Endlich wieder was los

6. Dezember 2018, 3 Kommentare
Themen: Wetter

Nachdem die ersten Dezembertage mässig aktives Wetter brachten, versprechen die kommenden Tage doch deutlich spannender zu werden, die volle wettertechnische Dröhnung im meteorologischen Adventskalender. "Endlich wieder was los" oder "na also, geht doch" ist man geneigt zu sagen.

Nur wenige Aufhellungen am Zürichsee. Bild: D. Gerstgrasser
Nur wenige Aufhellungen am Zürichsee. Bild: D. Gerstgrasser

Doch zuerst das "träge" aktuelle Wetter:

Aus Westen feuchtmilde Atlantikluft

Doch bevor wir uns dem wahrlich aktiven und spannenden Wetter der kommenden Tage zuwenden, soll der heutige Tag nicht ganz verlorengehen:

In der zurückliegenden Nacht bzw. am Vormittag überquerte ein Teiltrog die Schweiz von Nordwest nach Südost. Damit verbunden war dichte Bewölkung und aus Westen zeitweise etwas Niederschlag. In der feuchtmilden Atlantikluft lag die Schneefallgrenze auf rund 1500 Metern.

Niederschlagsdefizit

Exemplarisch werfen wir an dieser Stelle noch einen Blick auf die aufsummierte Niederschlagsmenge des laufenden Jahres an unserer Station in Zürich/Fluntern auf dem Zürichberg:

Seit etwa Mitte April liegt der Niederschlag unter dem langjährigen Mittel. Der sehr trockene November hat das Niederschlagsdefizit in Zürich/Fluntern noch verschärft. Doch der Ausblick auf die noch folgenden Dezembertage ist in Bezug auf Niederschlag erfolgsversprechend:

Doch zurück zum heutigen Wetter: Im weiteren Tagesverlauf änderte sich an der Zweiteilung des Schweizer Wetters wenig: Im Norden und in weiten Teilen der Alpen blieb es meist bewölkt, im Tessin und zeitweise in Mittelbünden bzw. in den Bündner Südtälern schien die Sonne. Mit Tageshöchsttemperaturen von rund 11 Grad fand das milde Wetter seine Fortsetzung.

Altocumulus lenticularis, beobachtet am Abend vom Beobachterstandort am Flughafen Zürich-Kloten. Video: D. Buck

Abschliessend befassen wir uns noch mit der in der Einleitung versprochenen "wettertechnischen Dröhnung":

"Endlich wieder was los" - oder: bevorstehendes ereignisreiches Wetter

Die bevorstehenden "turbulenten" Zeiten zeigt anschaulich der Jetstream (Starkwindband in der oberen Troposphäre), welcher ab Freitagabend nahezu durchgehend über der Schweiz liegt:

Daraus resultiert insbesondere auf den Bergen stürmischer, zunehmend von West auf Nordwest drehender Wind, welcher die wiederholt fallenden Niederschläge auch weit in die inneralpinen Regionen verfrachten wird. Das Auf und Ab der Schneefallgrenze zwischen 800 und 1700 Metern gleicht einer rasanten Achterbahnfahrt, ab Sonntagmittag sinkt die Schneefallgrenze auf 400 bis 800 Meter.

Dem aufmerksamen Betrachter / der aufmerksamen Betrachterin wird sicher nicht entgangen sein, dass ab Sonntagnachmittag gemäss IFS Ensemble auch im Flachland zunehmend Schnee zu erwarten ist. Aber liebe Winterfans, freuen Sie sich nicht zu früh. Die Hauptniederschläge konzentrieren sich auf die Berge, im Flachland selbst kommen von Sonntagmittag bis Dienstagmittag nur einstellige Niederschlagssummen zusammen, von welchen der Grossteil noch in flüssiger Form fallen wird.

Ein anders Bild wird sich uns in den Alpen bieten, wo wir oberhalb von rund 1400 Metern teils über einen Meter Neuschnee erwarten. Entsprechende bereits publizierte Unwetterwarnungen finden Sie hier, bzw. das Naturgefahrenbulletin ist unter dieser Adresse publiziert.

"Türchen öffne dich"

Haben Sie schon das heutige Türchen unseres MeteoSchweiz Adventskalenders geöffnet? Falls nein, wird Ihnen unter diesem Link geholfen  … Viel Spass!

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Kommentare (3)

  1. Urs Imhof, 06.12.2018, 18:56

    Kompliment für die Prognosen und Beiträge.
    Im Zurzibiet kennen wir das daher keine Überraschung.
    Jedes Jahr im Dezember das gleiche unterhalb 400 m.ü.m nasskalt mit wenig Schnee wenn überhaupt ansonsten generell Nieselregen oder Regen egal wie tief die Temperaturen sind.
    Faustregel: Bezirk Zurzach Dezember unterhalb 400 m.ü.m Nieselregen oder Regen trotz den teilweise tiefen Temperaturen
    Wir wissen das es im Temperaturbereich von -1 Grad Celsius bis 5 Grad Celsius regnet.
    Das möchte ich von euch wissen wieso es bei uns im Bezirk Zurzach trotz Minustemperaturen selten schneit dafür mehr eisigen Regen vorherrscht und wieso es so lange regnet bis der ganze Schnee weggeschmolzen ist wenn es doch mal schneit
    Wir haben im Durchschnitt noch 5 Tage mit Schnee andere Tage sind regennass und das bis im Februar

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    1. MeteoSchweiz, 07.12.2018, 08:28

      Mit knapp über 300 Meter liegen Sie recht tief, entsprechend sinkt bei Kaltluftvorstössen die Schneefallgrenze gar nicht bis auf Ihre Höhenlage.
      Bedingt durch die Topographie (umgebende Hügelzüge) kann sich bei Ihnen nach einer Kältephase noch längere Zeit ein flacher Kaltluftsee halten, wenn die darüberliegenden Luftschichten bereits deutliche Plusgrade aufweisen.

    2. Urs Imhof, 07.12.2018, 16:28

      Danke für die Info
      Das heisst längerfristig dürfen wir kaum noch Hoffnung haben auf einen richtigen Winter mit Schnee sondern müssen uns leider mit Pflotschwinter abmühen