17. Februar 2009 / Stephan Bader, Thomas Schlegel
In den letzten rund 20 Jahren brachten die Winter oft sehr milde Durchschnitts-Temperaturen und das Flachland zeigte sich bedeutend häufiger braun statt winterlich weiss. Wahrscheinlich deshalb vermittelt der diesjährige Winter mit seinen häufigen Schneefällen bis in tiefe Lagen den Eindruck eines strengen Winters. Hinzu kommt, dass der erste massive Schneefall bis ins Flachland Ende Oktober die Wintersaison ungewohnt früh einläutete.
Doch wie streng ist der aktuelle Winter wirklich? An der Messstation Bern wurde bisher (Stand 17.02.2009) an 16 Tagen Neuschnee registriert (Abb. 1). Das entspricht genau dem Durchschnitt der gesamten Messreihe seit 1931.
Abbildung 1: Anzahl Tage mit messbarem Neuschnee in der Wintersaison 1931/32-2008/09 an der Messstation Bern. Als messbarer Neuschnee gilt eine Schneehöhe ab 1 cm.
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Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Schneesaison im Flachland bis in den Monat April dauern kann. Momentan stellt jedoch die Zahl der Schneefallereignisse an der Messstation Bern noch nichts Aussergewöhnliches dar.
Dies gilt über die ganze Messreihe betrachtet auch für die summierte Neuschneemenge (Abb. 2). Am Messstandort Bern kamen bisher 81 cm zusammen. Im Vergleich mit den schneearmen Jahren seit dem massiven Rückgang der Neuschneesummen ab 1990 ist dieser Wert zwar eher hoch, bezüglich der gesamten Messreihe seit 1931 aber nicht ungewöhnlich.
Abbildung 2: Aufsummierte Neuschneemenge in der Wintersaison 1931/32-2008/09 an der Messstation Bern.
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Extreme Anzahl Schneedeckentage
Ungewöhnlich hoch ist in Bern die Anzahl der Schneedeckentage (Abb. 3). Damit eine einigermassen geschlossene Schneedecke vorliegt, muss eine Schneehöhe von mehreren cm vorhanden sein. Deshalb wird hier ein Tag mit Schneedecke über eine Gesamtschneehöhe von mindestens 5 cm definiert. Am Messstandort Bern liegt der der diesjährige Winter mit 61 Schneedeckentagen an dritter Stelle in der gesamten Messreihe. Der Rekord mit 69 Schneedeckentagen stammt aus dem Winter 1962/63. Falls der aktuelle Winter noch etwas Schnee liefert, könnte dieser Rekord überboten werden.
Abbildung 3: Anzahl Schneedeckentage in der Wintersaison 1931/32-2008/09 an der Messstation Bern.
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Die extreme Anzahl Schneedeckentage in Bern ist ein regionales Phänomen. Sie kommt daher, dass die zwei intensiven Schneefallereignisse im vergangenen Dezember in der Region Bern besonders heftig waren. Mit 38 cm Gesamtschneehöhe wurde am Messstandort Bern der bisher höchste Dezember-Wert registriert. Durch die anschliessende Kaltphase, welche bis Mitte Januar 2009 dauerte, wurde die Schneedecke optimal konserviert.
An anderen Messstandorten im Flachland erreichte die Anzahl der Schneedeckentage keine speziell hohen Werte. Im wenige Kilometer entfernten Biel waren es bisher nur 19, in Zürich 39, in Basel 11 und in Genf 9 Tage. Dabei handelt es sich alles um durchschnittliche bis leicht überdurchschnittliche Werte.