Adventskalender 2018

23. Dezember 2018, 17 Kommentare
Themen: Über uns

Auch dieses Jahr gab es am Himmel wieder viele fotogene Szenerien. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von MeteoSchweiz sowie Augenzeugen haben die besten Wetter-Fotos für sie zusammengestellt und erklärt. Mit Wolken- und Wetterspektakel, aber auch mit stillen Impressionen möchten wir Sie durch die Adventszeit begleiten. Wir wünschen Ihnen frohe Festtage!

Adventskalender-Bild mit Nummer

1. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Paukenschlag zum Jahresbeginn. Die Gischt des sturmgepeitschten Zugersees fliegt meterhoch über die Seepromenade in Zug. Aufnahme am 3. Januar 2018 während des Sturms Burglind. Foto: Andreas Hostettler
Paukenschlag zum Jahresbeginn. Die Gischt des sturmgepeitschten Zugersees fliegt meterhoch über die Seepromenade in Zug. Aufnahme am 3. Januar 2018 während des Sturms Burglind. Foto: Andreas Hostettler

Am Vormittag des 3. Januar 2018 erfasste der Sturm Burglind/Eleanor grosse Teile der Schweiz. Es war der stärkste Wintersturm seit Lothar 1999 und brachte vor allem im Jura und im Flachland der Alpennordseite aussergewöhnlich starke Winde. So wurden im Flachland verbreitet Windspitzen von 90 bis gut 130 km/h, in Berglagen 140 bis 170 km/h und an exponierten Lagen stellenweise bis 200 km/h gemessen. Das Rhonetal, Nord- und Mittelbünden waren nur am Rand betroffen, die Alpensüdseite wurde grösstenteils vom Sturm verschont.

 

2. Dezember 2018

Kelvin-Helmholtz-Wellen entstehen meist an einer Grenzschicht zwischen zwei unterschiedlichen Luftmassen. In diesem Fall haben sich die Kelvin-Helmholtz-Wellen an der Tropopause, der Grenzschicht zwischen der Troposphäre, die auch Wetterschicht der Atmosphäre genannt wird, und der Stratosphäre, der trockenen Schicht oberhalb der Troposphäre, gebildet. Die Tropopause befindet sich je nach Wetterlage und Breitengrad zwischen etwa 8 und 15 km Höhe. Im Foto sind die Wolkenschichten in der Troposphäre sowie die sehr trockene Luft darüber gut zu erkennen. Eine weitere „Zutat“ für die Entstehung von Kelvin-Helmholtz-Wellen ist die Änderung der Windrichtung oder –stärke mit der Höhe. An diesem Tag wehte etwa auf der Höhe der Wolkenschicht ein Starkwindband (Jet-Stream) und in der darüber liegender Tropopause und Stratosphäre nahm der Wind stark ab, wodurch sich diese wunderschönen Kelvin-Helmholtz-Wellen bilden konnten.

3. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Oberaarjochhütte am 20. August 2018. Im Hintergrund eine Cumulonimbuswolke auf der Alpensüdseite und im Vordergrund das Überfliessen der feuchtkühlen Luft ins Goms. Foto: Daniel Gerstgrasser
Oberaarjochhütte am 20. August 2018. Im Hintergrund eine Cumulonimbuswolke auf der Alpensüdseite und im Vordergrund das Überfliessen der feuchtkühlen Luft ins Goms. Foto: Daniel Gerstgrasser

Kurz vor Sonnenuntergang sind auf der Alpensüdseite einzelne Gewitterzellen entstanden, der Amboss war auch nördlich des Alpenhauptkamms gut sehen. Der Ambos ist der obere Teil eines Cumulonimbus (Gewitterwolke). Er entsteht, wenn die Wolke die Tropopause erreicht. Dort kann die feuchte Luft nicht weiter aufsteigen und breitet sich daher seitwärts aus. Am unteren Bildrand fliesst mit dem Grimselwind feuchtkühle Luft Richtung Goms.

