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Auftakt zum Frontenwochenende

7. Januar 2022
Themen: Wetter

Nach einer noch hochdruckbestimmten, kalten Winternacht erreichte tagsüber eine langgezogene Okklusion die Schweiz und brachte auf der Alpennordseite erste Schneefälle. Damit wurde ein dynamisches Wetterwochenende eingeleitet.

In Toggwil (ZH) verabschiedet sich das Zwischenhoch heute Vormittag mit letzten sonnigen Abschnitten. Foto: C. Hayoz
In Toggwil (ZH) verabschiedet sich das Zwischenhoch heute Vormittag mit letzten sonnigen Abschnitten. Foto: C. Hayoz

Wetterlage

Vergrösserte Ansicht: Frontenkarte des Deutschen Wetterdienst. Quelle: dwd.de
Frontenkarte des Deutschen Wetterdienst. Quelle: dwd.de

Der Alpenraum lag in der ersten Tageshälfte noch im Einfluss eines Hochs mit Kern über den östlichen Alpen, welches sich im Tagesverlauf nach Osten verabschiedete. Gleichzeitig näherte sich aus Nordwesten eine Okklusionsfront, die zum Frontensystem eines Tiefdruckkomplexes südlich von Grönland gehörte. Wie die Frontenkarte des DWD zeigt, reichte die Front in der Nacht von Grönland über Westeuropa bis knapp südlich der Azoren. Dies entspricht einer Länge von über 6000 km!

Kalte Nacht

Vor der Okklusion, welche uns tagsüber beschäftigte, sorgte ein Zwischenhoch für eine heitere und windschwache erste Nachthälfte. Zusammen mit der Polarluft, welche in den letzten Tagen zu den Alpen geführt wurde, waren somit recht gute Voraussetzungen für eine kalte Strahlungsnacht geschaffen.

Vergrösserte Ansicht:

In Hintergräppelen im Toggenburg wurde sogar knapp die -30 Grad-Marke geknackt. An einem Kaltluftsee, dessen Standort der kryophile Inhaber der Wetterstation bisher noch nicht verraten hat, sank die Temperatur sogar auf eisige -32.7 Grad. Eine Hitliste mit den Minima der letzten Nacht findet man unter diesem Link.

Ansehnliche Bewölkung

Am Vormittag hielt sich im Flachland teils noch hochnebelartige Restbewölkung der gestrigen Störung. Gleichzeitig zogen darüber bereits erste Vorboten der herannahenden Okklusion in Form hoher Wolkenfelder durch: Ein klassischer Fall, bei dem die Bauernregel «Morgenrot – schlecht Wetter droht» seine Gültigkeit hat.

Vergrösserte Ansicht: Blick vom Hochhamm südwärts zum Säntis. Foto: www.foto-webcam.eu/webcam/hochhamm/
Blick vom Hochhamm südwärts zum Säntis. Foto: www.foto-webcam.eu/webcam/hochhamm/

Zwischen den Wolkenfeldern zeigte sich besonders in der Ostschweiz nochmals für eine Weile die Sonne, bevor sich im Laufe des Tages die Bewölkung aus Westen verdichtete. Gegen Mittag erreichte die Okklusion den Jura und erfasste in der Folge am Nachmittag auch die restlichen Gebiete nördlich der Alpen und sorgte somit für etwas Schneefall bis in die tiefsten Lagen.

"Cumulus Lenticularis Parade" in der Ostschweiz

Mit etwas Südwestwind stieg die Temperatur im Mittelland vorübergehend gegen 2 Grad. Im Süden reichte es im Schutz der Alpen und recht sonnigem Wetter für Höchstwerte um 5 Grad.

Ein turbulentes, schneereiches Wochenende steht vor der Tür…

Wie bereits im gestrigen Blog beschrieben, steht uns ein turbulentes und spannendes Wetterwochenende bevor. Dabei fällt, besonders am Alpennordhang, über mehrere Ereignisse ordentlich Schnee. Wir schauen uns den Ablauf anhand eines Meteograms am Gitterpunkt Adelboden etwas genauer an:

Vergrösserte Ansicht: Meteogramm mit COSMO-2E Modelldaten für den Gitterpunkt Adelboden. Im Modell liegt dieser mit rund 1225 m etwas tiefer als in Realität. Oben: Feuchtigkeitsprofil, sowie 3-stündige Sonnenscheindauer. Unten: Niederschlags- (rot=Schneefall) und Druckverlauf.
Meteogramm mit COSMO-2E Modelldaten für den Gitterpunkt Adelboden. Im Modell liegt dieser mit rund 1225 m etwas tiefer als in Realität. Oben: Feuchtigkeitsprofil, sowie 3-stündige Sonnenscheindauer. Unten: Niederschlags- (rot=Schneefall) und Druckverlauf.

Aus dem Meteogram wird ersichtlich, dass nach dem Trogdurchgang in der Nacht auf Samstag tagsüber vorübergehend eine Niederschlagspause zu erwarten ist. Dabei dürfte sich sogar die Sonne kurzzeitig am Chuenisbärgli zeigen. In der Nacht auf Sonntag erfasst eine Warmfront den Alpennordhang. Dabei steigt die Schneefallgrenze mit kräftigem Südwestwind kurzzeitig an. Was dabei im obigen Meteogram nicht ersichtlich ist: Es besteht ein gewisses Risiko, dass der Niederschlag mit der Warmfront in Adelboden kurzzeitig in Schneeregen- oder Regen übergehen könnte. Am Sonntagmorgen sinkt die Schneefallgrenze aber wieder rasch in tiefe Lagen.

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