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Ein Hoch aufs neue Jahr

1. Januar 2022
Themen: Wetter

Die Themen im heutigen Blog: Hochfliegende Neujahrsraketen, Hochdruck im Höhepunkt, hohe Tröpfchenanzahl, Höhenrekorde und hohe Temperaturen.

Schöne Aussicht von der Belchenflue auf rund 1100 Metern. Foto: Meteomeldungen/App
Schöne Aussicht von der Belchenflue auf rund 1100 Metern. Foto: Meteomeldungen/App

Hochdruck

Das Hochdruckgebiet hat sich seit letztem Jahr etwas nach Osten bewegt und hatte heute sein Zentrum über den Alpen. Auf morgen wird sich das Hoch nach Südosten verschieben und abschwächen. Somit hatte heute das Hoch seinen Höhenpunkt, pünktlich zum neuen Jahr.

Vergrösserte Ansicht: Bodenanalyse für heute 12 UTC (= 13 Uhr MEZ). Quelle: Deutscher Wetterdienst
Bodenanalyse für heute 12 UTC (= 13 Uhr MEZ). Quelle: Deutscher Wetterdienst

Hoch hinauf

Hoch war heute Nacht auch die Nullgradgrenze. Diese lag bei der Sondierung in Payerne um 00 UTC (= 01 Uhr MEZ) auf 3764 Metern. Für die Monate Dezember und Januar ist dies der vierthöchste Wert, für nur Januar der zweithöchste. Bis zum Rekord vom 6. Januar 1999 fehlten aber etwas mehr als 100 Meter.

Vergrösserte Ansicht: Top 10 der Tagesmaxima der Höhe der Nullgradgrenze (für Januar) und des 500 hPa-Niveau (für Dezember und Januar). Die Werte für den 01.01.2022 sind noch nicht auf der Liste.
Top 10 der Tagesmaxima der Höhe der Nullgradgrenze (für Januar) und des 500 hPa-Niveau (für Dezember und Januar). Die Werte für den 01.01.2022 sind noch nicht auf der Liste.

Auch die Höhe des 500 hPa-Niveaus lag heute hoch. Um Mitternacht war es mit 5819 m gleich hoch wie am 2. Januar 1992, bis am Mittag stieg es sogar auf 5827 Meter an. Dies ist der zweithöchste Wert für Januar. Für Dezember hätte das knapp nicht für die Top 10 gereicht.

Vergrösserte Ansicht: Blick auf die Berner Alpen von Äbersold bei Linden. Foto: C. Schmutz
Blick auf die Berner Alpen von Äbersold bei Linden. Foto: C. Schmutz

Höhe der Skala gesprengt

Nicht nur die Nullgradgrenze stieg um Mitternacht in die Höhe, sondern auch die Feinstaubkonzentration. Dies wird an verschiedenen Stationen als PM10 gemessen. PM10 werden Partikel (Particulate Matter) bezeichnet, welche einen Durchmesser unter 10 µm haben. Durch die Feuerwerke stiegen die Messwerte in den bewohnten Gebieten stark an. Als Vergleich für die Grafiken unten: Der Grenzwert für das Tagesmittel von PM10 liegt bei 50 µg/m3. Die zahlreichen Feuerwerke konnten bei recht milden Temperaturen genossen werden. Im Mittelland lagen die Temperaturen kurz nach Mitternacht zwischen 3 und in leicht erhöhten Lagen bis fast 10 Grad.

Feinstaub-Messungen

Hohe Dichte

In der Nacht hatte sich unter einer tiefen aber kräftigen Bodeninversion Nebel gebildet. Die Verteilung war klassisch, von Genf, dem Jurasüdfuss, der Aare und dem Rhein entlang, bis Frauenfeld und um den Bodensee sowie in der Zentralschweiz.

Damit die Luftfeuchtigkeit kondensieren kann, benötigt es Partikel in der Luft, welche als Kondensationskeime dienen. Aufgrund der Feuerwerke gab es heute Nacht viele Aerosole, also viele Kondensationskeime. Deshalb bestand der Nebel aus vielen kleinen Tropfen, was einen sehr dichten Nebel, mit geringen Sichtweiten produzierte.

Die Nebelobergrenze lag bei 400 bis 500 Meter und bis anfangs Nachmittag löste er sich grösstenteils auf. Lediglich am Neuenburgersee, am Bodensee, im Wasserschloss und am östlichen Genfersee blieben einige Nebelfelder zäh.

Vergrösserte Ansicht: Nebelauflösung am Flughafen Zürich erfolgte erst nach 13 Uhr. Bild: V. Hochuli
Nebelauflösung am Flughafen Zürich erfolgte erst nach 13 Uhr. Bild: V. Hochuli

Höchste Temperaturen

Die West- bis Südwestströmung brachte weiterhin milde Luft zur Schweiz. Die Temperaturen erreichten heute 9 bis 14 Grad. Auf dem Chasseral wurde der Winterrekord mit 13.5 Grad egalisiert, es war also gleich warm wie am 15.02.2019. Auf dem Moléson und in Evolène wurden Januarrekorde erreicht. Auch auf der Alpensüdseite wurden in mittleren Höhen Rekorde für das Januarmaxima erreicht. Auf dem Cimetta reichte es mit 16.6 Grad sogar für den Winterrekord. Auch sonst war es in der Schweiz mild für die Jahreszeit. So oder so reichte es überall für den wärmsten Tag des Jahres 2022 ;-)

Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins neue Jahr. Möge es Ihnen viele «Hochs» bringen.

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