Auf folgendem Video ist besonders das Überfliessen der feuchtkühlen Luft ins Goms gut sichtbar. Video: D. Gerstgrasser

4. Dezember 2018

Ein Regenbogen kann beobachtet werden, wenn man die Sonne im Rücken hat und eine abziehende Regenwolke von der Sonne beleuchtet wird. Die Farben des Regenbogens entstehen durch Brechung und Reflexion des Sonnenlichts an Regentropfen. Dies bezeichnet man auch als Dispersion. Die Farben sind immer dieselben und erscheinen immer in der gleichen Reihenfolge von aussen nach innen: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Violett.

Bei einem doppelten Regenbogen werden die Lichtstrahlen zweimal an der Grenzschicht im Inneren der Regentropfen reflektiert. Die Lichtstrahlen treten dann in einem anderen Winkel aus dem Tropfen wieder aus und bilden ihren eigenen Bogen, der grösser ist und den ersten Regenbogen (Hauptregenbogen) umschliesst. Aufgrund der doppelten Reflektion sind die Spektralfarben auch umgekehrt angeordnet.

Bei starkem Föhn bilden sich auf dem Urnersee oft sogenannte Wasserteufel. Sie entstehen durch Verwirbelungen, welche beispielsweise durch den Föhn ausgelöst werden. Sichtbar werden die kleinräumigen und kurzlebigen Luftwirbel durch die Gischt. An diesem Tag wehte der Föhn mit Böenspitzen von 102 km/h in Isleten und 92 km/h in Altdorf.

6. Dezember 2018

Photo "Sonnenaufgang": Abend- bzw. Morgenrot entsteht durch Streuung des Sonnenlichts an Gasmolekülen, Staub- und Dunstpartikel in der Atmosphäre. Dabei wird das kurzwellige blaue Licht stärker als das rote langwellige Licht gestreut, weshalb tagsüber der Himmel blau erscheint. In Horizontnähe, also beim Abend- bzw. Morgenrot, überwiegen aufgrund des längeren Weges durch die Atmosphäre die langwelligen rötlichen Farbtöne.

7. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Lebhafte Herbstfarben in den Weinbergen vom Lavaux bei Chexbres. Blick auf den Genfersee im Oktober 2017. Foto: Lionel Peyraud
Lebhafte Herbstfarben in den Weinbergen vom Lavaux bei Chexbres. Blick auf den Genfersee im Oktober 2017. Foto: Lionel Peyraud

Die Sonne scheint auf die bereits eingefärbten Weinberge im Lavaux und der Himmel erscheint gleichzeitig tiefblau. Gerade im Herbst erscheint das Himmelsblau besonders intensiv. Dies aufgrund der geringeren Luftfeuchtigkeit. Dies hat zur Folge, dass weniger Wassermoleküle für die Streuung des Lichts zur Verfügung stehen. Wenn die Luft viel Feuchtigkeit, also viele Wassermoleküle, enthält, wird das Sonnenlicht, das weiss erscheint, stärker gestreut. Somit erscheint uns der Himmel bei Dunst weisslich. Je weniger Feuchtigkeit nun in der Luft enthalten ist, desto blauer erscheint der Himmel.

8. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Abendliche Herbststimmung vom Säntis aus Richtung Nordwesten am 15.September 2009 um 18:10 Uhr. Foto: Heinz Graf
Abendliche Herbststimmung vom Säntis aus Richtung Nordwesten am 15.September 2009 um 18:10 Uhr. Foto: Heinz Graf

Wenn die direkte Sonnenstrahlung durch die Wolken verdeckt wird, scheint sie an den Wolkenrändern sichtbar zu werden. Diese Strahlen werden dann an Wasser- und Staubpartikeln in der Luft mit einem kleinen Winkel gestreut. Die Strahlen heben sich dabei vom Wolkenschatten ab und treten dadurch sichtbar hervor. Dies wird auch als Tyndall-Effekt bezeichnet.

9. Dezember 2018

Die totale Mondfinsternis war ein spektakuläres Ereignis und die Wetterverhältnisse waren dafür ideal. Nach dem Auflösen der Quellwolken konnte die Mondfinsternis im Wallis, aber auch in der Deutschschweiz bei klarem Himmel beobachtet werden. Dabei war nicht nur der sogenannte rote Mond, der sich im Schatten der Erde befindet, gut sichtbar, sondern auch der Planet Mars, der an diesem Abend besonders hell geleuchtet hatte.

10. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Wolkenstimmung über dem Tsanfleurongletscher und Oldenhorn mit den Berner Alpen im Hintergrund. Foto: Simone Trefalt
Wolkenstimmung über dem Tsanfleurongletscher und Oldenhorn mit den Berner Alpen im Hintergrund. Foto: Simone Trefalt

Die linsenartigen Wolken oberhalb der Cumuluswolke im Hintergrund nennt man Pileus. Pileus ist eine Begleitwolke von geringer horizontaler Ausdehnung in Form einer Kappe oder Haube und befindet sich unmittelbar am oberen Teil einer Cumulus- oder Cumulonimbus-Wolke (Gewitterwolke).

Pilei bilden sich wenn starke Aufwinde in den tieferen Schichten auf stabil geschichtete Luft in höheren Schichten treffen. Durch das Aufsteigen der Luft, wird diese abgekühlt und erreicht ihren Taupunkt. Ein Pileus oberhalb einer Cumulus-Wolke ist häufig ein Hinweis auf eine sich bildende Cumulonimbus-Wolke, da der Pileus einen starken Aufwind andeutet und dies eine Voraussetzung für ein starkes Gewitter ist.

11. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Wasserhose über dem Zürichsee am 26. August 2018 fotografiert von Richterswil aus. Foto: Daniel Gerstgrasser.
Wasserhose über dem Zürichsee am 26. August 2018 fotografiert von Richterswil aus. Foto: Daniel Gerstgrasser.

Die Höhenkaltluft über dem noch warmen Zürichsee sorgte in den Morgenstunden für die Bildung einer wunderschönen Wasserhose. Ihre Lebensdauer betrug etwa sieben Minuten.

Die oft filigranen Wasserhosen bilden sich nur in einer schwachwindigen Umgebung, die einen hohen Feuchtegehalt der Luft (damit im Wirbelwind Kondensation stattfindet und der „Schlauch“ sichtbar wird) und eine grosse Labilität aufweist (letztere ist typischerweise im Herbst über unseren relativ warmen Seen gegeben).

Video von der Wasserhose über dem Zürichsee (D. Gerstgrasser):

12. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Asperitas Wolken der Gattung Altocumulus fotografiert am 22.9.2018 über dem Schwyzer Talkessel. Foto: Peter Beeler
Asperitas Wolken der Gattung Altocumulus fotografiert am 22.9.2018 über dem Schwyzer Talkessel. Foto: Peter Beeler

Asperitas sind gut definierte, wellenartige Strukturen an der Unterseite einer Wolke. Sie sind chaotischer angeordnet und weisen eine geringere horizontale Organisation auf als die Art Undulatus. Asperitas Wolken sind gekennzeichnet durch lokale Wellen an der Wolkenbasis, mit glatten oder gesprenkelten Strukturen. Teils scheint es, als ob man eine aufgeraute Meeresoberfläche von unten betrachtet. Diese Wolkenstruktur tritt meist im Zusammenhang mit Wolken der Gattungen Stratocumulus und Altocumulus auf, also in den tieferen und mittleren Wolkenschichten.

13. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Bildung einer Wirbelschleppe und Kondensation an einem Flugzeug in den frühen Morgenstunden. Blick von der Beobachtungsstation Oberglatt am Flughafen Zürich Kloten in Richtung N/NE am 19. September 2018. Foto: Daniel Buck
Bildung einer Wirbelschleppe und Kondensation an einem Flugzeug in den frühen Morgenstunden. Blick von der Beobachtungsstation Oberglatt am Flughafen Zürich Kloten in Richtung N/NE am 19. September 2018. Foto: Daniel Buck

Als am frühen Morgen des 19.9.2018 die erste Welle von Flugzeugen beim Anflug aus Norden landete, konnte ein interessantes Phänomen beobachtet werden. Die Landung erfolgte auf Piste 14, der Himmel war klar und die Grundschicht ziemlich feucht. Dies führte dazu, dass die feuchte Luft an den Flugzeugprofilen kondensierte, bevorzugt an Stellen wo Unterdruck herrscht und in den Wirbelschleppen, welche an den Flügelspitzen entstehen. Ein anschauliches Beispiel für die Theorie von Bernoulli, die besagt, dass die Luft über die gekrümmte Oberseite eines Tragflügels einen längeren Weg zurücklegt als unter dessen flacher Unterseite. Dadurch entsteht über dem Flügel geringerer Druck , was an den Tragflächen praktisch sichtbar wird.

14. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Raureis an einem Baum auf dem Ruppen (SG) am 13. Januar 2018. Foto: Corinne Fässler
Raureis an einem Baum auf dem Ruppen (SG) am 13. Januar 2018. Foto: Corinne Fässler

Raueis entsteht durch Resublimation, das bedeutet, dass der gasförmige Wasserdampf direkt in den festen Zustand über geht und sich an Gegenständen ablagert. Dabei muss die Luftfeuchtigkeit über 90% betragen. Raueis entsteht hauptsächlich bei Nebel und Temperaturwerten zwischen minus 2° C und minus 10° C. Starker Wind begünstigt die Bildung von Raueis.

15. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Frischer Start am Neujahrstag 2017. Nebelauflösung um ca. 13:20 in Herrliberg mit Blick Richtung NW. Foto: Martin Schäfer
Frischer Start am Neujahrstag 2017. Nebelauflösung um ca. 13:20 in Herrliberg mit Blick Richtung NW. Foto: Martin Schäfer

Am 1.1.2017 sorgte ein markanter Druckabfall auf der Alpennordseite und besonders in den Bergen mit auffrischendem Südwestwind für ein Abfliessen des Kaltluftsees. Damit ist die Nebelobergrenze gegen 500 bis 700 Meter gesunken. Der Nebel löste sich um die Mittagszeit auf und in der Region Zürich wurden 3 bis 5 h Sonne verzeichnet bei Temperaturmaxima von Null Grad. Dank den frostigen Temperaturen und der feuchten Nebelluft bildete sich an der Vegetation Reif und Raueis, was bei Nebelauflösung für diese schöne Stimmung sorgte.

16. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Erster Schneefall am Caumasee bei Flims am 6. November 2017. Die frisch verschneiten Tannen spiegeln sich im türkisblauen Wasser des Sees. Foto: Mirjam Baumann
Erster Schneefall am Caumasee bei Flims am 6. November 2017. Die frisch verschneiten Tannen spiegeln sich im türkisblauen Wasser des Sees. Foto: Mirjam Baumann

Schnee entsteht in verschiedenen Schritten. Am Anfang des Bildungsprozesses ist der Wasserdampf. Wenn sich dieser abkühlt, kondensiert er zu ganz kleinen Wassertröpfchen, die bei weiterer Kühlung dann gefrieren. Beim Gefrieren der Wassertröpfchen wird Kristallisationswärme freigesetzt und diese erwärmt die Umgebungstemperatur um die Wassertröpfchen kurzzeitig. Dadurch verdampfen andere Wassertröpfchen wieder zu Wasserdampf, gefrieren dann jedoch sofort zu Kristallen.

Schneeflocken entstehen schliesslich durch das verketten der einzelnen Kristalle beim Fallen. Wie gross und welche Formen Schneeflocken annehmen, hängt von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, bei der sie gebildet wurden ab. Ist es wärmer (>-5 Grad) bilden sich grössere Schneeflocken, während bei tiefen Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit sich die einzelnen Kristalle schlechter verbinden können und es bilden sich somit nur kleine Schneeflocken.

17. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Eisskulpturen am Genferseeufer am 27. Februar 2018 Foto: Didier Ulrich
Eisskulpturen am Genferseeufer am 27. Februar 2018 Foto: Didier Ulrich

Ende Februar 2018 war geprägt von einer eisigen Bise. Während mehreren Tagen sorgte die stürmische Bise im westlichen Genferseebecken für Böenspitzen von bis zu 80 km/h. Aufgrund der negativen Temperaturen bildeten sich durch die gefrierende Gischt vielfältige Eisskulpturen.

18. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Am Morgen nach dem ersten Schneefall im Val da Camp/Saoseo Hütte am 10. Oktober 2016 um 08:40 Uhr. Blick auf den Berg Corn da Camp im Morgenlicht. Foto: Christian Lukasczyk
Am Morgen nach dem ersten Schneefall im Val da Camp/Saoseo Hütte am 10. Oktober 2016 um 08:40 Uhr. Blick auf den Berg Corn da Camp im Morgenlicht. Foto: Christian Lukasczyk

Schnee ist bei uns besonders im Winter allgegenwärtig. Aber was ist Schnee überhaupt? Schnee besteht aus vielen kleinen Eiskristallen in den verschiedensten Formationen. Es gibt sechseckige Plättchen- oder Sternen-Formen, aber auch Säulen oder Nadeln. Die Kristallgitter-Struktur der Wassermoleküle ist der Grund für die oft sechseckige Form von Schneekristallen. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit entstehen andere Formen von Schneeflocken.

19. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Wintermärchen auf der Tannalp bei Melchsee-Frutt am 23. Januar 2018. Foto: Daniel Gerstgrasser
Wintermärchen auf der Tannalp bei Melchsee-Frutt am 23. Januar 2018. Foto: Daniel Gerstgrasser

Dies war der erste Hochdrucktag nach ergiebigen Schneefällen in den Bergen. Auf der windabgewandten Seite ist der untere Stock der Alphütten komplett eingeschneit.

Über das ganze Winterhalbjahr betrachtet, also von November bis April, lag während des Winters 2017/18  im Mittel etwa gleich viel Schnee wie 2008/09. Mehr war es letztmals im Winter 1981/82. Der Lawinenwinter 1998/99 erreichte wegen seinem schneearmen Winteranfang nicht ganz die Werte des aktuellen Winters. Unterhalb von 1000 m lag im Winter 2017/18 nur knapp halb so viel Schnee wie üblich.

Quelle: Winterbericht 2017/18 SLF

20. Dezember 2018

Wetter und Verkehr

Wie wir alle wissen, übt  das  Wetter  einen prägenden Einfluss auf unser tägliches Leben aus. Besonders Schneefall bringt die moderne Gesellschaft rasch an ihre Grenzen. Die Ausgabe verschiedenster Wetterprognosen- und Warnungen bedingt deshalb einen 365 Tage/24 Std. Betrieb wie ihn MeteoSchweiz im Dienste der Öffentlichkeit betreibt.

21. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Die Senke auf der Alp Hintergräppelen am 28. Februar 2018. Zum Aufnahmezeitpunkt betrug die Lufttemperatur -29 °C. Foto: Stephan Vogt
Die Senke auf der Alp Hintergräppelen am 28. Februar 2018. Zum Aufnahmezeitpunkt betrug die Lufttemperatur -29 °C. Foto: Stephan Vogt

Wenn hinter einem Neuschneeereignis trocken-kalte arktische oder sibirische Luftmassen in den Alpenraum einsickern, sich die Wolken auflösen und der Wind einschläft, dann ist alles angerichtet: In geschlossenen Senken mit offenem Horizont kann die Temperatur extrem tief absinken. Deren Entstehung kann verschiedene Ursachen haben (Bergsturz, glaziale Prozesse), weitaus am häufigsten treten sie jedoch als Folge von Karst-Prozessen auf, welche an kalkhaltige Gesteine gebunden sind. Ungefähr ein Fünftel der Schweizer Landesfläche wird durch Karst geprägt, er ist vor allem im Jura sowie entlang der nördlichen Voralpen und teilweise auch inneralpin (Wallis, Graubünden) anzutreffen. In diesen Regionen liegen denn auch die Orte, an denen die tiefsten bisher in der Schweiz registrierten Temperaturen aufgetreten sind. Unter den bewohnten Ortschaften sticht La Brévine mit -41.8 °C (nicht homogenisiert) heraus, gemessen am 13. Januar 1987. In der Combe des Amburnex im Waadtländer Jura wurden im Januar 1985 Werte von unter -45 °C registriert und auf der Glattalp/SZ am 7. Februar 1991 sogar -52.5 °C. Es ist jedoch anzunehmen, dass es noch weitere Senken gibt, an welchen ähnliche oder sogar noch tiefere Temperaturen gemessen werden können. Dieser Suche widmet sich die Seite https://kaltluftseen.ch

22. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Starkschneefall in Latsch oberhalb Bergün am 6. Januar 2012 Foto: Andreas Hostettler
Starkschneefall in Latsch oberhalb Bergün am 6. Januar 2012 Foto: Andreas Hostettler

Auf der Rückseite des Orkantiefs Andrea sorgte kräftiger Nordstau für Sturmwinde und intensive Schneefälle und Schneeverwehungen in den Alpen, wie hier im Albulatal. Den Schneeliebhabern unter uns wünschen wir natürlich ebenfalls möglichst viele tiefverschneite Szenerien über die Festtage.

23. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Kalte Winternacht mit funkelnden Schneekristallen in Kilspisjärvi, Finnisch Lappland im Januar 2018. Foto: Lional Peyraud
Kalte Winternacht mit funkelnden Schneekristallen in Kilspisjärvi, Finnisch Lappland im Januar 2018. Foto: Lional Peyraud

Funkelnde Schneekristalle können an einem sonnigen Tag oder einer klaren Nacht bei Mondschein beobachtet werden, wenn die obersten Schneekristalle einer Schneefläche aus flachen Kristallen bestehen. Wenn die Sonnenstrahlen oder nachts der Mond diese Schneekristalle beleuchtet, reflektieren diese das Licht wie ein Spiegel. Das normalerweise weisse Funkeln entsteht demnach durch die Reflexion des Lichts an der Oberfläche der einzelnen Eiskristalle. Bei trockenen Bedingungen ist die Wahrscheinlichkeit grösser, funkelnde Schneekristalle zu sehen. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass Eiskristalle in trockenen Bedingungen sich weniger verbinden, während sie in feuchten Verhältnissen häufiger durch die Deposition von Wasserdampf wachsen.

24. Dezember 2018

Vergrösserte Ansicht: Vor dem Sonnenaufgang  beim Start einer Skitour am 29. Dezember 2017 vor der Lidernenhütte im Riemenstaldner Tal. In der Bildmitte ist der Vierwaldstättersee zu erkennen. Foto: Kathrin Stäubli
Vor dem Sonnenaufgang beim Start einer Skitour am 29. Dezember 2017 vor der Lidernenhütte im Riemenstaldner Tal. In der Bildmitte ist der Vierwaldstättersee zu erkennen. Foto: Kathrin Stäubli

Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und schöne Festtage! Wir freuen uns, Sie auch nächstes Jahr wieder als treue Blogleserinnen und Blogleser auf die interessante Reise durch die Wetterwelt mitzunehmen.

Weiterführende Informationen

Adventskalender 2017

Adventskalender 2016

Kommentare (17)

  1. max, 30.12.2018, 05:36

    Nach null Kritik, soviel Lob, da kann ich nicht anders: In meinem nächsten Leben wünsche ich mir auch so einen Job wo der Steuerzahler mich für schöne Adventskalender Föteli und kommentieren bezahlt.
    Zynismus beiseite: Was ich dagegen vermisse ist zum Beispiel einen Monats und Jahresrückblick, eine statistische Auswertung derTreffsicherheit eurer Prognosen.
    Wenn immer mehr Millionen in IT investiert werden, wie wird der Nutzen, die Verbesserung beurteilt? Wie kann man festellen, dass die immer komplexeren und teuren Modelle auch liefern was erwartet?
    Und wenn ich was verpasst habe, sorry und merci für entsprechende links.
    E guets Neus.

    1. MeteoSchweiz, 30.12.2018, 10:33

      Monats- und Jahresrückblick haben wir auf der Website von MeteoSchweiz publiziert:
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klima-der-schweiz/monats-und-jahresrueckblick.html

      Die Wetterprognosen bzw. deren Treffsicherheit werden regelmässig ausgewertet. Die MeteoSchweiz-Blog-Redaktion wird darüber berichten.

      Weiter können wir Ihnen versichern, dass die tollen Blogartikel-Bilder von den Mitarbeitenden während ihren Freizeitaktivitäten gemacht werden und MeteoSchweiz zur Verfügung gestellt werden. Ein "Merci" an die Kollegen/Kolleginnen von der Redaktionsmitarbeiterin unter der Nebeldecke ;-).

