Jahr 2018 mit Rekordwärme

12. Dezember 2018, 99 Kommentare
Themen: Klima

Die Schweiz blickt auf das vermutlich wärmste Jahr seit Messbeginn 1864 zurück. Nach den aktuellen Berechnungen wird die landesweite Jahrestemperatur knapp 7 Grad erreichen. Bereits gesichert ist die Rekordwärme von 6.7 Grad des meteorologischen Jahres von Dezember 2017 bis November 2018.

Häufung extrem warmer Jahre

Das Jahr 2018 ist das vierte in kurzer Folge mit weit überdurchschnittlicher Temperatur. Im landesweiten Mittel ist eine Jahrestemperatur von 6.8 bis 7.0 Grad zu erwarten (Stand 11.12.2018). Zusammen mit den bisherigen Rekordjahren 2015 mit 6.6 Grad, 2014 mit 6.5 Grad und 2011 mit 6.6 Grad hebt sie sich deutlich ab von allen übrigen Jahren seit Messbeginn 1864.

Neue Temperaturdimension

Während der letzten 30 Jahre zwischen 1988 und 2017 lag die durchschnittliche Schweizer Jahrestemperatur bei 5.7 Grad. In der Zeit davor bedeutete eine Jahrestemperatur von 5.7 Grad etwas ganz Ausserordentliches. In der langen Messperiode von 1864 bis 1988 erreichten selbst die extremsten Jahre diesen Wert nie. Heute ist das früher Unerreichte zum Durchschnitt geworden.

Gleichzeitig sind wirklich kühle Jahre um 4 Grad oder tiefer, früher eine häufige Erscheinung, aus dem heutigen Klima der Schweiz verschwunden. In den letzten 30 Jahren sank die landesweite Jahrestemperatur auch in den kühlsten Jahren nicht einmal mehr bis zur früheren Norm 1961‒1990 ab.

Der massive Anstieg der Normtemperatur und das Verschwinden wirklich kühler Jahre sind eindrückliche Signale der laufenden Klimaänderung.

Die unendliche Wärme 2018

Neun Monate des Jahres 2018 brachten bisher überdurchschnittliche Wärme, sechs davon im extremen Bereich. Die Schweiz registrierte den mildesten Januar seit Messbeginn 1864 und die Monate  April bis August belegten die Ränge zwei bis fünf. Die Dezembertemperatur wird voraussichtlich ebenfalls über der Norm liegen. Das Sommerhalbjahr 2018 von April bis September lieferte eine neue Rekordwärme, ebenso das meteorologische Jahr von Dezember 2017 bis November 2018.

Was die Zukunft bringt, haben wir in der Hand

Die Erwärmung der letzten Jahrzehnte wird sich gemäss den neuesten Klimaszenarien CH2018 auch in Zukunft fortsetzen. Heissere und trockenere Sommer zählen zu den Hauptveränderungen, die das Klima in der Schweiz ohne verstärkten weltweiten Klimaschutz Mitte Jahrhundert prägen. Die bodennahe Lufttemperatur steigt demnach im Durchschnitt der Sommermonate Juni bis August um 2.5 bis 4.5 Grad im Vergleich zu heute. Die Höchsttemperaturen erhöhen sich dabei erheblich stärker als die Durchschnittstemperaturen. An den heissesten Tagen im Sommer wird es 2 bis 5.5 Grad wärmer als heute. Auch Hitzewellen werden häufiger und extremer.

Doch liessen sich mit konsequentem Klimaschutz bis Mitte des 21. Jahrhunderts etwa die Hälfte, bis Ende Jahrhundert sogar zwei Drittel der möglichen Klimaveränderungen in der Schweiz vermeiden. Dies folgt aus einem weiteren Treibhausgas-Szenario, das Klimaschutzmassnahmen einbezieht und den globalen Temperaturanstieg auf 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zustand begrenzt. Es zeigt sich, dass Klimaschutz durchaus wirkt und sich konsequentes Handeln auszahlt.

Kommentare (99)

  1. Kelvin, 21.12.2018, 14:01

    @Gerry
    Ich spreche von den letzten 30 Jahren (Meteoschweiz, Schweizer Klima im Detail, Trends an Stationen, letzte 30 Jahre, Winter). Dort sehen Sie, dass Säntis, Jungfraujoch und Grosser St. Bernhard sich um 0,5 bis 0,6 Grad PRO 10 JAHRE abgekühlt haben, macht in 30 Jahren 1,5 bis 1,8 Grad. Das ist nicht nichts, sondern sogar sehr viel. Die Diskussionen in diesem Blog drehen sich nämlich normalerweise um Veränderungen von wenigen Zehntelgrad.

    1. Gerry, 22.12.2018, 09:17

      @Kelvin
      OK, das sind konkrete und belegbare Aussagen. Die Frage ist allerdings, welche biologische / ökologische und gegebenenfalls ökonomische Relevanz diese hochalpine winterliche Abkühlung in den östlichen Westalpen im Vergleich zur wesentlich stärkeren sommerlichen Erwärmung im gleichen Zeitraum hat (siehe Kommentare von Thomas).

  2. Mike, 20.12.2018, 17:51

    @Ernst Hunziker
    Die Alpengletscher sind seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem Rückzug, die CO2-Werte sind aber erst 100 Jahre später spürbar angestiegen. Ergo kann CO2 nicht die (alleinige) Ursache für den Gletscherschwund sein.

  3. Ernst Hunziker, 20.12.2018, 13:37

    Als langjähriger Alpinist stelle ich seit 50 J einen kontinuierlichen Gletscherrückgang fest, in den letzten 15 J einen katastrophalen, der leider zahlreiche negative Auswirkungen zeigt. Ich begreife nicht, dass sich so viele Kommentierende derart unsachlich über eine bestehende Tatsache äussern. Atmosphärenphysik ist recht komplex und ich meine, Fachleute aus Meteorologie, Klimatologie und Klimaforschung sollten sich nicht von Menschen, die keine Ahnung von diesen Fachgebieten haben, unterkriegen lassen. Wirkungsvolle Massnahmen, die die unerwünschte Tendenz bremsen oder stoppen, sind gefragt.

  4. Kelvin, 20.12.2018, 13:02

    @Gerry
    Da müssen Sie nicht lange suchen: Bei MeteoSchweiz werden Sie fündig.
    .

    1. Pablo, 20.12.2018, 18:36

      Nix kältere Winter.

      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klimawandel-schweiz/temperatur-und-niederschlagsentwicklung.html

    2. Kelvin, 21.12.2018, 01:40

      @Pablo
      Doch, doch, kältere Winter. Nur reden wir nicht von der gleichen Zeitspanne: Sie von den letzten 150 Jahren, ich von den letzten 30.
      So finden Sie die Information:
      Klima Schweizer Klima im Detail Trends an Stationen letzte 30 Jahre Winter

    3. Gerry, 21.12.2018, 08:40

      Wenn Sie zum Thema "in den letzten Jahren ... kältere Winter" nur einigermassen seriös argumentieren wollen, sollten Sie konkrete Bezugsorte, Jahre und Zahlen zitieren und nicht allgemeine Behauptungen aufstellen.

      Ich kann Ihnen da ein konkretes Gegenbeispiel vorlegen:

      Die mittleren Temperatur-Dezemberwerte der Wetterstation Säntis (fernab einer Agglomeration) lagen im Schnitt der Jahre 2003-2017 um ganze 2,8°C höher als im Schnitt der gleich langen 15-jährigen Periode 1873-1887

      Übrigens berufe ich mich auf die gleiche Datenquelle wie Sie, nur ein wenig konkreter:
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/product/output/climate-data/homogenous-monthly-data-processing/data/homog_mo_SAE.txt

  5. Kelvin, 19.12.2018, 23:29

    @Thomas
    Natürlich hat die Verstädterung (Zubetonierung) der Schweiz einen Einfluss auf die Temperaturen. Wo früher ländliche Idylle war (z.B Binningen, Fluntern, Zollikofen, Messstandorte von MeteoSchweiz), ist heute Stadt oder dicht bebaute Agglo. In den letzten 100 bis 150 Jahren hat sich das Landschaftsbild grundlegend verändert. Das wissen viele jüngere Leute wahrscheinlich nicht.
    CO2 habe ich natürlich nicht vergessen. Seit mindestens 20 Jahren wird uns diese Thematik täglich um die Ohren gehauen. Jeder Kindergärtler weiss heute, dass CO2 etwas ganz Böses ist.
    Der Begriff "interne Schwankungen" wurde in den letzten Jahren kreiert, weil nicht vorgesehene Abweichungen von der postulierten Erwärmung (z.B. kältere Winter) irgendwie scheinbar plausibel erklärt werden mussten.

