«Mit den neuen Klimaszenarien schaffen wir einen echten Mehrwert.»

13. November 2018, 37 Kommentare
Themen: Klima

Heute erscheinen die neuen Schweizer Klimaszenarien. Sie zeigen, wo und wie der Klimawandel die Schweiz trifft. Andreas Fischer arbeitet als Projektleiter an der Erstellung dieser Szenarien. Wie er als Klimaforscher der Zukunft entgegensieht, was ihm Sorgen bereitet, ihn frustriert und wozu die Klimaszenarien gut sind, erzählt er uns im Gespräch.

Vier Personas der Klimaszenarien

Andreas Fischer, heute stellen Sie der Öffentlichkeit die Resultate der neuen Schweizer Klimaszenarien vor, die Ergebnisse jahrelanger Forschungsarbeit. Wie fühlen Sie sich?

Ich freue mich. Nach über vier Jahren intensiver Auseinandersetzung mit der Klimazukunft der Schweiz kommt der lang erwartete Moment, die Resultate mit den Schweizerinnen und Schweizern teilen zu können.

Und ehrlich gesagt bin auch erleichtert darüber, dass wir es geschafft haben, den gesamten Umfang der Projekt- und Forschungsarbeiten so aufzubereiten, dass wir die wichtigsten Veränderungen klar aufzeigen können.

Die letzten Klimaszenarien für die Schweiz wurden vor sieben Jahren publiziert. Bereits damals waren Sie an der Erstellung beteiligt. Haben sich die Resultate von 2011 bestätigt oder gibt es neue Erkenntnisse, die Sie überrascht haben?

Grundsätzlich überraschen mich die Resultate nicht. Die neuen Szenarien bestätigen die Trends, die man bereits aus früheren Abschätzungen kennt. Sie geben aber in vielen Bereichen ein viel detaillierteres Bild. So lassen sich für einige Grössen auch quantitative Werte angeben, z.B. für Extremniederschlagsänderungen. Das war früher nicht möglich.

Für mich als Forscher ist die Bestätigung früherer Abschätzungen natürlich beruhigend – es wäre irritierend, wenn die Ergebnisse stark abweichen würden, ohne dass sich die Rahmenbedingungen gross verändert haben. Eher beunruhigend sind jedoch die Fakten darüber, wie sich das Klima in Zukunft weiter verändern wird in der Schweiz, falls der weltweite Treibhausgasausstoss weiter steigt wie bisher.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Klimaveränderung so eintritt, wie Sie es prognostizieren in den neuen Szenarien?

Die neuen Klimaszenarien zeigen klare Veränderungen auf. Man kann davon ausgehen: Je grösser die globale Erwärmung ausfällt, desto stärker werden diese Veränderungen auftreten. Jede Prognose über die Zukunft ist aber mit Unsicherheiten verbunden. Wir betrachten deshalb eine ganze Reihe von Klimamodellsimulationen, die wir anschliessend statistisch auswerten. Sie müssen sich vorstellen, da gibt es pro Emissionspfad (zukünftiger Ausstoss an weltweiten Treibhausgasen) rund 20 Simulationen. Diese Modelle laufen in die Zukunft und wenn sie klare Tendenzen zeigen, dann können wir daraus Aussagen erstellen.

Die Erstellung solcher Szenarien ist ein aufwändiger Prozess. Rund vier Jahre haben Sie und andere Forschende daran gearbeitet. Können Sie uns möglichst einfach erklären, wie Sie die Klimazukunft der Schweiz berechnet haben?

Wie Sie sich vorstellen können, haben wir einen aufwändigen Prozess durchlaufen bis wir da waren, wo wir heute sind. Die Klimaszenarien sind keine operationelle Aufgabe, sondern in vieler Hinsicht Neuland. Während drei Jahren haben wir grosse Forschungsanstrengungen betrieben, um das Fundament für die Szenarien zu erstellen, den so genannten Technischen Bericht. Rund 40 Personen waren in irgendeiner Form an dieser Arbeit beteiligt. Der Bericht wurde zudem von mehr als 20 nationalen und internationalen Experten begutachtet.

