Anhaltende Schneefälle in den Alpen

21. Januar 2018, 14 Kommentare
Themen: Wetter

Mit der nordwestlichen Höhenströmung wird anhaltend feuchte Luft gegen die Alpen geführt. Am Alpennordhang fielen grössere Neuschneemengen. So am östlichen Alpennordhang, wo bis zu einem halben Meter Schnee fiel. Und es schneit weiter. Die starken Schneefälle dauern fast ohne Unterbruch bis in die Nacht auf Dienstag an.

Viel Neuschnee in Reckingen VS. Bild: S. Kaufmann
Viel Neuschnee in Reckingen VS. Bild: S. Kaufmann

Westföhn-Intermezzo vor der Kaltfront

Zwischen dem Azorenhoch und einem umfangreichen Tiefdrucksystem mit Zentrum über dem Nordmeer besteht eine starke nordwestliche Höhenströmung. Gestern Samstag dehnte sich darin ein Starkwindband (Jetstream) von den Britischen Inseln bis zu den Alpen aus. Geführt von diesem Jetstream zog ein schnellziehendes Randtief von England südostwärt zu den Ostalpen. Mit der Annäherung des Randtiefs gewannen die Winde im Laufe der zweiten Tageshälfte wieder an Stärke, und gegen Mitternacht zog die Kaltfront über die Schweiz hinweg. Zuvor sorgte am Abend noch der Westföhneffekt in einigen Voralpenregionen wie beispielsweise bei Thun oder Luzern für Temperaturen von gegen 11 Grad und Windspitzen von 70 bis 80 km/h!

Ergiebige Schneefälle in den Alpen

Markant war der grosse Schneezuwachs, der das Randtief brachte. Das Tief steuerte von gestern Nachmittag an zunächst milde und zunehmend feuchte Atlantikluft zu den Alpen, wo sie gestaut wurde. Mit der Warmluftzufuhr stieg die Schneefallgrenze auf der Alpennordseite vorübergehend auf rund 1200 Meter an, im Westen gegen 1500 Meter. In den inneralpinen Regionen dagegen blieb sie meist unter 800 Metern.

Die intensivsten und ergiebigsten Schneefälle traten östlich des Gotthards auf. Dies hängt damit zusammen, dass der Verlauf des Jetstreams in dieser Region die Hebung der Luftmasse noch zusätzlich verstärkte. So wurden heute Morgen in Teilen Glarus sowie in Graubünden Neuschneehöhen von 30 bis 50 cm gemessen! Auffallend ist zudem, wie auch weit nach Mittelbünden hinein und bis ins Unterengadin viel Neuschnee fiel. Mit der starken Höhenströmung wurde die feuchte Luft weit in die Alpen hinein befördert. So meldeten beispielsweise die Beobachter von Scuol 47 cm Neuschnee, derjenige von Arosa 48 cm. Und sogar in Locarno-Monti fielen 2 cm Schnee. In der Westhälfte der Schweizer Alpen bewegten sich die Neuschneehöhen zwischen 10 und 30 cm. Mit dem Kaltfrontdurchgang etwa um Mitternacht folgte kältere Luft mit entsprechend geringerem Feuchtegehalt. Es schneite danach zwar weiter, aber weniger intensiv und ergiebig.

Weitere Schneefälle folgen

Nach den starken Schneefällen von letzter Nacht schneite es heute Sonntag tagsüber am Alpennordhang weiter, wenn auch meist nur mit mässiger Intensität. Im Laufe des Tages verstärkten sich die Schneefälle jedoch schon wieder. Mit einer Warmfront über Frankreich, die sich den Alpen annäherte, setzte wieder die Zufuhr von milderer, aber auch feuchterer Meeresluft ein. Heute Abend und in der Nacht auf Montag intensivieren sich die Niederschläge weiter. Gleichzeitig steigt die Schneefallgrenze auf 1000 bis 1500 Meter an, inneralpin bleibt sie länger tief.

Die intensiven Niederschläge halten auch morgen Montag an und lassen erst in der Nacht auf Dienstag nach. Von Sonntagabend bis zum Ende der Niederschläge in der Nacht auf Dienstag werden am Alpennordhang nochmals 40 bis 80 cm Neuschnee erwartet. Die Schneefallgrenze steigt zwar in der wärmeren Luft auf 1000 bis 1500 Meter an, aber in den inneralpinen Regionen kann sie länger noch deutlich tiefer liegen. Aber auch im Flachland fällt mit 30 bis 50 mm eine grössere Menge Regen.