    1. Gerry, 20.12.2018, 09:31

      @Kelvin
      Es wäre transparent, wenn Sie die Quelle Ihrer Aussage bezüglich kälterer Winter in den Höhenlagen bekanntgeben könnten. Ich hoffe, dass Sie da auf eine längere Reihe Bezug nehmen und nicht einen Ihnen gerade genehmen Abschnitt "herausgeschnitten" haben.

    2. Ulrich, 20.12.2018, 11:42

      Habe eine Animation von NASA gesehen, die das CO2 Vorkommen in der oberen Atmosphäre während einem Jahr zeigt. Mitte Sommer in der heissesten Zeit hat es praktisch kein CO2 mehr auf der Nordhalbkugel, da die Vegetation das CO2 zum grössten Teil absorbiert.Kann also nicht das CO2 sein, das im Sommer die Hitze verursacht.

    3. Thomas, 20.12.2018, 21:50

      @Kelvin: Richtig, die Zubetonierung hat einen Einfluss auf die Temperaturen. Da man aber diesen Effekt nicht in den Messdaten haben möchte, werden die Stationen gar nicht erst in einer städtischen Umgebung errichtet, bzw. homogenisiert, falls das doch der Fall ist. Deshalb ist dies in den Messreihen vernachlässigbar.

      CO2: Ich finde es lustig, dass Sie und weitere Personen Klimaforschern, die sich seit Jahren mit dem Thema befassen, erklären wollen, dass das CO2 nicht für die Klimaerwärmung verantwortlich sein könne.

      Interne Klimaschwankungen: Falsch, die wurden schon in den 1920er Jahren von Gilbert Walker beschrieben.

      @Gerry: Kältere Bergwinter: Hier hat Kelvin tatsächlich recht (Quelle: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/service-und-publikationen/publikationen.subpage.html/de/data/publications/2015/4/milde-und-kalte-bergwinter.html. Allerdings vermag diese Abkühlung die Erwärmung in den anderen Jahreszeiten überhaupt nicht zu kompensieren. Die Studie beinhaltet zudem nur Daten bis 2013. Schaut man die letzten 30 jahre an, ist auch eine Abkühlung sichtbar, die aber nicht signifikant ist.

  6. Harry Berger, 19.12.2018, 20:45

    Die staatlich und medial angeheizte Klimahysterie ist aus meiner Sicht reine Abzockerei. Politiker „schützen“ die Umwelt ausschliesslich mit Zwangsabgaben, Steuern und fliegen selber mit dem Heli von Termin zu Termin. Sie importieren jedes Jahr zehntausende Menschen in unser Land und wollen ernsthaft das co2 senken? Die Wirtschaft verkauft uns hochgiftigen Elektroschrott zu überhöhten Preisen. DAS ist Fakt.

    1. Gerry, 20.12.2018, 09:38

      Wenn man Ihnen glauben würde, müssten über 90 % aller Klimaforscher weltweit falsch liegen.
      Im Übrigen bin ich auch gegen die Wegwerfmentalität von Elektronikprodukten und noch mehr gegen die geplante Obsoleszenz von Elektro- und Elktronikgeräten. Nur, das hat mit der Klimaerwärmung zumindest direkt wenig zu tun.

  7. Jens Hafner, 19.12.2018, 07:46

    Ganz ehrlich? Klimaerwärmung: Toll!
    Ich kann nichts schlechtes daran finden. Erstens spart es Heizkosten. Zweitens muss ich mich weniger warm anziehen. Weniger Schneeschaufeln, weniger Eis kratzen. Muss nicht mehr in den Süden fahren, da der Süden zu mir kommt. Klar, die Pflanzen- und Tierwelt wird sich ändern, mediterraner werden.
    Na und?
    Die Erdgeschichte ist voll solcher Wandlungen. Ja, ja, die Gletscher gehen auch zurück. Und der ein und andere Sturm wird uns auch zu schaffen machen. Und Wasser müssen wir auch sparen (irgendwas sollen wir ja immer SPAREN!)

    Ich denke, sehen wir der ganzen Erwärmung doch unaufgeregt und entspannt entgegen! Gegen Chinas Umweltsünden sind wir nur lauwarme Kleingifter. Und: Niemand wird aufgrund der aktuellen Klimahysterie seinen SUV einmotten, im Gegenteil, schon Übermorgen kauft er einen grösseren, schwereren. Und noch ein Leuchtschlange mehr für den weihnachtlichen Gartenbaum. LED verbraucht ja nix, heisst es, und der Nachbar hat auch welche.

    Leute, es wird wärmer, und niemand spart nix, sondern alle gehen wir uns gegenseitig auf die Nerven mit der Klimaverängstigung. Der Zug ist längst abgefahren, die Wärme schon da- begrüssen wir sie! Und hängen jetzt die Winterjacke weg.

    1. Gerry, 19.12.2018, 23:31

      Teile Bangladesh's unter Wasser, die Niederlande im Dauer-Damm-Erhöhungstress wegens des Meeresspiegelanstiegs, Hurrikane, Taifune und Willy-Willies verwüsten ganze tropische und subtropischje Landstriche, Waldbrände riesigen Ausmaßes in Nordamerika, Tornados und Dürren in Mitteleuropa, Zusammenbruch des Amazonas-Regenwaldes, Sturzfluten riesigen Ausmaßes auch in den gemäßigten Breiten ... Das alles hat schon begonnen und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in wenigen Jahrzehnten zur klimatischen Normalität gehören; und da freuen sich manche in ihrer Ichbezogenheit und globalen Blindheit über die Klimaerwärmung. Mir gehts ja im hier und heute gut - so die Devise ... und was danach kommt, kümmert mich wenig ...

    2. Marco Bertschinger, 20.12.2018, 13:44

      Gratuliere, dass Sie das Zentrum der Menschheit darstellen!!! Wirklich beeindruckender Kommentar...

    3. Andres Zimmermann, 20.12.2018, 19:43

      @ Gerry
      Ihre präsentierte Fülle von Angstszenarien ist kaum noch zu übertreffen. Die kommende Katastrophe muss demnach so riesig sein, dass man die gute alte Arche Noah bereits heute wieder aus der Versenkung holen muss, um die Flut zu überleben. Alles andere kann nur noch Zeitverschwendung sein, inklusive die sich im Kreis drehende Klimadebatte.

    4. Gugus, 20.12.2018, 21:51

      Jawoll, genau so sehe ich das auch!!! Kauft doch noch mehr so unsinnigen Schrott zum Stromverbrauchen. Leute habt ihr's immer noch nicht begriffen. Jedes einzelne Gadget ist wohl "sparsam" aber ihr habt immer mehr davon. Also null "Spar"!!!

