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Hinter heikler Störung Zwischenhoch

28. Januar 2022, 4 Kommentare
Themen: Wetter

Eine streifende Kaltfront brachte in der Nacht auf Freitag zwar nur der Deutschschweiz schwache bis mässige Niederschläge. Ihre Form war allerdings nach der längeren austauscharmen Wetterlage teilweise recht heikel.

Hinter der streifenden Kaltfront der Nacht riss die Bewölkung bei der Wetterstation in Gösgen bereits um den Sonnenaufgang herum wieder deutlich auf. Aufnahme M. Kopp
Hinter der streifenden Kaltfront der Nacht riss die Bewölkung bei der Wetterstation in Gösgen bereits um den Sonnenaufgang herum wieder deutlich auf. Aufnahme M. Kopp

In der Nacht höchstens schwache bis mässige Niederschläge

Die erwähnte Kaltfront brachte in der Deutschschweiz höchstens schwache bis mässige Niederschläge mit Schwerpunkt an den zentralen und östlichen Voralpen. In der Westschweiz, im Wallis und auf der Alpensüdseite sowie im Engadin blieb es weitgehend trocken.

Vergrösserte Ansicht: Niederschlagsmengen der vergangenen Nacht mit der streifenden Kaltfront. Quelle MeteoSchweiz
Niederschlagsmengen der vergangenen Nacht mit der streifenden Kaltfront. Quelle MeteoSchweiz

Niederschläge fielen in unterschiedlicher Form auf unterkühlte Böden

Heikler als die meist nur kleinen Niederschlagsmengen war deren Form. So fielen sie teils als gefrierender Regen, teils als Schnee, Schneeregen und Schneegriesel. Das führte auf den unterkühlten Strassen teils zu Glatteis, teils zu Schneeglätte oder mit den nachfolgenden Aufklarungen zu überfrierender Nässe. Ebenfalls konnte sich bei längeren Aufklarungen bis in die Morgenstunden lokal wieder gefrierender Nebel bilden.

Vergrösserte Ansicht: In Buchs / Aarau setzte am späteren Abend schwacher Regen ein (unterste Box). Dieser fiel auf den immer noch etwas unter Null Grad liegenden Boden (gestrichelte blaue Linie in zweitoberster Box markiert die Temperatur auf 5 cm über Boden, die rote Linie die Temperatur 2 m über Boden, die blaue Linie den Taupunkt). Dadurch konnte anfangs rasch heikles Glatteis durch gefrierenden Regen entstehen. Quelle: MeteoSchweiz
In Buchs / Aarau setzte am späteren Abend schwacher Regen ein (unterste Box). Dieser fiel auf den immer noch etwas unter Null Grad liegenden Boden (gestrichelte blaue Linie in zweitoberster Box markiert die Temperatur auf 5 cm über Boden, die rote Linie die Temperatur 2 m über Boden, die blaue Linie den Taupunkt). Dadurch konnte anfangs rasch heikles Glatteis durch gefrierenden Regen entstehen. Quelle: MeteoSchweiz

Zwischenhoch sorgt auch in der Deutschschweiz für sonnige Phase

Im Tagesverlauf sorgte das bereits erwähnte Zwischenhoch auch in der Deutschschweiz nach Wolken- und Nebelauflockerung recht verbreitet für längere sonnige Abschnitte. In der Westschweiz, im Wallis und auf der Alpensüdseite sowie im Engadin war es tagsüber meist sonnig, einzig im westlichen Mittelland löste sich der Nebel lokal erst um die Mittagszeit auf.

Vergrösserte Ansicht: Auf dem hochaufgelösten Bild (250 m) des Terra-Satelliten der NASA sind über der Schweiz um die Mittagszeit nur in der Nord- und Ostschweiz noch grössere Wolkenfelder zu erkennen.
Auf dem hochaufgelösten Bild (250 m) des Terra-Satelliten der NASA sind über der Schweiz um die Mittagszeit nur in der Nord- und Ostschweiz noch grössere Wolkenfelder zu erkennen.

Sehr unterschiedliche Nachttemperaturen im Tessin

Die Temperatur in den Niederungen war in der vergangenen Nacht sehr unterschiedlich. Währenddem sie in Locarno Magadino bis -5.1 Grad sank, ging sie in Compravasco mit Nordwind nicht unter 4.2 Grad zurück.

Vergrösserte Ansicht: Minima der vergangenen Nacht, gemessen von MeteoSchweiz
Minima der vergangenen Nacht, gemessen von MeteoSchweiz

4 bis 9, im Tessin mit Nordwind bis 15 Grad

Bis am Nachmittag stieg die Temperatur in den Niederungen auf 4 bis 9 Grad. Fast schon frühlingshaft mild war es am Nachmittag im Tessin mit rund 15 Grad. Allerdings fühlte sich das mit zeitweise starkem Nordwind kühler an. Markant war dabei der Temperaturanstieg mit einsetzendem Nordföhn am Morgen, zum Beispiel in Locarno Magadino, wo es wie erwähnt in der vergangenen Nacht am kältesten war.

Vergrösserte Ansicht: Schön und frühlingshaft mild, aber windig im Tessin: hier zwischen Locarno und Cardada. Aufnahme M. Liniger
Schön und frühlingshaft mild, aber windig im Tessin: hier zwischen Locarno und Cardada. Aufnahme M. Liniger

Über den Alpen starker, anfangs teils stürmischer Nordwest- bis Nordwind

In 2000 Metern Höhe wurden maximal etwa -2 Grad gemessen. Über den Alpen wehte ein mässiger bis starker, anfangs teils auch stürmischer Nordwest- bis Nordwind. Dieser blies zeitweise mit starken Böen bis in die Niederungen der Alpensüdseite.

Vergrösserte Ansicht: 24 Stunden Böenspitzen bis um 13 Uhr MEZ von MeteoSchweiz
24 Stunden Böenspitzen bis um 13 Uhr MEZ von MeteoSchweiz

Kommentare (4)

  1. Wolfgang, 28.01.2022, 22:26

    Ja, glücklich wer im Tessin leben darf.

    1. Rudolf Ettel, 30.01.2022, 11:09

      Aber Wolfgang , im Allgäu ist es auch ganz schön - wie in der Schweiz - nur alles etwas weiter auseinander . Ich hatte auch einmal da gelebt .

  2. Michael Tinner, 28.01.2022, 18:50

    Gemäss Radardaten müsste es letzte Nacht mehr Schnee gegeben haben in der Region um Davos. Wurden da die Störfelder nicht erfasst oder täusche ich mich einfach?

    1. MeteoSchweiz, 28.01.2022, 19:21

      Bei den Radarechos von vergangener Nacht in der Region Davos handelte es sich um fehlerhafte Messungen des Radars auf dem Weissfluhgipfel. Das Problem wurde mittlerweile behoben.