Die Klimaszenarien basieren im Wesentlichen auf vielen zukunftsgerichteten Klimamodellsimulationen, die wir entlang der Emissionspfade laufen lassen. Sie zeigen ein Klima der Zukunft unter Annahme von gewissen Emissionsszenarien. Die Modelle können so z.B. die Klimazukunft zeigen unter der Annahme, dass wir in den nächsten Jahrzehnten weltweit weiter ungebremst steigenden Treibhausgasausstoss haben.

Zeigen die neuen Klimaszenarien auch was passiert, wenn es uns gelingt, den weltweiten Treibhausgasausstoss zu senken?

Ja, wir zeigen auch ein Szenario, das die Klimazukunft der Schweiz abbildet unter der Voraussetzung, dass weltweit konsequente Schutzmassnahmen getroffen werden.

Daraus ergeben sich eine ernüchternde und eine positive Erkenntnis: Die Schweiz wird sich weiter erwärmen. Wir müssen uns also auf die Klimaveränderung einstellen. Doch mit einer globalen Reduktion des Treibhausgasausstosses können wir einen beträchtlichen Teil der Veränderungen vermeiden.

Unser heutige Wohlstand beruht doch auf der Nutzung von klimaschädlichen fossilen Brennstoffen. Wirkungsvoller Klimaschutz funktioniert einzig über Verzicht. Glauben Sie, die Menschen sind bereit dazu?

Ja, ich bin überzeugt, dass wir unser Verhalten ändern werden. Ich glaube jedoch, dass solche Massnahmen am besten über finanzielle Rahmenbedingungen vonstatten gehen: Gibt es Anreize, auf emissionsärmere Technologien umzusteigen, wird dies auch passieren. Dies ist zumindest meine persönliche Hoffnung.

Die 4 Hauptaussagen der neuen Klimaszenarien

Warum sollte sich die Schweiz für den Klimaschutz einsetzen, wenn etwa China und die USA immer wieder die Klimaverhandlungen blockieren und weiter machen wie bisher? Sind wir nicht, weltweit gesehen, viel zu unbedeutend?

In absoluten Zahlen stimmt das: Die Schweiz alleine verursacht nur einen geringen Beitrag an den weltweiten Treibhausgasemissionen. Selbst wenn die Schweiz null Emissionen ausstösst, wird man dies kaum im globalen Klima feststellen. Doch die Geschichte sieht ganz anders aus, wenn man die Emissionen pro Kopf betrachtet. Und vor allem auch, wenn man die Emissionen im Ausland berücksichtigt, die durch importierte Güter verursacht werden. Dann sind wir plötzlich nicht mehr unbedeutend.

Wenn es die Schweiz nicht schafft, griffige Klimaschutzmassnahmen umzusetzen und die Emissionen damit zu senken, wer dann? Wir haben das Wissen und die finanziellen Ressourcen dies auch umzusetzen. In diesem Sinne kommt der Schweiz in meinen Augen eine Vorreiterrolle zu.

Können die neuen Klimaszenarien dazu beitragen, dass sich die Schweiz anpasst?

Genau dafür sind sie da. Die Klimaszenarien erstellen wir im Auftrag des Bundes. Sie bilden damit eine wichtige Grundlage für die nationale Anpassung an den Klimawandel auf politischer Ebene.

Dann richten sich die Ergebnisse der Klimaszenarien an den Bund?

Ja auch, aber längst nicht nur! Das ist auch das Schöne an dieser Arbeit, wir schaffen einen echten Mehrwert. Primär werden Nutzer im Anpassungsbereich angesprochen: Fachstellen in Verwaltungen, Ingenieur- und Planungsbüros, Verbände und Privatwirtschaft. Mit Hilfe unserer Ergebnisse lassen sich konkrete Anpassungsmassnahmen planen wie z.B. Warnsysteme oder Schutzbauten. Aber auch Forschende im Bereich von Klimafolgen können stark von neuartigen Datensätzen profitieren. Zum Beispiel kann aufgrund der neuen Szenarien die Eignung von Standorten für bestimmte landwirtschaftliche Kulturen neu beurteilt werden.

Ein spezielles Augenmerk haben wir darauf gelegt, eine grosse Menge an Daten und Grafiken aufzubereiten und in Form einer Web-Applikation online frei zur Verfügung zu stellen. Dort kann sich jeder informieren, wie die Klimaänderung seine Wohnregion trifft.

Wie schauen Sie als Klimaforscher der Zukunft entgegen?