    5. Gerry, 21.12.2018, 13:00

      @Andres Zimmermann

      Angstszenarien? Ein paar Beispiele dagegen:

      1)
      "The 2018 wildfire season is the most destructive and deadly wildfire season on record in California, with a total of 8,434 fires burning an area of 1,890,438 acres (765,033 ha), the largest amount of burned acreage recorded in a fire season, according to the California Department of Forestry and Fire Protection"

      2)
      "Die schweren Unwetter haben einen Großteil der Dolomiten-Provinz Belluno verwüstet. Zivilschutzchef Angelo Borrelli sprach am Samstag von einer 'apokalyptischen Situation'. In mehreren Orten gibt es seit Tagen kein Strom, teils auch kein Trinkwasser. Nach einem Erdrutsch am Freitag sind einige Dörfer nicht erreichbar." (1. und 2. Nov. 2018, https://www.tt.com/panorama/wetter/14977141/unwetter-in-italien-apokalyptische-situation-in-belluno)

      3)
      "A third of Bangladesh under water as flood devastation widens" (August 2017 - https://edition.cnn.com/2017/09/01/asia/bangladesh-south-asia-floods/index.html)

      4)
      "Taifun "Mangkhut" ist deutlich stärker als Hurrikan 'Florence' vor den USA. Im Nordosten der Philippinen traf er auf Land. Dächer flogen weg, der Strom fiel aus. Millionen Menschen sind betroffen." (15.9.2018 - https://www.tagesschau.de/ausland/taifun-philippinen-107.html

      Die Liste liesse sich fortsetzen. Scheint Sie aber nicht sonderlich zu berühren. Sie sitzen ja noch im Trockenen ... und 'anderen' sind ja so weit weg ...

  8. Kelvin, 18.12.2018, 15:38

    Mehrere Kommentierende haben zu Recht kritisiert, dass man eine Monats- bzw. Jahresbilanz nicht schon am 12. Dezember erstellen sollte. Aber da war halt die Klimakonferenz in Katto-WITZ in der Endphase, und es musste noch schnell eine alarmistische Message raus.
    Es wird nur festgehalten, dass es wahrscheinlich / eventuell / vielleicht einen neuen Jahresrekord gibt. Warum das so ist/sein könnte, wird nicht thematisiert. Ich versuche mal ein paar Antworten:
    - Es gibt deutlich mehr Sonnenstunden pro Jahr, in Genf etwa 15 Prozent mehr als während der Normperiode 61-90 (kann man bei http://www.dwd.de ausrechnen).
    - Wir hatten dieses Jahr wahrscheinlich mehr Hochdrucklagen, öfter Wind aus Süd bis West.
    - Die Zubetonierung der Schweiz geht munter weiter, mit der beabsichtigten Verdichtung der Städte wird sich das noch akzentuieren.

    Noch etwas zur CO2-Theorie: Wieso sinken im Hochgebirge (z.B. Jungfraujoch, Grosser St. Bernhard, Säntis) seit etwa 30 Jahren im Winter die Temperaturen massiv? Wenn doch gemäss Meteoschweiz die Atmosphäre gut durchmischt wird und sich das CO2 gut verteilt? Halten gute oder böse Geister (je nach ideologischem Standpunkt) die Hochalpen im Winter CO2-frei? Oder ist die Theorie falsch? Ich tippe auf letzteres.

    1. Gerry, 18.12.2018, 18:54

      @Kelvin
      Die vorzeitige Angabe der Temperatur-Jahresbilanz Mitte Dezember mag Formalisten ein willkommener Anlass sein, den sogenannten "Alarmisten" eins auszuwischen. Inhaltlich ändert sich durch diese datenmässige "Vorgabe" so wenig, dass man ohne schlechtes statistisches Gewissen dazu stehen kann. Ich möchte Ihnen ein analog ähnliches Beispiel vorrechnen: Sie haben ein Auto mit automatischer Verbrauchsangabe. Sie haben von 365 km 350 km bereits zurückgelegt und dabei durchschnittlich 5,5 l/100 km verbraucht. Ich denke, Sie sind mit mir einer Meinung, dass der mittlere Verbrauch auf den letzten 15 km die Gesamtrechnung nicht mehr nennenswert verändern wird, selbst wenn die Werte für die Reststrecke vom üblichen Verbrauch abweichen sollten.

    2. Thomas, 19.12.2018, 06:38

      @Kelvin:

      Eine Antwort haben Sie vergessen: Den steigenden CO2-Gehalt in der Luft. Die Zubetonierung der Schweiz hat hingegen kaum einen Einfluss auf die Mitteltemperatur.

      Zu den sinkenden Wintertemperaturen im Hochgebirge: Die Klimaerwärmung verläuft zeitlich und räumlich nicht gleichmässig. Neben dem Antrieb durch die steigende CO2-Konzentration gibt es natürlich noch andere Einflussfaktoren. Stichwort "interne Schwankungen". Falls die Abkühlung auch in den nächsten 10 Jahren anhält, können wir gerne wieder darüber diskutieren.

    3. Florian Schweizer, 19.12.2018, 16:00

      @ Kelvin
      Sie schreiben, dass es in den Hochalpen im Winterhalbjahr kälter geworden ist. Das verwundert mich nicht. Womöglich ist der Luftdruck auch tiefer gewesen und/oder der Feuchtegehalt in den Hochalpen höher. Das wirkt sich dann eben auf die sehr hohen Lagen aus, nicht aber auf die unteren Luftschichten. Dort bewirkt es das Gegenteil. Die Winter werden durch die Anfeuchtung zusätzlich noch wärmer, da die Abstrahlung minimiert wird. Es fällt ja auch mehr Schnee im Winterhalbjahr in den Hochalpen, als noch vor ein paar Jahrzehnten. Wenn meine Annahme, bezgl. tieferem Druck und/oder höherem Feuchtigkeitsgehalt im Hochgebirge während der Wintermonate stimmt, dann wäre dies wohl geklärt. Dazu hätte ich gerne eine Antwort seitens der MeteoSchweiz oder jemandem der sich mit der Materie gut auskennt.

    4. Manu, 19.12.2018, 21:06

      Dieser Kommentar ...
      Facepalm²

    5. Andreas, 19.12.2018, 21:12

      Ganz einfach, die Winter sind deutlich zyklonaler geworden, damit sinkt die Temperatur mit der Höhe schneller, als bei Inversionslagen, die wir in den 90er besonders häufig hatten.

    6. MeteoSchweiz, 21.12.2018, 21:41

      @Florian Schweizer: Zur Entwicklung der Bergwinter-Temperatur im Zusammenhang mit Wetterlagen hat MeteoSchweiz einen Fachbericht veröffentlicht:

      Milde und kalte Bergwinter:
      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/service-und-publikationen/publikationen.subpage.html/de/data/publications/2015/4/milde-und-kalte-bergwinter.html

  9. Peter Hiller, 17.12.2018, 17:59

    Wer die Behauptungen zur Klimageschichte einiger der „Experten“ in diesem Blog prüfen möchte, lese „Klima und Mensch“ von Heinz Wanner. Und generell: Mittlere Temperaturen örtlich, lokal, je Hemisphäre oder global sind nicht die selben.

  10. Cesna M, 17.12.2018, 10:12

    Dreck produzieren wir eigentlich schon ziemlich lange: Früher Kohleöfen, dann auch die ganze Stahlindustrie, die auch Unmengen von CO2 und Staub in die Luft abliess, Dampflokomotiven, teilweise aiuch Verbrennung von Torf. Auch die Weltkriege waren sicher keine ökologisch wertvollen Ereignisse.
    Neu hingegen ist, dass wir viel mehr fliegen, der Luftverkehr massiv zugenommen hat und damit der Dreck viel weiter nach oben gebracht wird. Da kann kein 100-Meter-Kamin gegen einen Düsenjet mithalten.
    Von der Seite ist mir nicht ganz klar, wieso jetzt die Temperaturzunahme stattfindet und nicht schon früher.
    Könnte es im wesentlichen mit dem vermehrten Luftverkehr zusammen hängen?

    1. MeteoSchweiz, 17.12.2018, 12:58

      Der globale Luftverkehr trägt heute etwa 2 bis 3 Prozent zur Verstärkung des Treibhauseffektes bei. In der westlichen Welt sind heute vor allem die Industrie, die Haushalte und vor allem der Verkehr (Autos, Lastwagen, Dieselzüge) die grössten Emittenten von CO2. Betrachtet man den Beitrag der Schweiz zur Verstärkung des Treibhauseffektes, kommen mehr als 70 Prozent aus Industrie, Haushalten und Verkehr. Die an der Erdoberfläche produzierten Treibhausgase werden in der Troposphäre, der untersten Schicht der Atmosphäre, bis zu deren Obergrenze in durchschnittlich 10 bis 12 km Höhe gleichmässig verteilt. Dies deshalb, weil die Troposphäre durch permanente vertikale Luftbewegungen sehr gut durchmischt wird.