  2. Marijana, 26.12.2018, 18:44

    The photos are simply superb! I'm learning German and so enjoy reading your blog, and the comments too! Thank you for my daily lessons 😀👍
    Happy New Year!

  3. Zürcher Jürg, 24.12.2018, 14:57

    Danke für die schönen Bilder und die Kommentare! Ich wünsche fröhliche Weihnachten.

  4. Speedy, 23.12.2018, 15:16

    Seit über 50 Jahren ist Meteo mein Hobby, aber ich lerne noch mindestens jede Woche wieder etwas Neues aus euren Kommentaren zum Wettergeschehen. Besten Dank für eure verständlichen Erläuterungen. Schöne Festtage und einen guten Start ins 2019!

  5. Peter, 23.12.2018, 13:39

    Eigentlich wollte ich nur nachsehen, ob's Wetter morgen zum Christbaumfällen geeigneter ist und bin nun an eurem tollen Adventskalender hängen geblieben - super Sache.
    Danke hierfür und allen eine schöne, friedvolle Weihnachtszeit.

  6. Regi, 19.12.2018, 04:56

    Ich schliesse mich dem Kommentar von Claudio an. Auch, dass man die Bilder der "alten" Adventskalender noch anschauen kann finde ich toll.

  7. Claudio Defila, 18.12.2018, 15:27

    Der aktuelle Tag sollte zuerst kommen. So muss man die alten Bilder nochmals hinunterscrolen. Sonst finde ich die Fotos und Infos super. 👍
    Grüsse an die ehemaligen Kolleginnen und Kollegen
    Claudio Defila

  8. Xenia Scherler, 09.12.2018, 21:04

    Sehr toll 👏🏻 aber gibts auch Orkane
    Bei uns🤩🥺🤔🥶😨😱😢😬🙄😯?

    1. MeteoSchweiz, 10.12.2018, 13:38

      Ja, Orkane sind auch bei uns möglich, auch wenn sie eher selten auftreten. Lothar Ende 1999 dürfte das bekannteste Orkantief hierzulande sein. MeteoSchweiz spricht von orkanartigen Böen oder Orkanböen ab rund 110 km/h in den Niederungen und ab rund 160 km/h auf den Berggipfeln.

  9. Mad Max, 05.12.2018, 13:51

    Danke dem MeteoSwiss Team für die wunderschönen Adwents Bilder,und die tollen Videos!Wünsche Euch allen auch eine ruhige Adventszeit!🕯🌟

    1. Xenia Scherler, 09.12.2018, 21:09

      Frohe Weihnachtszeit

  10. Christina Jäger, 01.12.2018, 15:04

    Oh ich freue mich!
    VIELEN Dank.
    Herzliche Grüsse

    1. Xenia Scherler, 09.12.2018, 21:07

      Hallo wie findest du das App 🤔?

  11. Adrian, 01.12.2018, 09:42

    Jaja, das war ein Sturm, musste dann rund eine Woche lang meine Joggingrunde ändern. Andererseits, Sturm ist ja eigentlich erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben...

    1. Jeanine, 06.12.2018, 10:44

      Wir ergötzen uns auf eine Art an diesen Anblicken, ausgelöst durch "Unwetter" wie dem Burglind oder einfach durch die Bildung von mächtigen Gewitterwolken die sich in den schönsten orange-rot-Tönen zeigen. Gleichzeitig fürchten wir die Zunahme ebendieser Extremwetterereignissen, ausgelöst durch den Klimawandel. Ist der Akt des sich Ergötzens Teil der Evolution, also eine Anpassung an die Umwelt - egal wie bedrohend sie für die Existenz der eigenen Spezies ist - von der man umgeben wird? Oder das psychologische Phänomen dass man in so etwas Überwältigendem wie dem Klimawandel etwas (Schönes) sucht und an dem festhält, damit dieses Überwältigende etwas weniger überwältigend erscheint?
      Wie auch immer, wünsche einen schönen Samichlaustag :-)

    2. Xenia Scherler, 09.12.2018, 21:08

      Kannst du ein samichlaus Spruch ?