Es ist klar, das Klima wird in Zukunft ein anderes sein, als wir es heute kennen. Und es ist auch klar, dass wir uns unbedingt überlegen müssen, welche Massnahmen getroffen werden müssen, um sich darauf vorzubereiten.

Auf der andern Seite findet die Diskussion darüber schon lange statt, nicht nur in der Schweiz, sondern global. Unser Wissen hat sich massiv vergrössert, wir erhalten ein immer klareres Bild der Klimazukunft und darüber, wie die Klimaveränderung stattfinden wird. Mit dem Pariser Abkommen wurde ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen den Klimawandel gelegt. Doch nun müssen die Beschlüsse auch konsequent umgesetzt werden. Vielleicht können die neuen Klimaszenarien hier etwas bewirken.

Wenn ich das enorme Interesse der Bevölkerung am Thema sehe, dann stimmt mich das positiv. Für die heutige Veranstaltung haben wir so viele Anmeldungen erhalten, dass wir in zusätzlichen Räumen eine Live-Übertragung anbieten.

Kommentare (37)

  1. Buffi, 04.12.2018, 06:59

    Mikrowellen Strahlung verändert das Wetter, informieren Sie sich bitte über 5G Mobilfunk. (Aber bitte nicht bei der Swisscom)

  2. houstonwe'vehadaproblemhere, 02.12.2018, 18:58

    Bravo @Kelvin!
    Bravo @M.Bucher

    Die Losung fur "Klimaproblemen" und noch viel mehr andere "Problemen" :
    Weniger Menschen!
    Wir brauchen weiniger Rohstoffen, poduzieren weniger Abfalle, weniger Umweltbelastung, weiniger..............
    Gut fur die Erde und das Klima!

    (Ich habe keine Kinder......, leiste also ganz viel fur das Klima....)

  3. Patrik Müller, 23.11.2018, 20:00

    Das Zitat oben im Text, dass das Klima in Zukunft anders sein wird als heute ist eine Binsenwahrheit. Wer das Klima über die letzten 100'000 Jahren anschaut, wird sehen, dass das Globalklima mit allergrösster Wahrscheinlichkeit eine neue Eiszeit hervorbringen wird. Der nun beobachtete Klimaabschnitt ist lächerlich kurz und nur ein Gegenanstieg im generellen Temperaturabfall richtung neuer Eiszeit.
    Geniessen wir das bei solchen klimatischen Bedingungen bisher so benannte "Klimaoptimum"! Und lassen wir Raum frei, wenn die Gletscher wieder vorstossen, wie sie das bisher so alle 15 -20'000 Jahren taten!

    1. Marcel, 28.11.2018, 13:27

      Es gibt mehr als genug Daten, die dafür sprechen, dass wir uns bereits ausserhalb dieser natürlichen Perioden befinden.

      Dies aus Bequemlichkeit zu ignorieren oder schönzureden und einfach so weiter zu machen bringt uns und nachfolgende Generationen in eine missliche Lage.

      Es ist Zeit, endlich die Fehler zu korrigieren, die wir aus Bequemlichkeit und dem Streben nach Wohlstand machen.

    2. Kelvin, 28.11.2018, 18:13

      @Marcel
      Die Schweiz und die Welt generell sind heute völlig anders als vor 100 oder 150 Jahren. Es gibt viel mehr Menschen, die Landschaften sehen vielerorts ganz anders aus (Verstädterung). Wenn man diese massiven Veränderungen bei der Temperaturentwicklung nicht berücksichtigt, macht man etwas falsch. Zwei Beispiele: Binningen und Fluntern waren um 1900 kleine Dörfer, durch Wiesen, Felder bzw. Weinberge von Basel und Zürich getrennt. Heute sind sie Teil der Stadt bzw. der Agglo. Eine ähnliche Entwicklung gab es auch in vielen anderen Regionen unseres Landes und in vielen anderen Staaten.
      Wer dies nicht berücksichtigt, vergleicht Aepfel nicht mit Aepfeln, auch nicht mit Birnen, sondern vielleicht mit Ananas. Da braucht man keine ausgeklügelten CO2- oder andere Theorien.

    3. Pius, 29.11.2018, 07:23

      Da gebe ich Marcel absolut recht. Jeder der etwas anderes behauptet hat schlichtweg seine Hausaufgaben nicht gemacht!

