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Eine spielerische Bastelarbeit

12. Januar 2022, 18 Kommentare

Heute Sonnenschein, morgen Regen? Wäre es nicht toll, das Wetter mit Hilfe von Naturmaterialien beobachten zu können? Selber herauszufinden, wie feucht z.B. die Luft ist? Basteln Sie Ihr eigenes Hygrometer und messen die Luftfeuchtigkeit selber. Ein Bastelspass für Gross und Klein!

Tannenzapfen
Tannenzapfen

Heute zeigen wir Ihnen, wie Sie mithilfe eines Tannenzapfens einen Feuchtigkeitsmesser, ein sogenanntes Hygrometer, bauen können. Hierbei machen wir uns die hygrophilen Eigenschaften von Holz zunutze, nämlich dessen Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und sich zu verformen.

Zuerst stellen wir unsere Utensilien zusammen:

Vergrösserte Ansicht: Zusammenstellung Bastelmaterial
Zusammenstellung Bastelmaterial
  • ein Stück fester Karton oder eine Platte aus Balsaholz
  • einen Tannenzapfen, am besten von der heimischen Föhre, er kann aber auch von einer Tanne oder jedem anderen Nadelbaum stammen
  • Faden oder Schnur
  • einen Holz- oder Plastikstab, eventuell einen Strohhalm
  • einen Filzstift
  • Kontakt- oder Heisskleber
Vergrösserte Ansicht: Seitenansicht des Tannenzapfens
Seitenansicht des Tannenzapfens

Zunächst geht es darum, den Tannenzapfen so an den Karton oder der Balsaholzplatte zu fixieren, dass er fest an der Unterlage haftet. Wenn Sie Heisskleber haben, verwenden sie diesen.

Vergrösserte Ansicht: An Tannenzapfen festgeklebter Stift
An Tannenzapfen festgeklebter Stift

Wenn Sie diesen Schritt erledigt haben, kleben Sie den Stift an einer Schuppe des Tannenzapfens fest, so dass der Stift parallel zum Karton oder der Balsaholzplatte bleibt.

An dieser Stelle erläutern wir einige botanische Begriffe:

Der wissenschaftliche Name des Tannenzapfens lautet «Zapfen » oder «Strobilus». Bei den weiblichen Zapfen heissen die Schuppen auch Hochblattschuppen; diese verwenden wir hier. Es gibt auch die Samenschuppen, die sich am unteren Teil der Hochblattschuppen befinden und die geflügelten Samen – die Pinienkerne – enthalten.

Vergrösserte Ansicht: Gebasteltes Hygrometer im Freien platziert
Gebasteltes Hygrometer im Freien platziert

Stellen wir nun das gebastelte Hygrometer an einem vor Regen geschützten Ort im Freien auf und geben auf unserer Karton-Unterlage die jetzige Position des Stabs sowie das derzeitige Wetter an. Unser Hygrometer ist bereit!

Vergrösserte Ansicht: Verschiebung des Stiftes je nach Luftfeuchtigkeit
Verschiebung des Stiftes je nach Luftfeuchtigkeit

Der Tannenzapfen schliesst sich an feuchten Tagen und öffnet sich an trockenen Tagen. Infolgedessen zeigt der Stab den Feuchtigkeitsgehalt der Luft an, indem er sich senkt oder hebt. Natürlich erfolgt diese Art der Messung nicht so zeitnah wie bei unseren Instrumenten, sie ist aber genauso effektiv und nicht minder interessant zu beobachten. Viel Vergnügen!

Und so misst MeteoSchweiz die Luftfeuchtigkeit mittels Hygrometer

Die Luftfeuchtigkeit wird mit einem Taupunktspiegel gemessen. Dabei wird ein Spiegel im Hygrometer abgekühlt, bis sich durch Kondensation Feuchtigkeit auf seiner Oberfläche niederschlägt. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich anhand dieser Taupunkttemperatur präzise ermitteln.

 

Kommentare (18)

  1. Thomas, 11.02.2022, 06:05

    Einen schönen und dynamischeren Hygrometer kann auch mit Haar vom pferdeschweiff gebastelt werden. Kleine umlenkrolle und ein leichrgäniger Zeiger, fertig

  2. Anne, 06.02.2022, 08:57

    Um das noch mal klar zu bekommen: Tanne = Weisstanne, Fichte = Rottanne, Kiefer = Föhre.
    Weisstanne = Zapfen stehen und Samen werden vom Wind wie kleine Schirmchen weggetragen. Deswegen findet man auch fast nie welche (ausser der Baum wird gefällt oder nach Stürmen). Fichtenzapfen = grob, pieksig, länglich, hängen nach unten und folgen der Schwerkraft. Kiefernzapfen = eher oval bis kugelig, sind ebenfalls Schwerkraftfolger. Fun Fact : Kiefernnadeln riechen zitronig, Douglasiennadeln orangig. Die Göttinger Förster haben eine Übersicht: https://www.uni-goettingen.de/de/vergleich der fichte mit kiefer und tanne/23630.html
    Dann muss man nur noch Lärchen, Douglasien, Arven und vielleicht noch Eiben unterscheiden können, dann hat man die wichtigsten Nadelträger für die Schweiz.