    2. Cesna M, 18.12.2018, 13:09

      @MeteoSchweiz:
      Die wesentliche CO2-Produktion dürfte bestehen bleiben:
      - Im Winter müssen die Häuser beheizt werden, sonst werden die Bewohner krank.
      Will man da was Wesentliches ändern, müsste man wohl die Städte in das Gebiet der Alpentunnel verlegen: Da ist es tief im Berg angenehm warm, leider fehlt das Sonnenlicht. Das könnte schwierig werden.
      - Die Versorgung des Landes basiert auf Transporten, zum grossen Teil per Lastwagen in die Geschäfte und dann privat in die einzelnen Haushalte. Daneben gibt es die Ferntransporte. Dafür gibt es bisher keine brauchbaren Alternativen.
      - Solange die Arbeit nicht wesentlich anders organisiert wird, wird ein Grossteil der arbeitenden Bevölkerung sich täglich auch per Auto zur Arbeit und wieder zurück quälen.

  11. Naiv??, 16.12.2018, 21:53

    Ein Blick in die Aare, wenn man sie mit dem Zug von Zürich nach Genf kurz vor Bern bei Worblaufen überquert, sie hat wenig Wasser, sie hat mehr Kiesbänke wie Wasser. Ist dies das warme Jahr? Trocknet die Schweiz aus?

    Vielleicht liegt es einfach daran was wir uns wünschen? Kennen Sie jemanden welcher sich schlechtes, kaltes, regnerisches Wetter wünscht? Ich kenne fast niemanden. Sind Wünsche da um in Erfüllung zu gehen? Wie stark sind wir Menschen? Wie stark unsere Wünsche? Ich würde es gerne einmal ausprobieren ob unser Wünsche das Wetter beeinflussen können. Wie viele Menschen müssen helfen?
    In der chinesischen Medizin heisst es, Materie folgt dem Geist. Wenn es in der Medizin funktioniert, kann es sein, dass es auch mit dem Wetter funktioniert?
    Ich möchte mich damit von einer Esoterik - Schublade distanzieren, vielmehr sollte es eine Anregung sein zu Kreativität. Wurde solch ein möglicher Fakt je widerlegt oder mit wissenschaftlichen Methoden erforscht? Mich stört die Einseitigkeit der Denkmuster. 150 Jahre sind auch nicht gerade viel in der Erdgeschichte und somit für eine glaubwürdige Statistik. Ohne wichtige Erkenntnisse zu leugnen, von Interesse sollten unsere Ressourcen sein. Ich bin sicher es gibt Wesentliches mehr.

    Ich für mich habe auf jeden Fall den warmen Herbst und den sonnigen April sehr genossen, und meine Regentonne war erstaunlicherweise das ganz Jahr gut gefüllt.

    Ich wünsche mir, dass unsere Gletscher bestehen bleiben und auch unsere Nachkommen weiterhin, wie in diesem Jahr, bei angenehmen Temperaturen in der Aare schwimmen können.
    Was wünschen Sie sich denn? Wo sehen Sie Ressourcen? Wie stieht es mit Ihrem Ideenreichtum aus?

    1. S. Cepticus, 17.12.2018, 13:06

      Inwiefern möchten Sie sich nochmal von einer "Esoterik-Schublade" distanzieren? Mit dem Link zur (ich nehme an traditionellen) chinesischen Medizin?

      Ich hole in der Zwischenzeit meinen (Orgonit-)Chembuster hervor und koche etwas Essig auf - eine wirksame Methode um die künstlich zur Chemtrails generierten Wolken aufzulösen. Ich möchte mich damit ebenfalls von der Esoterik-Schublade distanzieren...

  12. Rolf Hefti, 16.12.2018, 21:18

    Ich wohne im Zürcher Unterland, neben der Flugschneise des Flugplatzes Zürich. In ein paar Tagen wird der 30 Millionste Passagier gefeiert werden. Vor ein paar Tagen stand in der Zeitung, dass es in einem oder zwei Jahrzehnten über 50 Millionen Passagiere durch diesen Hub gehen werden

  13. jos schmid, 15.12.2018, 21:06

    Ich würde es sehr begrüssen, wenn jede öffentliche Person einen CO2 Fussabdruck hätte, den man jederzeit einsehen kann. Es gibt mir zu viele Schwätzer, die nach Reformen rufen und selbst pausenlos in der Welt herumfliegen.

  14. max, 15.12.2018, 17:25

    @ MeteoSchweiz,

    Ich lese"...Heissere und trockenere Sommer zählen zu den Hauptveränderungen, die das Klima in der Schweiz ohne verstärkten weltweiten Klimaschutz Mitte Jahrhundert prägen..."

    Was soll das jetzt, 'Klimaschutz'? Nicht mehr 'Klimaerwärmung', 'Klimawandel' 'bekämpfen'?

    Und mit mehr 'Klimaschutz', was immer das ist, wird es also weniger heiss und trocken in der Schweiz? Und dort wo es kälter war, diesen Sommer, auf der Welt, wird es mit dem 'weltweiten Klimaschutz' noch kälter?

    "Summer of 2018 in Reykjavík is the single worst on record" "Sydney...temperatures were between 5C and 7C below the July average" "New South Wales ...experiencing their coldest temperatures in decades"?

    Wo ist die klare Terminologie, Definition, die Wissenschaft, oder nur Logik?

    Jetzt noch etwas vor-vor industrielles Klima, oder Wettertrends, oder was immer, aus «Mösching-Gander Chronik» Saanen, BE:

    "1538 war die Wärme den ganzen Winter durch ausserordentlich gross so dass schon im Dezember die Blumen aufschlugen
    1540 war die Hitze so gross dass am vielen Orten das Wasser teurer verkauft wurde als Wein
    1572 ist der Winter so warm gewesen, dass im Jänner die Bäume ausschlugen
    1575 war ein so heisser Sommer desgleichen sich kein Mensch verdenken mochte, es regnete nichts, also dass die Brünnen und anderes Wasser vetrockneten, ward überal grosser Mangel an Wasser
    1585 stuhnd das Korn um Ostern in vollen Schossen
    1586/87 war es sehr trocken und dürr...gar wenig Heu gewachsen und in diesen und darauf folgenden jahren wegen Trökne weder auf en feisten (feiss, fett) noch mageren Gütern Emd gewachsen."

    Im Mittelalter war es bei uns, über längere Zeit, wärmer als heute, kaum anthropogenes CO2. Also was soll dieser Alarmismus?

    1. TheRealClimate, 18.12.2018, 09:46

      Hehe! Gut gesag! Wie einseitig Propaganda heute funktioniert.
      Es gibt ein paar so Themen in der Wissenschaft, welche mit Glauben und nicht wissen zusammenhängen. Es werden Annahmen gemacht und danach versucht man fieberhaft irgend einen Zusammenhang zu finden. Wenn der Orangensaftkonsum weltweit zunimmt und die Geburtrate in Europa abnimmt sind wohl die Orangen Schuld daran, dass weniger Kinder geboren werden. So sagt es doch die Statistik, da muss doch ein Zusammenhang sein.

  15. Martin Gerber, 15.12.2018, 08:25

    Angenommen, in 50 Jahren stellt man mit letzter Gewissheit fest, dass es doch nicht der Mensch war, der für die Klimaerwärmung verantwortlich ist/war - was soll daran falsch sein, die Umweltverschmutzung (v.a. CO2-Ausstoss) so gering wie möglich zu halten?

    1. max, 17.12.2018, 09:17

      Viel - weil Billionen für den 'Kampf' gegen das nota bene überlebenswichtige CO2 verschwendet werden anstatt die richtigen Umweltzerstörer zu eliminieren: Von Aerosolen oder Feinstaub, Russ, toxische Rückstände bis zum Microplastik im Wasser, Lebensmittel.