    4. Yanick, 02.12.2018, 16:03

      wiso gibt es dann keine Wissenschaftler die deine These unterstützen? Beantworte mir als Stellvertreter aller Klimawandel Skeptiker diese Frage. Denn wir alle könnten viel entspannter leben wenn wir uns sicher wären, dass das Klima eh macht was es will. Es liegt jetzt an dir, deine Meinung zu belegen, wenn du das aber nicht kannst, bist du nächstes Mal bitte still.

  4. Stefan Flury, 21.11.2018, 09:42

    Ich kann nachvollziehen, wieso es mehr extreme Hitzeperioden gibt, wenn es wärmer wird. Was ich aber nicht verstehe: Warum gibt es auch mehr Extremniederschläge?

    1. Ulrich, 21.11.2018, 13:21

      Das geschieht immer wenn die Temperaturunterschiede zwischen Warm- und Kaltfront , die zusammen stossen, gross sind. Diese Situation ist typisch für ein Grand Solar Minimum. Es gibt neben Wärmerekorden eben auch Kälterekorde. Nur werden diese weniger erwähnt.Extreme Regenfälle in Kathar , Kuweit, Jordanien. Blühende Wüsten in Saudiarabien.

    2. MeteoSchweiz, 21.11.2018, 13:44

      @Stefan Flury: Seit 1901 hat die Niederschlagsmenge von einzelnen Starkniederschlägen in der Schweiz um 12 Prozent zugenommen. Da wärmere Luft pro Grad Celsius der Erwärmung etwa 6 bis 7 Prozent mehr Wasser aufnehmen kann, ist die gemessene Intensivierung der Niederschläge physikalisch gut verstanden. Mehr Starkniederschläge sind also eine direkte Folge der zunehmend höheren Temperatur.

      Die Informationen dazu sind in der Broschüre "CH2018 - Klimaszenarien für die Schweiz" zu finden.

      Link Broschüre "CH2018 - Klimaszenarien für die Schweiz"
      https://www.nccs.admin.ch/nccs/de/home/klimawandel-und-auswirkungen/schweizer-klimaszenarien/broschuere-bestellen.html

  5. huhu, 20.11.2018, 13:30

    Wo finde ich die frei zugänglichen Daten der Klimaveränderung meiner Wohngegend

    1. MeteoSchweiz, 20.11.2018, 15:07

      Man findet entsprechende Informationen im Webatlas:
      https://www.nccs.admin.ch/nccs/de/home/materialien-und-daten/daten/ch2018-webatlas.html.

      Hier kann die Entwicklung verschiedener Klimaindikatoren wie z.B. Neuschneetage, Sommertage, oder Tropennächte an einzelnen Stationen und auf einem 2km-Gitter über der Schweiz verfolgt werden.

  6. Ranger, 19.11.2018, 13:53

    Wenn ich, in meinem Umfeld so zuhöre, gilt vorwiegend ich mache
    schon genug, die andern sollten.....
    - CH hat in Europa die schwersten und PS stärksten Autos.
    - Fernreisen und Mobilität (inkl. Bahn) jeglicher Art, Weltspitze !!
    - Wohnflächen, Büroflächen in der Weltspitze.
    - Nahrungsmittel alles und jedes, 365Tg zur Verfügung.
    - Restlicher Konsum ( Elektronik, Kleider, Sport etc. Weltspitze )
    - Stromverbrauch pro Person, ca 7.5 MW, in der Weltspitze
    - Zum Schluss :
    Bevölkerungsentwicklung gemäss UNO :
    Oktober 2018 7.62 Mia. zuwachs bis 2050 plus 65 Mio. / Jahr.
    = ca. 10 Mia. = plus 100% in Afrika von 1.2 Mia auf 2.5 Mia
    Asien plus 22% von 4.4 Mia auf 5.3 Mia . Restliche Welt bleibt
    etwa gleich.
    In der CH hat es 8.5 mio Klimaexperten welche noch Jahre über
    das debattieren werden ohne grossen Erfolg, schlecht für die mit
    wenig Geld, weniger schlecht für die mehr Geld, ändert sich nichts
    für die mit viel Geld. Es wird Verteilungskämpfe geben.
    ( Ich selber bin 58J. alt, heize seit jeher mit Holz, fahre ca.7000km
    mit dem Auto, fahre kein Ov, habe 4 Fernreisen gemacht.

