MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

01. März 2007 / Thomas Schlegel, Peter Zbinden

 

Extrem warmer Winter

 

Die deutlich überdurchschnittlich warme Witterung im Winter 2006/07 fand auch im Februar ihre Fortsetzung. Die Temperaturen lagen bislang im Februar verbreitet 3 bis 4 Grad über dem Durchschnitt. Der Winter 2006/07 wird somit über die ganze Schweiz betrachtet als wärmster Winter seit Messbeginn in die Wetteraufzeichnungen eingehen.

 

Grafik: Die Temperaturreihe der Schweiz setzt sich aus 12 repräsentativen Messreihen zusammen.

Datengrundlage: 1.Dezember 2006 bis 28.Februar 2007.
Homogene Messreihen

 

Nach zwei eher kühlen und zum Teil auch im Flachland schneereichen Wintern führt der diesjährige Winter die Reihe mehrheitlich zu warmer Wintermonate der letzten Jahrzehnte fort. Die Wintermonate zeigen seit Mitte der 1970er Jahre ein deutliches Signal hin zu höheren Monatsmitteltemperaturen. Eine Entwicklung, die mit den Vorhersagen der globalen Klimamodelle, welche den Effekt der anthropogenen Treibhausgase aufs Klima enthalten, konsistent ist.

 

Regional Rekordwerte

Neue höchste Temperaturmittel ergaben sich für die tiefen Lagen der Nordwestschweiz, das Mittelland, den Talboden des Engadins und für die meisten Orte der Alpensüdseite. In fast allen übrigen Gebieten war der Winter 2006/07 der zweitwärmste der Messreihen, denn in höheren Lagen der Alpen und auf den Jurahöhen war der Winter 1989/90 noch etwas milder gewesen. Im Raum von Genf und in den tiefen Lagen der Hauptalpentäler blieb der Winter 2000/01 der bislang mildeste. In den Hauptföhngebieten wirkte sich das seltene Auftreten des Föhn so stark aus, dass der aktuelle Winter nicht unter den zwei wärmsten figuriert.

 

Datengrundlage: 1.Dezember 2006 bis 28.Februar 2007.

 

 

 

Temperaturwerte ausgewählter Stationen

 

Tabelle mit Werten einzelner Stationen

Gab es Anzeichen für die aktuelle Wärme?

MeteoSchweiz veröffentlicht im Internet seit einiger Zeit einen Klimaausblick. Im Klimaausblick wird auf ausgewählte klimatologische Besonderheiten der folgenden Jahreszeit eingegangen. Zusätzlich wird jeweils eine Angabe über die zu erwarteten Temperaturverhältnisse gemacht. Im Klimaausblick vom vergangenen November 2006 wurde für den aktuellen Winter 2006/07 eine überdurchschnittliche Temperatur vorhergesagt.

 

Ausgeprägte Schneearmut

Die seit Monaten andauernde viel zu warme Witterung hatte auch Auswirkungen auf die Schneesituation. Insbesondere im Flachland sowie am Alpennordhang fiel bislang sehr wenig Schnee. Dies zeigt sich deutlich in der Anzahl Tage mit messbarem Neuschnee. So fielen zum Beispiel in Zürich bislang nur gerade an 2 Tagen insgesamt 12 cm Schnee während im langjährigen Mittel 16 Schneefalltage mit einer Neuschneesumme von ca. 70 cm zu erwarten sind. Noch weniger Schnee wurde seit 1931 nur im Winter 1989/90 verzeichnet, in dem in Zürich ebenfalls nur an 2 Tagen Neuschnee von insgesamt 3 cm fiel. Auswertungen weiterer Flachlandstationen zeigen ein ähnliches Bild.

 

Aber nicht nur das Flachland war von der Schneearmut betroffen. Auch in den Voralpen herrschte Schneeknappheit. In einem durchschnittlichen Winter würden zum Beispiel in Einsiedeln 27 Tage mit Schneefall mit einer Neuschneesumme von rund 2 Meter erwartet. In diesem Winter fielen an 12 Tagen nur gerade 55 cm Neuschnee. Zudem schmolz aufgrund der hohen Temperaturen der gefallene Schnee zwischenzeitlich wieder weg, weshalb phasenweise kein Schnee lag.

 

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