09. Juli 2009 / Stephan Bader
Vom Sommer erwarten wir viel Sonnenschein, und dies speziell auf den Monat Juli hin mit dem Beginn der Sommerferien. Doch gerade zu dieser Zeit zeigte der Sommer auf der Alpennordseite im vergangenen Vierteljahrhundert eine ausgeprägte Neigung zu trüben Witterungsverhältnissen.
Häufig trüb vom 5. bis zum 8. Juli
Wie sonnig ein Tag ist, wird mit der relativen Sonnenscheindauer ausgedrückt. Dazu werden die tatsächlich gemessenen Sonnenstunden mit den für diesen Tag absolut möglichen Sonnenstunden verglichen. Absolut möglich heisst ununterbrochen Sonne vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang. Wenn also die Sonne wegen Wolken nur zur Hälfte der möglichen Zeit scheint, ergibt dies eine relative Sonnenscheindauer von 50 Prozent.
Der über die vergangenen 25 Jahre gemittelte Verlauf der relativen Sonnenscheindauer weist im Mittelland vom 5. bis zum 8. Juli ausgeprägt tiefe Werte auf (Abb. 1). Im Berggebiet kann sich diese Phase auch bis zum 9. Juli erstrecken. Dieses starke Signal im langjährigen Mittel der relativen Sonnenscheindauer heisst nichts anderes, als dass anfangs Juli auf der Alpennordseite häufig trübe Verhältnisse herrschen.
Abbildung 1: Der über 25 Jahre gemittelte Verlauf der täglichen relativen Sonnenscheindauer in den drei Sommermonaten Juni bis August für das Schweizer Mittelland. Basis sind die Messstationen Genève , Bern, Basel und Zürich.
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Auf der Alpensüdseite kommt der Einbruch in der relativen Sonnenscheindauer anfangs Juli ebenfalls zum Ausdruck (Abb. 2). Er ist allerdings weniger ausgeprägt und fällt auch weniger ins Gewicht, da auf der Alpensüdseite die Sonnenscheindauer bekanntermassen höher liegt als auf der Alpennordseite.
Abbildung 2: Der über 25 Jahre gemittelte Verlauf der täglichen relativen Sonnenscheindauer in den drei Sommermonaten Juni bis August, Messstation Lugano.
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Trübe Juliphase früher kein Thema
Die in den ersten Julitagen markant ausgeprägte Phase mit trüben Witterungsverhältnissen auf der Alpennordseite war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kein Thema im Sinne eines sehr regelmässig auftretenden Witterungsphänomens. Die Analyse der verfügbaren Daten der Periode 1901 bis 1950 ergibt für den gesamten Juli im Mittel einen sehr ausgeglichenen Verlauf der relativen Sonnenscheindauer (Abb. 3). Auch auf der Alpensüdseite ist in der Periode 1901 bis 1950 im Juli kein über mehrere Tage anhaltender markanter Einbruch in der relativen Sonnenscheindauer auszumachen (Abb. 4).
Abbildung 3: Der gemittelte Verlauf 1901-1950 der täglichen relativen Sonnenscheindauer in den drei Sommermonaten Juni bis August für das Schweizer Mittelland. Basis sind die Messstationen Bern, Basel und Zürich.
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Abbildung 4: Der gemittelte Verlauf 1901-1950 der täglichen relativen Sonnenscheindauer in den drei Sommermonaten Juni bis August, Messstation Lugano.
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Wie sonnig ist der Schweizer Sommer?
Ein ausführlicher Text zur Häufigkeit von Schönwettertagen im Sommer wurde bereits im Klimaausblick zum Sommer 2009 publiziert:
Wie sonnig ist der Schweizer Sommer?