      Langsam merken es auch die CO2 Wärmemodellierer Professoren und satteln ganz sachte um. Die Medien zeigen Smog was mit CO2 herzlich wenig zu tun hat.

      Das Pariser Abkommen hilft da kaum und unsere CO2 'neutralen' Cheminées verdrecken weiter die Umwelt, die Pelletheizungen auch wenn nicht aufwendig Abgas gereinigt.

  16. Céline, 15.12.2018, 05:33

    Es ist traurig zu sehen, wie alle auch noch so offensichtlichen Zeichen der Klimaveränderung und die Hinweise von Experten ignoriert werden. Jeder denkt, er weiss es besser. Man müsste sich ja selber ändern... unbequem, deshalb leugnen wir es! Was braucht es denn noch, damit auch die hinterletzten aufwachen?

  17. Eric, 14.12.2018, 19:27

    Muss das wirklich sein? Kann man nicht bis zum 31.12.2018 warten bis man ALLE Daten hat? Immer dieses Rumposaunen man hat langsam das Gefühl der Armageddon kann nicht genug schnell kommen. Überhaupt ist die Artikeldichte zum Thema Klimawandel dieses Jahr derart übertrieben das man damit folgendes erreicht:

    1. Leute machen zu und lesen es gar nicht mehr, dass scheinen recht viele zu tun, so wie ich es in meinem Umfeld höre.
    2. Dann gibt es noch die anderen, die mittlerweile so in Angst sind, dass sie glauben es wird so heiss werden das wir lebendig verbrennen.

    Ich komme zum Schluss das beides nicht gut ist. Aber wenn man es übertreibt, dann kommt genau das raus dabei. Übertreiben ist nie gut und die Medien übertreiben momentan massiv mit den Klimawandel Artikeln. Wenn dann auch noch vor Monatsmitte das ganze Jahr ausgewertet wird, macht es alles noch lächerlicher.

    1. max, 17.12.2018, 17:38

      A m e n !

  18. Mike, 14.12.2018, 15:49

    @Bill
    Nach meinen Informationen lag die Meereisfläche seit 2013 immer über dem Minimum von 2012. Und seit diesem Minimum sind immerhin sechs arktische Sommer ins Land gezogen. Können wir uns darauf einigen?
    By the way: In diesem Herbst wurde eine Arktis-Expedition von Klimarettern zu einem Fiasko. Sie wollten beweisen, dass die Nordwestpassage jetzt schiffbar ist und blieben im dicken Eis stecken. Mission impossible.

    1. Bill, 15.12.2018, 08:42

      Mission impossible ist offenbar zu wissen was man glauben soll... im Jahre 1969 querte die "SS Manhattan", ein zum Eisbrecher umgebauter Tanker die Nordwestpassage... Die Fahrt endete am 15 September zwar erfolgreich, jedoch waren die Instandhaltungskosten aufgrund der starken Eisschäden sehr hoch...
      Wenn ich heute nach einer gescheiterten Arktis-Expedition von Klimarettern in der Nordwestpassage google, werde ich mit Angeboten für Kreuzfahrten der verschiedensten Reiseanbieter in eben jene Passage überflutet... knappe 4 Wochen, August bis September, 10000 bis 20000 Franken im Preis, je nach Anspruch...
      Vielleicht müsste ich mal sparen und mir so eine Reise leisten, um mir selbst ein Bild machen zu können... und rechthaberisch mit dem dabei ausgestossenen Kohlendioxid den Klimawandel antreiben...

    2. Gerry, 15.12.2018, 21:33

      @Mike
      Die Satellitenmessungen belegen für den Sommer 2012 tatsächlich ein bisheriges Minimum der arktischen Vereisung (siehe https://nsidc.org/arcticseaicenews/). Wenn man aber die beachtlichen jährlichen Schwankungen berücksichtigt, sind einzelne Extremwerte (Rosinenpicken) bei weitem nicht so aussagekräftig wie gleitende Durchschnitte über mehrere Jahre. Immerhin lagen alle (!) nach-2012-er Minimumwerte markant unter den Werten der 1990-er und 2000-er Jahre. Es geht um den Trend, und der ist unzweifelhaft evident, auch wenn die Entwicklung nicht gleichmäßig sondern eher sprunghaft verläuft. Genauso ist die Situation in der NW-Passage. In den letzten Jahren war sie beim Eisminimum sogar mehrfach offen. Das heurige Jahr mit niedrigeren Sommertemperaturen in diesem Teil der Arktis als Beweis für eine generelle "Mission impossible" darzustellen, zeugt nicht von einer neutralen "Wahrheitssuche".

    3. Halley, 16.12.2018, 09:29

      Und wieviel hundert Tonnen oder noch mehr Schiffsdiesel (Schweröl ?) bliesen sie dabei in die Luft ? Unsere gut verdienenden Forscher könen sich ja zudem dicke Autos und weite Reisen leisten. Es hilft wohl nur, daß der Planet den uneinsichtigen Teil der Menschheit entsorgt. Auf den Straßen merkt man nichts vom Klimaschutz, und beschneit wird auf Teufel komm raus.
      Meine Frage nochmal an die Wetterfrösche: Auch von Natur aus gibt es etwa seit 1850 eine Klimaerwärmung. Wie hoch ist der natürliche und wie hoch ist der menschengemachte Anteil bspw. an den 3 - 4 Grad Anstieg der Durchschnittstemperatut in der Schweiz seit 1864 ? Und, wie auf https://www.tagesschau.de/ausland/klimaziele-109.html zu lesen ist, auch die Schweiz heizt dem Klima ein.

    4. MeteoSchweiz, 17.12.2018, 11:15

      @Halley: Der menschenverursachte Anteil der globalen Erwärmung lässt sich nur auf globaler Ebene beziffern. Im umfassenden Schweizer Klimabericht von 2016 "Brennpunkt Klima Schweiz" steht auf Seite 40: "Ein Grossteil der beobachteten globalen Erwärmung ist auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen, vor allem auf die Emission von Treibhausgasen, insbesondere CO2, Methan und Lachgas durch die Verbrennung fossiler Treibstoffe oder durch Änderungen in der Landnutzung und der Abholzung von Wäldern. So ist es äusserst wahrscheinlich, dass der durch den Menschen verursachte Anstieg der Treibhausgaskonzentration (vor allem CO2) in der Atmosphäre für mehr als die Hälfte des beobachteten globalen Temperaturanstiegs von 1951 bis 2010 verantwortlich ist.

      „Mehr als die Hälfte“ liesse sich auch genauer spezifizieren, jedoch würde sich dann die Sicherheit, die wir in eine solche Aussage hätten, reduzieren. Die grobe Aussage zur Hälfte ist als „äussert wahrscheinlich“ klassifiziert, ist also durch einen breiten wissenschaftlichen Konsens und eine Vielzahl von Studien abgestützt. Genauere Aussagen sind demgegenüber mit höheren Unsicherheiten verbunden, da sich nicht alle Ansätze und Modelle 100%ig einig sind. Konkrete Zahlen inklusive deren Unsicherheitsbereichen gibt der fünfte IPCC-Sachstandsbericht: Von der globalen Erwärmung von circa 0.6°C zwischen 1951 und 2010 gehen +0.5 bis +1.3°C auf das Konto erhöhter Treibhausgaskonzentrationen, -0.6 bis +0.1 °C sind durch weitere anthropogene Faktoren bedingt (zum Beispiel die Zunahme von Aerosolkonzentrationen, mit dem wahrscheinlichen Effekt einer globalen Abkühlung), natürliche Antriebe wie z.B. die Schwankung der solaren Aktivität oder Vulkanausbrüche tragen zu -0.1 bis +0.1°C bei und die natürliche interne Klimavariabilität ebenfalls zu -0.1 bis +0.1°C.

      Brennpunkt Klima Schweiz
      https://naturwissenschaften.ch/service/publications/81637-brennpunkt-klima-schweiz

  19. Ernst, 14.12.2018, 13:41

    @Thomas Baumann Sie haben recht: Die Moralapostel nerven zusehends.