  7. M. Bucher, 19.11.2018, 09:27

    Ich habe noch nirgendwo gelesen, worauf diese Prognosen basieren? Dann werden nicht mal Wahrscheinlichkeiten für die Bandbreiten genannt. Was sind das, 95% Konfidenzintervalle? (Das wäre der Standard bei wissenschaftlichen Arbeiten, aber so genau kann man wohl kaum je Aussgagen machen für ein so komplexes System). Aber wenn es z.B. 65% Intervalle sind und man dann noch davon ausgeht, dass die Modelle nicht alle Faktoren berücksichtigen, die zur Klimaveränderung beitragen, dann sind die Aussagen dann schon fast nichts sagend.

    Wie funktionieren die Modelle im Grundsatz. Wird z.B. einfach die Klimaentwicklung der letzten 30 Jahre genommen und den vergangenen CO2-Werten entgegengestellt? Dann ist von vorneherein klar, wie die Prognose aussehen wird. Wie würde die Prognose aussehen, wenn man die letzen 300 Jahre nehmen würde?

    Und welche Faktoren sind sonst in den Modellen drin? Ist die Sonnenaktivität berücksichtigt? Wie sicher kann man diesen Einfluss überhaupt quantifizieren? Wie reagiert die Vegetation auf den veränderten CO2-Gehalt? Welche andere Einflussfaktoren werden von Forschern noch diskutiert und werden diese berücksichtigt?

    So wie es aussieht, macht man sich die Arbeit hier etwas einfach. Man nimmt einfacht eine Reihe von Modellen, die von anderen Forschern entwickelt wurden, die wie die Meteo-Schweiz Mitarbeiter ihre Budgets wegen der Klimaerwärmung erhalten und wurstelt dann etwas zusammen.

    Ich bezweifle nicht, dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre allein betrachtet die Temperatur erhöht. Das kann man in einer Glaskugel nachprüfen. Ich habe nur das Gefühl, dass man uns mit solchen Prognosen für dumm verkauft.

    Würden solche Prognosen von privaten Unternehmen gemacht, die ebenfalls finanziell davon profitieren, dann würde dieser Bericht von den Medien zerrissen.

    1. Patrik Müller, 23.11.2018, 20:09

      Die Frage nach der Sonnenaktivität ist zentral! Vergleicht man diese über einen riesigen Zeitraum mit den beobachteten Klimaschwankungen tritt eine erstaunliche Korrelation auf.
      Und Prognosen macht die Klimaforschung keine, sondern sie beschreibt Szenarien. Einfach gesagt: Für Prognosen müssten exakte Werte, Daten, Korrelationen aus der Vergangenheit aufgerechnet werden. Und das kann/will die Klimaforschung nicht (daher auch immer die Unsicherheiten schon nur beim Wetterbericht für zwei Tage). Die dargebotenen Szenarien sind statistisch konstruierte Gebilde, die je nach dem wo man daran schraubt verändert werden können.

    2. A. Knall, 29.11.2018, 05:02

      Danke M. Bucher für den Beitrag, es ist eigentlich alles wichtige gesagt, zu betonen ist die Einseitige Berichterstattung ohne Fakten aber mit viel Angstmacherei.

  8. Mario, 18.11.2018, 21:53

    …wer Recht behält, was Klimaszenarien anbelangt, wird einzig die Zukunft zeigen. Darin sind sich wohl alle einig. Wer aber heute noch die Augen vor einer Veränderung des Klimas verschliesst, der kann wahrscheinlich nie davon überzeugt werden, dass vielleicht auch wir uns in gewissen Belangen ändern sollten…