  3. Ruckstuhl, 30.01.2022, 19:16

    Sie verwenden in Ihrer Bastelanleitung keinen Tannenzapfen, die sind länger und mit viel mehr und feineren Schuppen besetzt. Ihr verwendeter Zapfen ist von einer Föhre (Fichte).

    1. Anne, 06.02.2022, 08:39

      Das mit der Föhre ist schon richtig, aber eine Föhre ist keine Fichte, sondern eine Kiefer. Fun Fact: Kiefernnadeln riechen ein bisschen wie Zitronen, Arvennadeln nach Apfelsinen.

  4. Quax der Bruchpilot, 21.01.2022, 18:35

    Wird heute der Psychrometer noch verwendet oder ist das "very old fashion" ?

    1. MeteoSchweiz, 24.01.2022, 11:03

      Guten Tag.
      Bei unseren automatischen Bodenmessstationen sind keine Psychrometer mehr im Einsatz. Die Psychrometertemperatur (Feuchttemperatur) wird bei unseren Stationen berechnet. Eine Übersicht aller Messinstrumente von MeteoSchweiz finden Sie hier:
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/mess-und-prognosesysteme/bodenstationen/automatisches-messnetz/messinstrumente.html

      Freundliche Grüsse,
      MeteoSchweiz

  5. Felicia, 15.01.2022, 07:40

    Das ist ein "Forigel" = Föhrenzapfen. Wer kennt diesen Ausdruck noch?

    1. Ruckstuhl, 30.01.2022, 19:11

      Kenne ich aus meiner Kindheit. Wir nannten sie „Forrigeli“, was sich auf die kleinen Zäpfchen bezog.

    2. Annette Büchi, 31.01.2022, 19:21

      Ich kenne nur den Dialektausdruck "Foreniggeli" für den Föhrenzapfen.

    3. Madi, 19.02.2022, 11:30

      Schön, dass der Ausdruck Forigel auch andere noch kennen. In meiner Familie sagen alle so, von jung bis alt

  6. Sabine Oertli, 14.01.2022, 20:35

    Eine spannende Anleitung, danke.
    Botanisch herrscht aber ein mittleres Chaos:
    Der abgebildete Zapfen ist ein Föhrenzapfen.
    Unter "Tanne" versteht man die Weisstanne, deren Zapfen nicht als ganzes vom Baum abfallen. Die eignen sich also nicht für diese Bastelei.
    Geeignet wären von den einheimischen Arten noch Fichten-Zapfen. Ein anderer Name für die Fichte ist Rottanne.

  7. Dorothea Padrusa, 13.01.2022, 12:17

    Solche Beiträge sind der Hit! Schön, dass damit altes Wissen gepflegt wird. Herzlichen Dank!

  8. Luc Georgi, 13.01.2022, 09:23

    Mein Grossvater hatte kleine geschälte Fichtenzweige mit jeweils einem Seitenästchen an die Holztüre genagelt. An der Biegung des Seitenastes liess sich gleich wie beim Stift des Kieferzapfens die Luchttfeuchtigkeit ablesen.

    1. kLaus, 19.01.2022, 18:25

      ...so was habe ich auch. Man nimmt von einem natürlich abgegangenen (verdorrten) Tännele (Fichte) welche möglichst auf gleicher Seehöhe gewachsenen ist, wie sie dann als "Holzbarometer" verwendet wird, einen Astkranz aus dem oberen Bereich, entfernt die Zweige bis auf einen und nagelt dieses dann kopfüber an eine Wand (so dass sich der Zweig seitlich halt frei bewegen kann). Wirklich interessant, wie sich dieser "tote Zweig" auf und ab bewegt.

      Schöner Gruß aus der Vorarlberger Bergwelt,
      Klaus

  9. Gabi ⁸Müller, 12.01.2022, 14:20

    Das mache ich schon seit vielen Jahre. Ein Föhrenzapfen steht draussen, an einem geschützten Ort. Er ist wirlich zuverlässig.

    Im Herbst haben wir bei einer Alphütte eine  Wetterstation gesehen. Draussen an der Wand ein Brett, ein Nagel und eine Schnur am Nagel.
    Unten stand:

    Schnur senkrecht - Windstill
    Schnur waagrecht - Sturm
    Schnur trocken - schönes Wetter
    Schnur nass - Regen
    Schnur gefroren - Winter

    :))

    1. isychessy, 14.01.2022, 18:04

      echt cool 😎!!!!!!!!

    2. Henry Zollinger, 10.03.2022, 04:19

      Meine Grossmutter kannte das noch und hat Mir davon erzählt

  10. M. Bucher, 12.01.2022, 14:05

    Ist das ein Tannenzapfen? Von einer Fichte glaube ich nicht, die sehen anders aus.