Lothar deutlich stärker als Burglind

4. Januar 2018, 5 Kommentare
Themen: Klima

Der Wintersturm Burglind vom 03. Januar 2018 gehört nicht zu den ganz starken Winterstürmen. Über die ganze Schweiz betrachtet brachten die Stürme Lothar vom 26. Dezember 1999 und Vivian vom 27. Februar 1990 deutlich höhere Windspitzen.

Burglind wühlt den Zugersee auf. Foto: Andreas Hostettler
Burglind wühlt den Zugersee auf. Foto: Andreas Hostettler

Lothar und Vivian seltener als Burglind

Ein Sturmereignis in der Grössenordnung von Lothar und Vivian ist an vielen Messstandorten der Schweiz seltener als alle 15 Jahre zu erwarten. Das Sturmereignis Burglind vom 03. Januar 2018 erreichte vor allem im zentralen und östlichen Teil der Schweiz Windspitzen mit einer Wiederkehrperiode von 15 Jahren oder seltener. An mehreren Messstandorten in der der West- und Nordwestschweiz sowie in den Alpen waren die während Burglind registrierten Windspitzen hingegen nichts aussergewöhnliches.

Lothar brachte mehr hohe Windspitzen

An 89 Messstandorten liegen sowohl für Lothar als auch für Burglind Messwerte der Windspitzen vor.

Lothar lieferte an 57 Messstandorten Windspitzen über 125 km/h. Burglind schaffte es an 30 Messstandorten auf über 125 km/h.

Über 150 km/h brachte Lothar an 27 Messstandorten, Burglind an 16 Messstandorten.

Über 175 km/h Wind gab es während Lothar an 14, während Burglind an 5 Standorten des gemeinsamen Messnetzes.

Die magische Grenze von 200 km/h wurde bei Lothar an den 5 Messstandorten Säntis (229.7 km/h), Hörnli (208.1 km/h), Jungfraujoch (203.8), Gornergrat (203.4) und La Dôle (201.2) überschritten. Burglind erreichte nur am Messstandort Gütsch 200.5 km/h.

Lothar wütete mit deutlich höheren Windspitzen

Die Windpitzen lagen während Lothar an vielen Messstandorten wesentlich höher als während Burglind. Die zehn höchsten Überschüsse liegen zwischen 40 und knapp 70 km/h, wie die folgende Grafik verdeutlicht. Burglind übertrumpfte Lothar auch an einigen Messstandorten. Die zehn höchsten Überschüsse bewegen sich aber meist nur zwischen 15 und 40 km/h. Einzig auf dem Pilatus lag Burglind 52 km/h über Lothar.

Die Windspitzen von Burglind, Lothar und Vivian im Vergleich

Kommentare (5)

  1. Marco, 08.01.2018, 10:03

    Doch an einzelnen Stationen war Burglind auch deutlich starker, z.B Pilatus oder Wädenswil.

  2. Beni Kälin, 05.01.2018, 08:08

    Hallo Blog Team,
    während den stärksten Böen von Burglinde hat der Pegel des Breinzersee in Interlaken stark geschwankt, ca. im 20-30 Sekunden Takt. Die Schwankungen betrugen ca. 30cm, ev. sogar bis 40cm. Wie ist das zu erklären? Ich würde erwarten dass Aufgrund einer Sturmflut in Brienz der Pegel hier konstant absinkt. Danke für eine Erklärung. Falls erwünscht habe ich eindrückliche Bilder dazu.

    1. Stöff, 05.01.2018, 09:56

      Hallo Beni
      Ohne die Messvorrichtung am Brienzersee zu kennen würde ich meinen, diese extrem kurzfristigen Ausschläge zeigen nicht Pegelschwankungen sondern sind Fehlinterpretationen des Messsystems aufgrund der sturmbedingten starken und langphasigen Dünung.

      Gruss aus Zürich
      Stöff

    2. MeteoSchweiz, 05.01.2018, 17:26

      Danke für die spannende Frage. Wir verfügen leider über keine Informationen zur Windwirkung auf Wasseroberflächen.
      Das Bundesamt für Umwelt, Abteilung Hydrologie: https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/amt/abteilungen-sektionen/abteilung-hydrologie.html

      können Ihnen sicher weiterhelfen.

    3. Daniel, 22.02.2018, 23:24

      Ueberlegung: die starken Windkräfte bringen das Wasser in den obersten Schichten in ein rhythmisches Schwingen. Aehnliche Phänomene zeigen sich ja auch bei Hängebrücken bei starken Winden.