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Schwache Störung im Osten

30. April 2019, 7 Kommentare
Themen: Wetter

Während der Tag im Westen bereits mit viel Sonnenschein begann, war die Bewölkung der schwachen Störung im Osten ziemlich hartnäckig und lockerte sich erst gegen Abend auf. Obwohl auch der Süden von Wolkenfeldern gestreift wurde, war es mit Nordwind erneut freundlich und warm.

HRV-Satellitenbild überlagert mit der Sonnenscheindauer der letzten 10 Minuten (in Zahlen) um 13 Uhr UTC. Auch am Nachmittag war die Bewölkung der schwachen Störung, die uns gestreift hat, in den nördlichen und östlichen Landesteilen noch ziemlich dicht und lockerte sich nur langsam auf. EUMETSAT, MeteoSchweiz
HRV-Satellitenbild überlagert mit der Sonnenscheindauer der letzten 10 Minuten (in Zahlen) um 13 Uhr UTC. Auch am Nachmittag war die Bewölkung der schwachen Störung, die uns gestreift hat, in den nördlichen und östlichen Landesteilen noch ziemlich dicht und lockerte sich nur langsam auf. EUMETSAT, MeteoSchweiz
Vergrösserte Ansicht: Bodenwetterkarte mit Fronten vom 30.04.2019 um 6 Uhr UTC. Am Morgen streifte eine schwache Störung in Form einer Okklusion aus Nordosten vor allem die Deutschschweiz.
Bodenwetterkarte mit Fronten vom 30.04.2019 um 6 Uhr UTC. Am Morgen streifte eine schwache Störung in Form einer Okklusion aus Nordosten vor allem die Deutschschweiz.
Deutscher Wetterdienst

Der Alpenraum lag heute zwischen einem Hochdruckgebiet über der Nordsee und einem Tiefdruckgebiet über Südosteuropa in einer nordöstlichen Höhenströmung. Am frühen Morgen streifte aus Nordosten eine schwache Störung die östlichen Landesteile, bevor im Tagesverlauf auf der Vorderseite eines sich aufbauenden Höhenrückens langsam trockenere Luft zur Schweiz gelangte.

Die erwähnte schwache Störung führte in den Morgenstunden vor allem dichte Bewölkung zur Deutschschweiz, vereinzelt gab es auch ein paar Tropfen. Die Bewölkung hielt sich im Tagesverlauf etwas hartnäckiger als erwartet und lockerte sich erst gegen Abend langsam auf. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass der Aufbau des Höhenrückens im Westen und die damit einhergehende Subsidenz (grossräumiges Absinken der Luft in einem Hochdruckgebiet)  noch nicht so stark ausgeprägt waren. Zudem breitete sich die Stratocumulusbewölkung im Tagesverlauf zwischenzeitlich wieder an einer Inversion auf etwa 1500 Metern aus. Diese Inversion ist in der Radiosondierung von Payerne um 12 Uhr UTC gut erkennbar. Ebenfalls ersichtlich ist die zunehmende Abtrocknung der Luftmasse von oben im Vergleich zur Radiosondierung um 00 Uhr UTC.

Vergrösserte Ansicht: Radiosondierungen von Payerne vom 30.04.2019 um 00 Uhr UTC (links) und 12 Uhr UTC (rechts). In der Höhe hat in Payerne bereits eine langsame Abtrocknung und in den unteren Schichten eine leichte Erwärmung stattgefunden.
Radiosondierungen von Payerne vom 30.04.2019 um 00 Uhr UTC (links) und 12 Uhr UTC (rechts). In der Höhe hat in Payerne bereits eine langsame Abtrocknung und in den unteren Schichten eine leichte Erwärmung stattgefunden.
MeteoSchweiz

Auch im Süden zogen am Vormittag zeitweise dichtere Wolkenfelder dieser Störung vorüber. Diese schränkten die Sonnenscheindauer dort jedoch nur kurzzeitig ein. Mit einem Nordüberdruck von tagsüber 7 bis 10 hPa und Nordwind, der teilweise bis in die Niederungen wehte, war die Alpensüdseite heute wiederum wetterbegünstigt. Der Nordwind erreichte in den Niederungen Böenspitzen von knapp 50 km/h und war damit nicht mehr so stark ausgeprägt wie in den vergangenen Tagen.

Vergrösserte Ansicht: Blick von Chexbres über den Genfersee Richtung Südwesten um 15:20 Uhr.
Blick von Chexbres über den Genfersee Richtung Südwesten um 15:20 Uhr.
Roundshot.com/Chexbres Commune

In der Genferseeregion sorgte die Bise in der oft klaren Nacht für eine gute Durchmischung und verhinderte somit, dass es verbreitet zu Bodenfrost kam. Tagsüber verstärkte sich die Bise und blies am Nachmittag mit Böenspitzen von rund 50 km/h in St-Prex und Nyon/Changins. Aufgrund der meist starken Bewölkung konnten die Tiefstwerte im Osten und Norden des Landes nicht unter 5 bis 7 Grad sinken. Mit Nordwind gab es im Süden abermals eine relativ milde Nacht mit Tiefstwerten um 10 Grad.

