, in ungefähr 800 km Höhe umkreisen. Die Instrumente der MetOp-Satelliten messen Wetterdaten und Umweltgrössen mit hoher räumlicher Auflösung und ergänzen damit die zeitlich hochaufgelösten Daten der Meteosat Satelliten, die in einer geostationären Umlaufbahn fliegen.
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Am 19. Oktober ist MetOp-A, der erste europäische, polarumlaufende Wettersatellit von Baikonur in Kasachstan aus gestartet. Er wird die bereits höchst erfolgreichen europäischen Meteosat-Satelliten, die in geostationärer Umlaufbahn kreisen, ergänzen und sich in ein integriertes System mit den USA zur Bereitstellung besserer Wetter- und Klimainformationen einfügen. soyuz-on-launchpad.jpg, 145 KB |
In Partnerschaft mit dem polaren Wettersatelliten-System der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) bilden die neuen europäischen Satelliten das so genannte Initial Joint Polar System (IJPS), welches Daten zur Verbesserung von Wettervorhersagen und zur Überwachung des Klimas unseres Planeten liefern wird. Die NOAA-Satelliten werden jeweils die "Nachmittagsschicht" fliegen (d. h. sie überqueren den Äquator nachmittags Ortszeit). Europas MetOp-Satelliten hingegen verrichten den "Vormittagsdienst". Die drei in Auftrag gegebenen Satelliten, die alle so gut wie fertig produziert sind, sollen im Abstand von 5 Jahren gestartet werden. Damit wird ein kontinuierlicher Datenstrom bis mindestens 2019 gewährleistet.
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MetOp-A mit elf neuen Instrumenten bestückt
Für die MeteoSchweiz werden die Instrumente sehr detaillierte Informationen von verschiedenen Wetterereignissen liefern. Wetterelemente wie Nebel, Starkniederschläge oder Gewitter, die sehr lokal auftreten, können so besser erfasst werden. Die präzisen Daten der neuen Satelliten werden auch die Resultate der Wettermodelle, wie z.B. diejenigen des alpinen Lokalmodells (aLMo) der MeteoSchweiz, positiv beeinflussen.
Einige Instrumente sollen sowohl Meteorologen als auch Klimaforschern verbesserte Fernerkundungskapazitäten zur Verfügung stellen. Bei diesen Instrumenten handelt es sich um das

Spektrometer IASI zur Messung von sehr genauen Temperatur- und Feuchtigkeitsprofilen,

das Spektrometer GOME-2 zur Untersuchung der Ozon- und Spurengaskonzentration in der Atmosphäre sowie

das Scatterometer ASCAT zur Messung der Windgeschwindigkeit und Windrichtung an der Oberfläche der Ozeane.
Erwähnenswert sind auch der Empfänger GRAS zur Erstellung von Atmosphärenprofilen aufgrund der Okkultation der Funksignale von GPS-Satelliten und die Mikrowellen-Feuchtigkeitssonde MHS, die zur besseren Charakterisierung des Wasser/Eis-Inhalts der Wolken dienen wird.
Schweizerische Beteiligung
Weitere Auskünfte:
MétéoSuisse Genève, Tamara Comment, Tel. 022 716 28 28
MeteoSchweiz Zürich, Gabriela Seiz, Tel. 044 256 91 11
SBF, Bereich Raumfahrt, Urs Frei, Tel. 031 322 96 91


