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Der Auftakt zum milden Intermezzo

30. November 2021, 7 Kommentare
Themen: Wetter

Ein Sturmtief ist heute von Dänemark nach Polen gezogen und hat eine Warmfront zur Schweiz geführt. Ein Starkwindfeld, Radarartefakte und eine langsam sinkende Wolkendecke waren das Resultat.

Der Blick vom Üetliberg über den See zeigt eine bereits tiefe Warmfrontbewölkung. Quelle: Roundshot.
Der Blick vom Üetliberg über den See zeigt eine bereits tiefe Warmfrontbewölkung. Quelle: Roundshot.

und nun für die Schnee-Fans noch einen kleinen Blick in die Zukunft ...

Mit der Warmfront fallen in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch am Alpennordhang in den zentralen Regionen 5 bis 10 cm, in den östlichen Regionen 10 bis 15 cm, lokal bis 25 cm Neuschnee. Die Schneefallgrenze liegt dabei zuerst in den Niederungen und steigt am Dienstagabend gegen 1000 Meter an. In den Alpentälern bleibt die Schneefallgrenze länger in den tiefen Lagen. Im Warmluftbereich eines nächsten Teiltiefs folgt am Mittwoch tagsüber eine niederschlagsruhige Phase mit für die Jahreszeit milden Temperaturen.

Am späten Mittwochnachmittag führt das Tief seine dazugehörende Kaltfront zu den Alpen, dahinter dreht die Höhenströmung auf Nordwest und die feuchte Polarluft wird am Alpennordhang gestaut. Dabei werden zwischen Mittwochabend und Freitagmorgen im Berner Oberland, sowie dem zentralen und östlichen Alpennordhang entlang oberhalb von 1000 bis 1200 Metern 40 bis 70 cm Neuschnee erwartet. Dies wird mit einer Stufe 3 bewarnt. Den westlichen Voralpen entlang fallen dabei 20 bis 40 cm Neuschnee, was einer Stufe 2 entspricht.

Bei Niederschlagseinsatz befindet sich die Schneefallgrenze am Mittwochabend bei 1200 bis 1700 Metern, und sinkt in der Nacht auf Donnerstag allmählich unter 1000, im Tagesverlauf dann auf rund 400 Meter ab.

Kommentare (7)

  1. Marco, 30.11.2021, 23:08

    Weshalb gab es heute in Möhlin auf 350m teils deutlich mehr Niederschlag als bei den umliegenden Stationen? Dadurch scheint auch die Niederschlagsabkühlung recht stark gewirkt zu haben, die Temperatur sank hier in der Nähe von Möhlin von 3 Grad gegen 0 Grad und der Schnee blieb sogar recht gut liegen. Dazu bis zum Eindunkeln immer wieder Schneefall resp. Eiskörner. War das geplant, dass es noch so lange bei Schnee bleiben würde?

    1. MeteoSchweiz, 01.12.2021, 08:33

      Guten Tag Marco. Vielen Dank für Ihre Frage. Gemäss der Radarreflektivität von gestern müssten Sie in Möhlin zwischen 14 und 18 Uhr in der Zone mit intensiveren Niederschlägen gewesen sein. Die Niederschlagsabkühlung (13 Uhr 3 Grad / 16 Uhr 0 Grad) hat wohl auch Ihren Teil dazu beigetragen, dass lokal länger anhaltende Schneefälle entstanden sind. Auf ihre Frage, ob das so geplant war, kann ich Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine schlüssige Antwort anbieten. Die Dynamik der aktuellen Wetterlage erfordert eine erhöhte Überwachung als auch situationsbezogene Anpassung der Prognosen und führt immer wieder zu Überraschungen. Mit freundlichen Grüssen. MeteoSchweiz

  2. Silvan, 30.11.2021, 19:32

    Liebes MeteoSchweiz-Team
    Ist dieser Leitplanken-Effekt entlang der Voralpen auch für die höhere Schneefallgrenze (Dienstag Abend) entlang der Voralpen verantwortlich? (Stärkere Durchmischung der Grundschicht?)
    Und/oder ist die höhere Niederschlagsaktivität am Jurasüdfuss und im angrenzenden Mittelland für den Schneefall bis in die Niederunen (mit-)verantwortlich?

    1. MeteoSchweiz, 30.11.2021, 22:16

      Guten Abend Silvan
      Danke für die interessante Frage, welche nicht ganz einfach zu beantworten ist. Ich stelle dazu mal folgende Vermutung auf: An verschiedenen Stationen entlang der Voralpen konnten wir heute Westföhn beobachten. So war es beispielsweise in Giswil (OW) um 19 Uhr 3.7 Grad während in Zürich Kloten 1.6 Grad gemessen wurden. Mit dem Westföhn wird mildere Luft aus den höheren Luftschichten bis zum Boden transportiert, und in der Folge ging der Schnee an diesen Stationen rascher in Regen über. Im Mittelland hingegen war die Windsströmung laminar. Damit wehte zwar ebenfalls Wind, die Luft stammt aber aus tieferen Lagen, welche ebenfalls noch im Kaltluftsee unterhalb der Warmluft lag. Vergleiche dazu auch die Grafik oben mit dem Temperaturprofil in der Warmfront. So fiel im Mittelland an vielen Regionen noch länger Schnee.
      Mehr zum Thema Westföhn finden sie hier: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/service-und-publikationen/publikationen.subpage.html/de/data/publications/2018/10/westfoehn-am-vierwaldstaettersee.html

      Freundliche Grüsse, MeteoSchweiz

  3. Wolfgang, 30.11.2021, 19:01

    Ist denn schon absehbar, wann es länger als zwei Tage mild bleibt? Die Skifahrer haben ja jetzt schon mehr als genug Schnee…

    1. MeteoSchweiz, 30.11.2021, 21:40

      Guten Abend Wolfgang
      Diese Woche erwarten uns wiederholt Fronten, welche u.a. ein auf und ab der Temperaturen bewirken. Die genauere und regelmässig aktualisierte Prognose zu den Temperaturen (und anderen Parametern) finden Sie unter https://www.meteoschweiz.admin.ch/home.html?tab=overview oder in der MeteoSwiss App
      Freundliche Grüsse, MeteoSchweiz

    2. Winter, 02.12.2021, 16:42

      Es ist Winter, da ist es kalt!