  9. Breidenstein Stephan, 18.11.2018, 15:07

    Aufgrund der Wissenschaft wissen wir immer besser, was auf uns zukommen wird. 1. Grosse Kosten für Massnahmen gegen den Klimawandel. 2. Noch grössere Kosten, wenn wir nichts tun inkl. Kosten der kurzfristigen Umstellung der planetaren Energieversorgung, wenn die Preise für fossile Energieträger durch die Decke gehen, was meine Kinder erleben werden. Die grossen Rückversicherer wissen das und freuen sich schon auf die Erhöhung ihrer Prämien. 3. Zusätzliche Kosten für die Entwicklung von Ersatz für alle anderen Produkte, die man aus Öl sonst noch herstellen kann: Der Verbrauch eines endlichen Rohstoffes für Elektrizität, Mobilität und Heizung ist nicht intelligent, sondern Verschwendung und nur billig (noch). 4. Die Frage, ob der Klimawandel menschenverschuldet ist oder nicht, sollte peinlich sein, jedenfalls für alle, die bereit sind, selber zu denken. 5. Alle Politiker, die beim Stichwort Klimawandel angst- oder problemgesteuert reagieren, sollten zurücktreten, in der Privatwirtschaft werden Leute, die Probleme vor sich herschieben, statt sie zu lösen, entfernt. Nicht nur jeder Einzelne, sondern auch die Politik und die Manageretagen müssen agieren statt reagieren, bevor Hauruckübungen zwingend werden. 6. Ich wünsche mir eine andere Einstellung zum Thema: Als die Neat beschlossen wurde, wusste man nicht, wie die Pioramulde bewältigt werden könnte, oder ob die Software für die Zugüberwachung dereinst bereit sein würde; als die USA beschlossen, zum Mond zu fliegen, waren verschiedene Technologien noch im Entwicklungsstadium, ohne die es nicht gehen würde. Die Umstellung der Energieversorgung der Erde auf nachhaltige Quellen ist dagegen technologisch nicht schwierig, aber riesig, weshalb wir je früher desto besser damit beginnen sollten.

  10. Leo Herzog, 16.11.2018, 13:35

    Mich interessiert es, welchen Einfluss das zukünftige Wetter auf die (Trink)-Wassersituation in der CH und in Europa hat. Werden wir genug Wasser haben, um auf den Feldern noch etwas wachsen zu lassen?

    1. Patrik Müller, 23.11.2018, 20:23

      Ja! In den Alpen stauen sich die Wolken und es regnet genug um unser Land zu versorgen. Nachgedacht werden sollte über eine zusätzliche Speicherfähigkeit (für Wasser das jetzt in Form von Eis und Schnee gespeichert wird).
      Ebenfalls werden die Flüsse allenfalls deutlich weniger Wasser führen. Das Grundwasser wird weiterhin Hauptquell der Waserversorgung stellen und in ausreichender Quantität vorhanden sein.

  11. Michael Gäumann, 14.11.2018, 15:19

    Als junger besorgter Landwirt war ich gestern dabei in Zürich an der Veranstaltung für Klimaszenarien.
    Vielen Dank an alle Sprecher und Organisatoren für diese möglichkeit sich als Privatperson so informieren zu können.

    Nun jeder kann seinen Beitrag leisten mit kleinen oder grösserem Handeln.

    Die Broschüre über Klimaszenarien für die Schweiz 2018, kann ich jedem empfelen. Nehmt jetzt die Gelegenheit war und informiert alle in euer Umgebung darüber. Ich bin sicher das die Broschüre gerne zu euch verschickt wird. Oder stehen auch alle Infos auf den Internetseiten von NCCS zur verfügung.

    Wir sind ein Land das eine Vorreiter Rolle übernehmen muss.

    Egal ob es darum geht auf das Fliegen zu verzichten oder so wie wir die erste Versuche machen das Pferd zu benutzen für Arbeiten auf dem Feld.

    Ich danke jedem, der sein Umfeld damit informiert und Konsequenzen daraus zieht.

    Es ist Zeit zu Handeln!

  12. Tobias Leuzinger, 14.11.2018, 13:45

    Im dritten Assessment Report 2001 (TAR 2001) des IPCC heißt es auf Seite 774:

    “In climate research and modeling,
    we should recognize that
    we are dealing with
    a coupled non-linear chaotic system,
    and therefore that the long-term prediction of future climate states is not possible.”

    darum: lasst doch den quatsch...

    1. Rocky, 14.11.2018, 19:29

      Schliesse mich an : Quatsch!

    2. Ulrich, 15.11.2018, 10:31

      Wer sich über die Interaction von Wissenschaft und Politik informieren möchte kann sich den Vortrag von MIT Professor Dr. Richard Lindzen (Klimatologe) anhören. Sehr interessant und informativ. https://www.youtube.com/watch?v=ONT53TlXv5A Eine etwas andere Meinung

    3. Carlo, 15.11.2018, 16:35

      Genau, lasst den Quatsch. Prof. Dr. Lindzen — guter Mann, weiss wovon er redet.