  20. Alkuin57, 14.12.2018, 13:39

    Ich erinnere an die Aussage eines Nobelpreisträgers, wonach die Wissenschaft bislang nicht zu sagen vermag, was denn die optimale globale Durchschnittstemperatur sei. Solange man diese aber nicht kennt, tappt man auch im Dunkeln, ob Massnahmen zu treffen sind. Und trifft es zu, dass Massnahmen gegen die Erwärmung etwas bewirkt haben und dass künftige Massnahmen etwas bewirken werden? Den Beweis wird uns die Wissenschaft wohl schuldig bleiben.

    1. Antoine, 14.12.2018, 14:41

      Nein. Es geht nicht um einen Optimum, sondern darum, ob Mensch, Fauna und Flora sich anpassen können. Je langsamer die Veränderungen, desto besser.

  21. Rocky, 14.12.2018, 01:09

    @Apollo Besteht Samedan nur aus dem Flugplatz? Die Gemeinde hat eine Fläche von sage und schreibe 113 Quadratkilometern (10 mal 11 km) und kann es damit mit jeder Grossstadt in der Schweiz aufnehmen.

    1. toni walder, 14.12.2018, 10:11

      Nach der Logik könnten Sie auch keiner Fiebermessung am Körper trauen, Sie messen ja schliesslich auch nur an 1 Punkt.

  22. Rocky, 13.12.2018, 23:20

    Ist es Zufall, dass drei der vier erwähnten Stationen mit neuen Rekorden in Föhngebieten liegen (Elm, Davos, Engelberg)? Ich glaube nicht. Ich vermute, dass dieses Jahr (deutlich) mehr Föhnstunden verzeichnet wurden als normal (der Norm entsprechend). Es gab auch überdurchschnittlich viele Sonnenstunden, die Norm wurde schon vor Wochen übertroffen.

    Und ich kann nur unterstreichen, was andere auch schon thematisiert haben: Wenn es in unserem Land dieses Jahr warm und trocken war, heisst das noch lange nicht, dass dies überall so war. Die Tiefs haben sich ja nicht weltweit in Luft aufgelöst.

    1. Pinco Pallino, 14.12.2018, 10:05

      @Rocky: Davos, Engelberg und Elm liegen schon länger in Föhngebieten, als gemessen wird. Nach Ihrer Logik hätte es dieses Jahr einen Föhnrekord (bezüglich Dauer) geben müssen, was meines Wissens nicht der Fall ist.

    2. MeteoSchweiz, 14.12.2018, 11:33

      Noch mehr Beispiele zur Jahrestemperatur 2018: Basel: 12.3 Grad, deutliches Rekordjahr;
      Bern: 10.6 Grad, extrem deutliches Rekordjahr; Genf: 12.3 Grad, extrem deutliches Rekordjahr; Luzern: 11.5 Grad, extrem deutliches Rekordjahr; Zürich: 11.2 Grad, extrem deutliches Rekordjahr

    3. Rhenus, 15.12.2018, 09:36

      Ich schätze die Zahlen der Meteorolog/-innen. Sie decken sich mit meiner subjektiven Wahrnehmung. Wichtig scheint mir die Vorsorge gegenüber lokalen Veränderungen: Trockenheit auf landwirtschaftlichen Flächen, Hitze in den Siedlungsgebieten, Rückzug des Permafrostes, beginnende Wasserknappheit in bisher gut versorgten Regionen.

  23. Tom Meier (Grosses M und kleine eier), 13.12.2018, 19:11

    Ja, der Mensch. Der liebe, gute, alte Mensch.
    Auch "Homo sapiens" genannt. Was so viel heisst wie "schlauer, vernünftiger, weiser, verstehender, intelligenter, verständiger oder kluger Mensch"!

    Eigentlich - denn ich persönlich sehe das ganz anders:
    Dieser doch ach so "schlaue, vernünftige, weise, usw." Mensch ist das einzige Lebewesen auf diesem Planeten, welches nach seinem Tod (und auch schon während seines Lebens) der Welt ganz viele Abfälle hinterlässt, welche über viele Dekaden, Jahrhunderte oder gar für ewig den Planeten und die Ökostruktur massivst und nachteilig belasten.
    Feinstaub, CO2, (Mikro-)Plastik(-abfälle), Pflanzenschutzmittel & Insektizide, Chemische Reinigungsmittel & Chemikalien (in Kosmetika), Strahlung aller Art (von Radioaktiv, übers Handy oder der Mikrowelle).

    Es gibt kein anderes Lebewesen, welches so hoch entwickelt ist (soziokulturell, Erwerb von Sprache(n), Eingehen von komplexen sozialen Bindungen, vorhandenes Bewusssein, technologische Zivilisation, moralische Grundsätze des Zusammenlebens oder dem Sinn des Lebens, usw. usw.

    Doch wir sind trotzdem irgendwie alles andere als "schlau, vernünftig, weise, verstehend, intelligent, verständig oder klug", denn wir zerstören diesen wunderbaren Planeten in einer derart rasanten Geschwindigkeit, dass die wenigsten es wohl überhaupt kapieren!

    In diesem Sinne: Fliegt noch mehr in der Weltgeschichte umher, verbrennt noch mehr fosile Brennstoffe, holzt noch mehr Naturwälder ab für billige Fleischprodukte oder Palmöl, welches dann in Schiffscontainern auf Frachtschiffen um den halben Erdball transportiert werden, kauft noch mehr Konsumgüter, die ihr eigentlich gar nicht braucht, noch mehr Kleidung und Schuhe, die oft ungetragen wieder "entsorgt" werden, produziert noch mehr Plastik, damit jeder Apfel und jede Banane einzeln in Plastikfolie verkauft werden kann.

    Zum Glück muss ich das Ende nicht mehr miterleben. Aber bei den Kindern und Kindeskindern von einigen, bin ich mir da nicht so sicher, wenn wir alle so weitermachen wie bisher...

  24. mike, 13.12.2018, 17:35

    @Bill
    Jawohl, das Polareis wächst, zumindest das arktische Meereis. Der Tiefpunkt wurde 2012 erreicht, seither hats wieder mehr Eis.

    Zur Antarktis: Bei den meisten Forschungsstationen mit langen Messreihen wurde das wärmste Jahr vor Jahrzehnten gemessen: Mawson 1960, Wostok 1962, Halley 1970, Casey, Dumont, Syowa, Byrd 1980 etc. Also nichts von Erwärmung, sondern das Gegenteil. Man sollte also aufhören, von globaler Erwärmung zu sprechen. Die Antarktis gehört auch zu unserem Globus und enthält riesige Eismassen, die nicht zu schmelzen gedenken.

    1. Hans, 14.12.2018, 09:47

      Es ist Wissenschaftlich zu 100% belegt das der Klimawandel stattfindet.
      Es gibt aber leider immer noch ein paar Verschwörungstheoretiker die das leugnen.

    2. Bill, 14.12.2018, 14:44

      Die meisten von Ihnen genannten Messstationen befinden sich im Osten des antarktischen Kontinents... Dort stagnieren die Temperaturwerte... das sollten sie aber gar nicht, da sich die Antarktis eigentlich in einer Phase der Abkühlung befindet... im Westen hingegen, auch am Standort der Byrd-Station, sind die Temperaturen angestiegen...deshalb ist auch das Risiko von Eisabbrüchen grösser... Die Halley-Station (Westen) ist auch deswegen die erste bewegliche Forschungsstation...
      Das arktische Meereis ist nicht seit 2012 gewachsen... lediglich der arktische Winter 2012 / 2013 war kälter als die anderen und somit wuchs auch mehr Eis nach als in anderen Wintern... im September 2016 war die Eisfläche durchschnittlich 1 Million Quadratkilometer kleiner als in den Septembern der Jahre 1981 bis 2010... so war die "Northabout" dann auch das erste Segelschiff, welches sich von Bristol aus auf eine Fahrt (19.6. bis 20.10.) durch den arktischen Ozean begeben konnte...

