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Wolken, Sonne, etwas Niederschlag

16. April 2019, 3 Kommentare
Themen: Wetter

Während wir heute in der Deutschschweiz von der Sonne noch weitgehend verwöhnt wurden, sorgte in der Westschweiz eine Störungszone von Beginn weg für eine kompakte Wolkendecke, aus der allmählich Niederschlag fiel. Am Alpensüdhang staute sich die Bewölkung, es blieb aber vorerst trocken.

Sonne, Wolken, aber noch kein Niederschlag zeigt der morgendliche Ausblick vom Uetliberg Richtung Zürichsee. Zum Teil sind flockenartige Wolken erkennbar. Diese sind während der warmen Jahreszeit oft erste Anzeichen für abendliche Schauer oder Gewitter. Bild: www.roundshot.com
Sonne, Wolken, aber noch kein Niederschlag zeigt der morgendliche Ausblick vom Uetliberg Richtung Zürichsee. Zum Teil sind flockenartige Wolken erkennbar. Diese sind während der warmen Jahreszeit oft erste Anzeichen für abendliche Schauer oder Gewitter. Bild: www.roundshot.com

Allgemeine Wetterlage

Die Schweiz lag heute am Südrand eines umfangreichen und kräftigen Hochdruckgebiets mit Zentrum über Skandinavien. Eine zu einem kleinen Tief über dem Ärmelkanal gehörende Okklusion zog heute von Frankreich Richtung Alpenraum. Erste Ausläufer dieser Störung erreichten schon in der Nacht auf heute die Westschweiz. Mit dem damit verbundenen Druckfall entstand auf heute über den Alpen ein Südüberdruck, der eine schwache Föhntendenz in den unteren Luftschichten bewirkte. Der Föhn bremste die Verlagerung der Okklusion merklich ab, so dass diese erst gegen den Abend hin unter Abschwächung über die Alpennordseite hinweg zog.

 

Zwei- bis dreigeteilte Schweiz

Die heutige Verteilung der Sonnenscheinstunden zeigt eine markante zwei- bis dreigeteilte Schweiz. Während in der Westschweiz, namentlich in der Genferseeregion die Sonne sich nicht am Himmel blicken liess, wurden die zentralen, vor allem aber die östlichen Landesteile inkl. Bündnerland zumindest bis am frühen Nachmittag von ihr verwöhnt. Das Wallis wie auch die Alpensüdseite erhaschten zum Teil etwas Sonne, die Menge blieb aber meist in einem bescheidenen Ausmass.

 

Zweigeteilte Schweiz

Wolken haben auch etwas „gutes“ an sich, besonders in Frühlingsnächten. Sie verhindern eine allzu starke nächtliche Abkühlung und sorgen somit für moderate Temperaturen am frühen Morgen. So geschehen auch heute. Während in der bewölkten Westschweiz sowie im wolkenverhangenen Tessin die Minimas meist deutlich über dem Gefrierpunkt lagen, schwankten diese in den zentralen und östlichen Landesteilen um den Gefrierpunkt, bodennah lagen sie gar mit bis unter -3 Grad in der Region Zürich deutlich darunter.

 

Eine Schweiz

Es brauchte etwas Zeit, aber im Laufe des Nachmittags zog die erwähnte Okklusion langsam ostwärts und sorgte dafür, dass allmählich der Himmel über der ganzen Schweiz mit mehr oder weniger dichter Bewölkung überzogen wurde. Allmählich breitete sich der Niederschlag Richtung Ost aus, sodass wahrscheinlich bis zur Nacht alle Regionen der Schweiz etwas Niederschlag erhalten werden, auch wenn zum Teil nur wenige Regentropfen oder in der Höhe einzelne Schneeflocken vom Himmel fallen werden.

 

Inhomogene Maxima

Während in der bedeckten Westschweiz die Temperaturmaxima Werte von nur knapp über 10 Grad erreichten, lagen diese im sonnigen Osten bei über 15 Grad. Den ersten Rang erreichten Dank Föhnunterstützung Mels und Chur mit knapp 19 Grad.

 

Kommentare (3)

  1. Mirjam, 21.04.2019, 19:47

    Liebes Meteo-Team, danke für Ihre Antwort auf die Frage zur Niederschlagsarmut.
    - Sie hat mich ein bisschen beruhigt.

  2. Stefan L., 16.04.2019, 19:08

    Es kommt mir vor, als wäre der April 2019 eine Kopie vom April 2018. Trocken, trocken und nochmals trocken! In unserer Region (Aaretal Bern/Thun) sind bisher lediglich 25% der zu erwartenden Niederschläge gefallen. Und daran wird sich laut Prognosen wohl kaum etwas ändern bis Ende Monat. So langsam kann einem diese schon fast 1jährige Trockenheit Angst machen.
    Frage: Gibt es erste Langzeitprognose/Trends für Mai und Juni? Könnte es evtl. eine Ende der Trockenheit geben?
    Vielen Dank für Ihre wertvolle Arbeit.

    1. MeteoSchweiz, 17.04.2019, 18:05

      Was sagt uns der Blick zurück? Auf der Alpennordseite und in den Alpen lieferte der Winter (Dezember bis Februar) verbreitet normale oder überdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Die grössten Überschüsse verzeichneten die Ostalpen mit 170 bis 200 % der Norm 1981–2010. Ausgesprochen niederschlagsarm blieb der Winter auf der Alpensüdseite. Dort fielen in einigen Gebieten nur 30 bis 40 % der Norm.

      Im März 2019 erreichten die Niederschlagsmengen am Alpennordhang wie auch im südlichen Wallis und im Tessin Werte zwischen 65 und 100 % der Norm 1981‒2010. In Nord- und Mittelbünden wie auch entlang des westlichen Jura fielen hingegen mit regional 100 bis 140 % der Norm überdurchschnittliche Mengen. Der April 2019 brachte nördlich der Alpen bis zur Monatsmitte verbreitet 40 bis 60 Prozent der Norm, liegt also bisher recht gut im Durchschnitt.

      Auch wenn das vergangene Jahr 2018 extrem wenig Niederschlag brachte, ist in den langen Niederschlags-Messreihen der Schweiz grundsätzlich keine Abnahme der Niederschlagsmengen zu beobachten. Einen langfristigen Trend zu mehr Niederschlag zeigt der Winter auf der Alpennordseite. Für die anderen Jahreszeiten ist in allen Regionen der Schweiz keine signifikante langfristige Niederschlagsänderung feststellbar. Die Regenarmut im Sommerhalbjahr 2018 ist also nicht Teil eines laufenden Klimatrends. Das Niederschlagsregime in der Schweiz ist seit Messbeginn sehr stabil was die Niederschlagssummen betrifft, zeigt aber hohe Jahr-zu-Jahr Schwankungen.

      Aussagen zu den Niederschlagsmengen im kommenden Sommer und im anschliessende Herbst lassen sich mit den aktuell zur Verfügung stehenden Prognosemethoden nicht machen.