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Adventskalender - Eine erfolgreiche Kooperation für mehr Messdaten

28. November 2021
Themen: Über uns

Ist wirklich schon der 1. Advent? Beim diesjährigen MeteoSchweiz Adventskalender dreht sich alles um die Kantone der Schweiz. Da es mehr Kantone als Adventstage gibt starten wir mit unseren täglichen Blogs schon heute. Mit dem Kanton um den es im heutigen Beitrag geht arbeitet MeteoSchweiz seit Jahren zusammen, tauscht Messdaten aus und baut die Messnetze aus.

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Kantone ihr Messnetz verdichten. Ein dichteres Netz an Messtationen liefert lokal genauere Wetter- und Klimadaten. Kantone können sich mithilfe von regionalen meteorologischen Daten wie z.B. Niederschlagsdaten besser gegen Naturgefahren wie Hochwasser oder Trockenheit wappnen oder ihre Wasserwirtschaft optimieren.

Der Kanton Aargau entschied deshalb 2013 weitere Niederschlagsmessstationen in bisher unerschlossenen Einzugsgebieten zu bauen. Gleichzeitig war MeteoSchweiz interessiert einen Teil seines rund 200 Stationen umfassenden manuellen Niederschlagsmessnetzes zu automatisieren. Mit dem Kanton Aargau bestand bereits eine mehrjährige Partnerschaft bezüglich Datenaustausch und nun stand die Frage im Raum, ob man sich bei einer allfälligen Kooperation auf Standorte einigen konnte, welche für beide Partner einen Nutzen bringen würden.

Eine Analyse der möglichen Standorte führte zu einer Liste von vier Stationen, für welche ein gemeinsames Interesse bestand (Barmelweid, Bözberg, Ehrendingen und Kaiserstuhl) sowie zwei weiteren, welche exklusiv für den Kanton AG gebaut wurden (Attelwil und Stetten). Vom gemeinsamen Stationsbau profitieren beide Partner: MeteoSchweiz, weil sich der Kanton an den Kosten beteiligt und bei der Beschaffung der Baubewilligungen unterstützt. Und der Kanton, weil er sich auf das Know-How und die Qualität von MeteoSchweiz bei der Beschaffung der Instrumente sowie der Überwachung der Messnetze, aber auch bei Qualitätskontrolle und Archivierung der Messdaten verlassen kann. Zudem fliessen alle Niederschlagsmessdaten ins Niederschlagsprodukt «CombiPrecip» mit ein, womit sich bei einer höheren Stationsdichte auch die Messung und die Prognosen des Niederschlages in Einzugsgebieten und auf dem Kantonsgebiet erhöht.

Solche Kooperationen beim Stationsbau gibt es bereits mit mehreren Kantonen sowie mit Liechtenstein: Der Kanton Wallis war 2011 einer der ersten Kantone, mit dem gemeinsam insgesamt 35 Stationen gebaut wurden. Es folgten Aargau, Bern, Solothurn, St. Gallen, Graubünden und Zürich. Mit letzterem wurden 2021 sechs neue automatische Niederschlagsmessstationen ins Messnetz von MeteoSchweiz integriert. Es sind dies die neusten Stationen, welche dieses Jahr dem eigenen Messnetz «SwissMetNet» hinzugefügt wurden. Wie alle MeteoSchweiz-Messdaten können auch sie auf der MeteoSchweiz-Website, der App bzw. dem Geoportal des Bundes map.admin.ch kostenlos abgerufen und visualisiert werden. Auch der Kanton Aargau verfügt über ein Umweltdatenportal, welches diese und weitere Messdaten auf Kantonsgebiet der Bevölkerung bereitstellt.

 

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