    4. Dominik Büeler, 15.11.2018, 23:06

      Da es sich die Skeptischen unter uns jeweils ein bisschen gar einfach machen, wäre hier noch das vollständige Zitat:

      "In climate research and modelling, we should recognise that we are dealing with a coupled non-linear chaotic system, and therefore that the long-term prediction of future climate states is not possible. The most we can expect to achieve is the prediction of the probability distribution of the system's future possible states by the generation of ensembles of model solutions. This reduces climate change to the discernment of significant differences in the statistics of such ensembles. The generation of such model ensembles will require the dedication of greatly increased computer resources and the application of new methods of model diagnosis. Addressing adequately the statistical nature of climate is computationally intensive, but such statistical information is essential."

      Wenn man sich etwas tiefer mit den Klimawissenschaften beschäftigt (und nicht nur diesen einen aus dem Kontext gerissenen Satz liest), wird schnell klar, dass genau solche Modell-Ensembles schon lange Standard sind und dank der besseren Computer auch immer mehr ausgebaut werden können (zwischen dem Zitat und heute liegen 17 Jahre rasante Entwicklung der Computertechnologie). Und genau damit ist es inzwischen möglich, Verteilungen von zukünftigen Klimazuständen vorherzusagen. Es behauptet also kein einziger IPCC-Mitarbeitender, dass er/sie das Klima in 50 Jahren exakt vorhersagen kann.

    5. Ulrich, 17.11.2018, 07:18

      Die Modelle gehen aber davon aus, dass das CO2 eine entscheidende Rolle im Klimawechsel spielt. Ist dies nicht der Fall ,sind die Modelle wertlos. Dr. Lindzen sagt, dass das CO2 mal ganze 2% daran beteiligt ist.Die Grand Solar Minimum Befürworter sagen, dass die Sonne 80% am Klima beteiligt ist. Die Zeit wird zeigen wer recht hat.

    6. s.b, 18.11.2018, 16:35

      Jaja, die Skepiker. seid mal skeptisch mit euren Quellen.Dr.Richard Lindzens ist auch als Berater tätig für die Erdölindustrie, ebenso Mitglied des wirtschaftsnahen "Cato Institut". Ein Schelm wer da einen "zufälligen" Zusammenhang sieht!

  13. Markus, 14.11.2018, 12:32

    Interessantes Interview: Wenn jede und jeder nach bestem Wissen (das haben wir mittlerweile!) und Gewissen, seinen bzw. ihren Beitrag leistet, ist schon ein wichtiger Schritt getan. Wir sollten mehr Verantwortung für unseren Konsum übernehmen.

  14. Mark Moser, 14.11.2018, 05:58

    Vielen Dank für diese aufschlussreiche Interview!

  15. andreas, 13.11.2018, 16:56

    was für ein käse, app wird nach jahren gebrauch gelöscht

    1. Dominik Buettiker, 14.11.2018, 08:49

      Darf ich fragen was Sie damit meinen?

    2. Susann, 14.11.2018, 09:48

      Ja allerdings! Obiger Frage schliesse ich mich an: was soll das?
      Überall- selbst in unmittelbarer Nachbarschaft!- schaffen es Leute nicht, selbst vier Schritte zu tun, um einkaufen zu gehen. Oder sie müssen sich im Auto mit laufendem Motor abkühlen oder aufwärmen: Egoisten, denen kommende Generationen egal sind. Schande!

    3. Hans Peter Roth, 14.11.2018, 11:04

      Bitte?

  16. Werner Schreier, 13.11.2018, 13:46

    Danke Meteo Schweiz!
    Super Arbeit.

    1. marianne werle, 15.11.2018, 16:25

      Meine Frage - wo kann ich diese Broschüre bestellen? Vielen Dank für eine kurze Info!

    2. MeteoSchweiz, 15.11.2018, 17:25

      @marianne werle: Die Broschüre können Sie gerne unter https://www.nccs.admin.ch/nccs/de/home/klimawandel-und-auswirkungen/schweizer-klimaszenarien/broschuere-bestellen.html bestellen.