  25. Chris2, 13.12.2018, 17:24

    Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist Glaubt der MENSCH das man Geld nicht essen kann.

  26. Mike, 13.12.2018, 17:06

    @Carlo
    Ich stimme Ihnen zu. Ich habe heute in einem vielbändigen Lexikon den Eintrag zu "Kleine Eiszeit" gelesen. Dort steht, dass es um 1600 und um 1850 besonders kalt war. Dass die Temperaturen nach Mitte des 19. Jahrhunderts angestiegen sind, ist logisch und völlig normal. Man muss also nicht Fachliteratur studieren, um das zu wissen, ein gutes Lexikon reicht.
    Und dass die offizielle Klima-Darstellung von einer politischen Agenda geprägt ist, ist für mich auch klar. Je mehr ich über Klima(geschichte) weiss, desto mehr bin ich davon überzeugt.

    1. S.B., 14.12.2018, 19:36

      Ja... auch ich denke die Klimafrage verkommt zum Politikum.
      Niemand spricht von der leicht verschobenen Erdachse, was vor vielen Jahren schon enteckt wurde.
      Und deren Auswirkungen ? Da helfen auch Mehrsteuern und unlogische Vorschriften nichts.
      Nur.z.B. : Dieselverbot wegen der Gesundheit aber höchst toxische Spritzmittel zulassen...

  27. Chris, 13.12.2018, 15:14

    Diese Grafik sagt alles: https://xkcd.com/1732/

    1. max, 14.12.2018, 07:53

      ...und nichts.

      Diese Globalabweichungen sind irrelevantes, intellektuelles Sandkastenspiel.

      Woher kommen dann die Baumresten unter den jetzt schmelzenden Gletscher wenn es gemäss ihrer 'alles sagenden' Grafik früher viel kälter war als heute?

      Und der leicht bekleidete Ötzi, weit oberhalb der heutigen Baumgrenze existierend, vor 5000 Jahren?

      Geologisch ist es sowieso an der Zeit, dass wir wieder, wie üblich in der Geschichte der Erde, eisfreie Alpen, keinen Schnee haben, wieder Ammoniten rumschwimmen...

      https://www.srf.ch/news/regional/basel-baselland/bedeutende-fossiliensammlung-versteinerte-ammoniten-muscheln-und-seeigel-aus-sissach

    2. S.B., 14.12.2018, 19:39

      @ max: danke. Ja die vielen fossilen/arch. Funde sprechen eine klare Sprache.

    3. Chris, 16.12.2018, 10:58

      es gab in den letzten 20‘000 jahren keine so schnelle und starke erwärmung wie seit der industriellen revolution. da begreift doch ein fünfjähriger, was los ist!

  28. hugi robert, 13.12.2018, 07:36

    die Natur macht sowiso was sie will in den 80jahren sagte man es gäbein 2020 keinen wald mer und was haben wir viel mer wald

    1. Bill, 13.12.2018, 09:44

      Man hatte damals in den 80ern auch verschiedene Massnahmen getroffen... z. Bsp. zur Reduktion der Schadstoffemissionen aus Verkehr etc... das war nicht nur für den Wald gut, sondern auch für unsere Gesundheit...

    2. Gerry, 19.12.2018, 07:35

      Der Wald war in den 70-er und 80-er Jahren in vielen Teilen Mitteleuropas (vor allem in der DDR und der Tschechoslowakei) in einem erbärmlichen Zustand. Hauptverursacher waren Schwefel- und Stickoxide aus den (Braun)Kohlekraftwerken. Nach der deutschen Einigung wurden die Braunkohleverbrennung im Osten Deutschlands radikal zurückgefahren (siehe derzeitige Diskussion um die restlichen Kohleminenarbeitsplätze in der Lausitz). Detto in der Tschechei und - etwas weniger markant - in Polen. Und dass die Kohle in Großbritanninen seit Thatchers Zeiten enorm an energetischer Bedeutung verloren hat, weiß eigentlich auch jeder, der sich nur ein bisschen für die Energieentwicklungen in Europa interessiert hat. Vom Ruhrgebiet will ich gar nicht reden; dort hat der Ausstieg aus der Kohle aus marktwirtschaftlichen Gründen (mit der billigen amerikanische Steinkohle, die hauptsächlich im Tagebau gefördert wurde - und immer noch wird - vermochte die arbeitsintensiv im Untertagebau gewonnene Kohle nicht mitzuhalten).
      Die mit der Kohlereduktion verbundenen starken Immissionsrückgängen ließen den Wald wieder halbwegs gesunden. Gerade der mitteleuropäische Wald wäre eine Beispiel, wie der Mensch von ihm verursachte Negativentwicklungen stoppen kann. Beim CO2 geht der Zuwachs allerdings immer noch munter weiter. Wie soll da eine Klimaentwarnung gegeben werden?

  29. Andrej, 13.12.2018, 00:01

    Ich wünschte mir, wir würden CEOs von grossen Konzernen endlich zur Verantwortung ziehen, ansonsten nützt das alles nichts.... So lange diese einfach machen können , was sie wollen..VW Monsanto und co.

    Autos sollten massiv teurer sein, dafür der öffentliche Verkehr ausgebaut und attraktiver gemacht werden. Ausserdem sollten kürzere Arbeitswege gefördert werden. Mehr in die höhe bauen und Bäume wachsen lassen, nicht immer gleich schneiden, Birken verdunsten weit über 300 Liter Wasser pro Tag !

    Es gäbe so viele gute Vorschläge, aber leider sind Regierungen unfähig zu handeln, erst recht gegen die Handvoll Superreiche, die 97% vom Geld besitzen.

  30. houstonwe'vehadaproblemhere, 12.12.2018, 21:55

    Was die Zukunft bringt, haben wird in der Hand?

    Zuerst mal eine kritische Bemerkung im Sache von die gebrauchte Klimamodellen. Es gibt Wissenschafler die behaupten dass eine solche Vorhersage der globalen Temperaturanstieg leider nicht moglich ist. Wir verstehen die Prozessen im Atmosphere noch nicht.
    Zweitens, die Menschheit wird das leider nicht schaffen. Amis, Chinesen und Indiers werden nicht mit machen. Die Menschen in diese Lander werden immer mehr Energie brauchen (auch Kohle und Erdol) und wir machen da kraftig mit.
    Drittens, wenn es darum geht die Anzahl der Menschen auf die Erde zu begrenzen, sind alle Wiisenschaftler betaubend stumm......
    Weniger Menschen, weiniger Energie, weiniger Abfalle, weiniger.....
    Wir konnen das "Klimaproblem" innerhalb 100 Jahren ziemlich gut losen.

    1. Thomas Baumann, 14.12.2018, 08:44

      Bei der strengsten Variante der Energiepolitik (berechnet auf der aktuellen CO2 Vorlage welche abgeschwächt gerade in Bern wieder beim SR gelandet ist) könnten wir zu einer Verbesserung von 0,00003° beitragen, gemessen an Bevölkerung, CO2 Menge, etc. Lächerlich wenn wir uns den A... aufreissen, während sich 87% der Welt nicht einen Deut darum kümmert (USA, Russland, China, Indien etc...). Die Menschheit hat nun mal eine Halbwertszeit, die sie sich selbst zusammengebastelt hat. Es wird der Welt nach uns besser gehen als mit uns, die Natur wird einen Weg finden zu überleben, das ist die Hauptsache. Wer blind ist hats nicht anders verdient, aber sich deswegen als Schweizer, der extrem viel macht im Internationalen Vergleich, mit strengsten Gesetzen, modernsten Abgaswerten für LKW's und Heizungen etc., sich ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen, darauf pfeife ich langsam. Weshalb immer diese Moralapostel hier, solange es die wirklichen Problemnationen der Welt nicht schaffen auch nur einen kleinen Schritt zu machen... es nervt langsam diese Thematik...