Über die aktuellen Warnungen und Gefahren können Sie sich informieren auf meteoschweiz.ch (Wetter) und slf.ch (Lawinen).

Kommentare (14)

  1. Lars, 22.01.2018, 17:50

    Und so verkommt die Klimaerwärmung immer mehr zu einem Märchen...
    Ich hoffe nur der Sommer wird richtig schön heiss und toppt den Supersommer von 2003

    1. Eric, 22.01.2018, 20:52

      Lars, meinst du das Ernst? Wenn ja: http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klimawandel-schweiz.html
      Wenn nein: gut!

    2. Hans Wiesendanger, 22.01.2018, 22:03

      Ich wohne in den Alpen. Aber glauben Sie mir: Die Klimaerwärmung ist auch hier kein Märchen. Das was wir hier in beispielsweise in Chur haben, entspricht in etwa den langfristigen Prognosen der Klimaforscher. Weil: Es ist überhaupt nicht kalt, sondern hier und bis in grössere Höhenlagen viel zu warm. Schnee ist nicht gleich Kälte.

    3. Gerri, 23.01.2018, 10:28

      Klimaerwärmung kann schon real sein, es gibt seit Anbeginn warme und kalte Phasen des Klimas.
      Was Lars sicher meint ist, das Märchen bezieht sich auf eine „Menschengemachte“ Klimaerwärmung, durch CO2 Ausstoß durch Autoabgase, Blähungen Kühe etc.

    4. Eric K, 24.01.2018, 19:28

      Und die menschengemachte Erwärmung soll ein Märchen sein? "Zwischen Himmel und Eis" ist diesbezüglich ein guter Film. Das Klima ist direkt mit dem CO2 in der Atmosphäre gekoppelt. Nie ging ein Klimawandel so schnell vonstatten. Was haben Menschen zu verlieren, die sich der Verantwortung entziehen?

    5. Gerri, 25.01.2018, 17:27

      CO2 ja? Es gibt genug Beweise die dagegensprechen. Ich überlasse Ihnen das recherchieren darüber.

    6. Lars, 26.01.2018, 06:03

      Vielleicht wollen wir Bürger uns nur nicht länger bevormunden und das Geld aus dem Sack ziehen lassen.
      Mit der ganzen Klimahysterie lässt sich schliesslich gutes Geld verdienen. Auch MeteoSchweiz hängt an diesem Geldtopf.
      Wäre mal interessant von dieser Seite eine Stellungnahme zu lesen.

    7. Gerri, 26.01.2018, 09:04

      Lars, eine Stellungnahme ist auch egal. So lange man eine Gegenstimme erheben kann um andere zu motivieren mal weiter zu recherchieren reicht es doch aus. Auf anderen Foren wird man beschimpft oder gleich geblockt (freie Meinungsäußerung?)
      Solange eine Gegenstimme hier akzeptiert wird, ist das doch gut. Ich würde ja gerne Quellenangaben als link hier einfügen, geht leider nicht. Das ist auch gut so. Denn jeder sollte selbst recherchieren und wenn es geht auch bewertungsfrei an die Sache ran gehen.
      Ich danke dem MeteoSwiss Team für die Arbeit, und es sollte egal sein auf welcher Seite man steht denn Fakt ist das wir alle in einem Boot sitzen.

    8. MeteoSchweiz, 26.01.2018, 10:04

      @Lars: MeteoSchweiz hat seine Zahlen auf der Website publiziert: http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/ueber-uns/portraet/fakten-und-zahlen.html

  2. Wolfgang, 21.01.2018, 22:32

    Nun dürften auch diejenigen zufrieden sein, die sich über den Schneemangel im Winter beklagen.

    1. Chorsängerin, 22.01.2018, 13:03

      ... wobei, hier am Bodensee haben wir keinen Schnee und, leider, auch kein Eis.

    2. Graves, 22.01.2018, 15:33

      Nein, leider nicht.
      Bei uns in Hittnau ist es nass und viel zu warm. Wir haben keinen Schnee und das ist ganz klar nicht die Norm.
      Ich finds schade.

    3. Markus Brotschi, 22.01.2018, 17:47

      Da irren Sie gewaltig.

      Schnee in den Bergen ist eigentich "normal". Schön wäre es jedoch, wenn die Mildpampe im Mittelland mal aufhören würde und auch hier etwas Schnee liegen würde.

      Schliesslich ist ja Winter....

    4. MeteoSchweiz, 26.01.2018, 10:00

      @Lars: MeteoSchweiz hat seine Zahlen auf der Website publiziert:
      http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/ueber-uns/portraet/fakten-und-zahlen.html