Vergrösserte Ansicht: Blick von Murten Richtung Norden um 7 Uhr (oben) und 15:50 Uhr (unten). Hier in Murten lockerte die Bewölkung bereits am Vormittag auf und machte der Sonne Platz.
Blick von Murten Richtung Norden um 7 Uhr (oben) und 15:50 Uhr (unten). Hier in Murten lockerte die Bewölkung bereits am Vormittag auf und machte der Sonne Platz.
Roundshot.com/Morat-Murten Tourismus.
Vergrösserte Ansicht: Temperaturmaxima am 30.04.2019 bis 18 Uhr Lokalzeit an ausgewählten Stationen.
Temperaturmaxima am 30.04.2019 bis 17 Uhr Lokalzeit an ausgewählten Stationen.
MeteoSchweiz

Die schwache Störung hat heute nicht nur für Bewölkung im Osten gesorgt, sondern hat in den unteren Luftschichten auch etwas wärmere (oder eher weniger kühle) Luft zum Alpenraum geführt. Dies hatte zur Folge, dass die Temperaturhöchstwerte (Redaktionsschluss um 17 Uhr Lokalzeit) trotz ähnlicher Sonnenscheindauer in allen Landesteilen höher waren als am Vortag. Im Westen und im Süden waren die Temperaturen 4 bis 6 Grad höher, während im Osten mit kaum etwas Sonnenschein die Temperaturen 1 bis 3 Grad höhere Werte erreichten.

Kommentare (7)

  1. Doris, 01.05.2019, 21:51

    Also jetzt normal: vielen Dank für die immer Mega Super Informationen zum Wetter. Und überhaupt: es ist sicher nicht einfach für Euch Meteorologen. Es wird doch auch für Euch immer schwieriger. Darum schätze ich Eure Arbeit sehr. Ihr müssst immer präsent sein. Tag und Nach! Bravo..........👍

  2. Doris, 01.05.2019, 21:32

    Am Abend bin ich chronisch müde, aber kann den Super Blog noch ohne Zeitnot lesen. Dann gehe ich einfach akut ins Bett..........🙋‍♀️😅

  3. Doris, 01.05.2019, 10:33

    Am Morgen lese ich akut den wunderbaren Blog während ich chronisch 2 Kaffe trinke, dann gehe ich ohne Zeitnot zur Arbeit.

  4. renato59, 01.05.2019, 07:52

    Es zeigte sich gestern wieder einmal, dass die Unterscheidung des Wetters nach Deutschschweiz und Westschweiz, wie sie von Meteoschweiz und anderen Wetterfröschen seit Jahrzehnten praktiziert wird, unsinnig ist. Die Saane ist nun mal einfach keine Wetterscheide! Gestern z.B. war die Bewölkung eben gerade nicht in der ganzen Deutschschweiz ausgeprägt, vielmehr hatten wir hier in der Region Bern „Westschweizer-Wetter“, d.h. es war überwiegend sonnig. Ich möchte Ihnen daher empfehlen, auf diese letztlich unwissenschaftliche „Wetter-Sprachgrenze“ zu verzichten und stattdessen besser von zentralen/östlichen bzw. westlichen Landesteilen zu sprechen. Dies würde der Sache besser gerecht.

  5. Antoine-Pierre Daepp, 30.04.2019, 19:19

    Guten Abend, Iist gut, Ihr neuer tägl. Gesamtwetter-Überblick! Danke! Aber in unserer Zeit der chronischen Zeitnot auch hinsichtlich Lesen wären hier markante Zwischentitel im laufenden Text, vielleicht gar in Farbe, sehr hilfreich, oder ev. mit uns Lesern via eine „Legende“ vereinbarte Emojis(? hätte ja etwa 16 davon).
    Mit besten Wetterwünschen für sie Alle
    A.-P. Daepp, Bern

    1. Hans Wiesendanger, 30.04.2019, 19:34

      Ist nicht nötig. 1. Ich nehme mir die Zeit, um es ganz gemütlich zu lesen. 2. Die schönen Bilder genügen mir als Unterbrechung. Emojis auch mit Legende dünken mich fantasielos.

    2. Jürg Scheidegger, 01.05.2019, 01:07

      Also ich habe keine chronische Zeitnot. Auch keine akute. Ein paar Minuten täglich sollten doch allen noch bleiben, um (für einem) relevante Informationen zu lesen …?