    2. Cristina, 15.12.2018, 07:15

      Die Klimapolitik der USA ist katastrophal. Aber unsere auch. Als eines der reichsten und gebildesten Ländern der Erde könnte man schon erwarten, dass wir versuchen, ein Vorbild zu sein, und uns nicht mit den USA gleichsetzen. Was ich nicht verstehe, ist, dass immer China aufgeführt wird. Denn deren ökologischer Fussabdruck ist Welten unter unserem. Ja, ihre Industrie läuft zu grossen Teilen mit Kohle. Aber gleichzeitig lebt der einzelne Chinese (wenn vlt auch unfreiwillig) viel umweltbewusster, da der Grossteil nicht wie wir um die Welt fliegen, sich ein Auto und ein Einfamilienhaus oder jeden Tag Fleisch auf dem Tisch leisten kann. Aber die beste Qualität des Menschen ist ja, immer mit dem Finger auf andere zu zeigen und sich vor der Wahrheit zu verstecken.

  31. A. Lombardi, 12.12.2018, 21:35

    Werte Damen und Herren - Ich habe einige Mühe, wenn man von Durchschnittstemperaturen für das Jahr 2018 am 12.12.2018 berichtet und darüber "philosophiert", obwohl das Kalender-Jahr noch nicht fertig ist. Das muss ich jedes Jahr erleben und immer wieder muss ich den Kopf schütteln. Ein Wissenschaftler sollte meiner Meinung nach bis um 24:00 Uhr vom 31.12.2018 abwarten, sammeln die Daten, falls nötig sie bereinigen/skalieren, die nötige/übliche Statistik machen und alles in einem schönen Bericht zusammenfassen. Ein Bericht über die Meteo vom Jahr 2018 jetzt den Politiker zu senden - Vorschlag wurde in einem Kommentar weiter oben gemacht - wäre ein Zeichen, dass einige Wissenschaftler eher in die Politik arbeiten sollten und nicht als solche benennen werden müssen. Und zum Schluss noch eine Beobachtung meiner Wenigkeit, obwohl ich der Sprache Goethe nicht mächtig bin: In der Titel steht "Jahr 2018 mit Rekordwärme". Das interpretiere ich als "Das Jahr 2018 (vom 1.1.2018 bis 31.12.2018) war der wärmsten bis jetzt gemessene Jahr". Im ersten Abschnitt taucht aber schnell das Adverb "vermutlich", was natürlich wissenschaftlich (zum Glück!) korrekt ist, aber nicht zum Titel passt. Ich hätte mich den Titel "Jahr 2018 vermutlich das wärmste Jahr seit Messbeginn". Wäre weniger "Boulevardpressenmässig" aber korrekt gewesen. Beste Grüsse

    1. Groppe, 13.12.2018, 08:32

      egal, wie krass ein Ereignis/eine Entwicklung auch ist, ein Erbsenzähler findet immer einen Verfahrensfehler, egal wie klein, um das Problem damit elegant zu beseitigen.

    2. A. Lombardi, 14.12.2018, 02:59

      @ Groppe - Mein Message ist anscheinend bei Ihnen nicht rübergekommen; dafür entschuldige ich mich. Ich wollte nicht ein "Problem (A.d.R.: wenn es eine überhaupt gibt!) elegant beseitigen" sondern nur mich über der fragwürdigen wissenschaftlichen Vorgehensweise kritisch äussern, denn Aussagen über das Jahr 2018 machen oder/und Schlüsse ziehen, ohne die Daten fertig gesammelt zu haben - den 12. Dezember ist bekanntlich nicht das letzte Tag des Jahren - erachte ich als wenig "Abteilung IX" würdig. Beste Grüsse.

    3. Geo, 17.12.2018, 15:07

      A. Lombardi Ihre Aussage stimmt haargenau! Aber die Wissenschaftler und Meteorologen sind derart sensationslüstern geworden, dass man sich wirklich nur noch an den Kopf langen kann. Dafür haben sie Probleme eine anständige Wetterprognose für die nächsten 24 Stunden zu erstellen....

    4. Martin, 20.12.2018, 08:37

      @Lombardi

      Die Meteorologen können sehr wohl am 13.12. eine einigermassen zuverlässige Prognose bis am 20.12. abgeben, und dann fehlen noch 10 Tage vom Jahr, d.h. weniger als 3%. Wenn schon klar ist dass selbst der grösste Kälteeinbruch aller Zeiten in diesen 10 Tagen nicht mehr ausreichen würde um das Jahr NICHT zum wärmsten aller Zeiten werden zu lassen, dann kann man ja darüber schreiben.
      Im Übrigen können Sie die aktuelle Wetterprognose auch anschauen, es ist offensichtlich dass der Artikel fachlich korrekt war!

    5. A. Lombardi, 21.12.2018, 23:59

      @ Martin
      Sie verwechseln mich nicht mit Geo? Aber trotzdem möchte ich ein Kommentar Ihres Beitrages abgeben: Ich habe nie behauptet, dass die Meteorologen keine "zuverlässige Prognose" erstellen können. Ich habe mich nur am Bericht über das Meteo- (oder Klima-) Jahr 2018 bezogen. Ich sehe auch nicht an wieso die "aktuelle Wetterprognose" eine Bestätigung der "fachliche Korrektheit" des Beitrages zu tun hat. Ich habe nicht die Korrektheit der angegebenen Werte in Frage gestellt. Ich habe - kurz gesagt - nur gesagt, dass es korrekter wäre wenn man den Titel des Beitrags "Wissenschaftlicher" formuliert hätte; wie zum Beispiel "Jahr 2018 vermutlich das wärmste Jahr seit Messbeginn". Wie Sie als Wissenschaftler bestimmt besser als ich wissen, darf in der Wissenschaft wohl eine Prognose einer physikalische Grösse (z.Bsp. Jahresdurchschnittstemperatur) gemacht werden, aber die zum Zeitpunkt t berechnete Grösse und danach extrapolierte Grösse bei der Zeit t+dt berechnete Grösse muss mit einer Fehlerrechnung (oder/und Wahrscheinlichkeitsrechnung) versehen werden. Nur eine Prognoseangabe mit einer Fehlerangabe (oder/und Wahrscheinlichkeitsangabe) ist signifikant.
      Beste Grüsse

  32. Rocky, 12.12.2018, 16:59

    Vielleicht sollten Sie den Lesern noch sagen, wo in Samedan die Temperaturen gemessen werden: wenige Meter von der Piste des Flugplatzes entfernt. Weiterer Kommentar überflüssig.

    1. Flunder, 13.12.2018, 08:29

      ja, da haben wir's: also doch alles nur schall und rauch mit diesem klima. hab ich's mir doch gedacht.

    2. MeteoSchweiz, 13.12.2018, 09:16

      @Rocky: Wenn Ihnen der Messstandort Samedan nicht zusagt, geben wir Ihnen gerne andere alpine Beispiele zur Jahrestemperatur 2018: Davos, 5.1 Grad, deutliches Rekordjahr; Elm, 8.4 Grad, deutliches Rekordjahr; Engelberg, 8.1 Grad, deutliches Rekordjahr; Château-d'Oex, 8.2 Grad, deutliches Rekordjahr.

    3. Apollo, 13.12.2018, 13:13

      Wo würden denn Sie gerne messen? Bitte lassen Sie uns an Ihrer Expertise teilhaben ...

  33. Heinz Köhli, 12.12.2018, 15:37

    Besteigen wir doch einfach mal keine Flugzeuge mehr. Geniessen wir unser Land ab Haustüre. Wälder sind eh mindestens so schön wie Meere, das Wetter meistens gut bis sehr gut und trotz bald 7 Grad im Allgemeinen recht erträglich. Und auch sonst haben wir es mit unserem Tun und Lassen in der Hand. Es ist angenehm wie feige, den Schwarzen Peter dauernd für alles irgendwelchen Politikern zuzuschieben. Verzicht in Freiheit !

    1. Peter Richli, 12.12.2018, 16:59

      Bravo. Der Weise sieht das schöne vor seinen Füssen. Warum denn in die Ferne schweifen wenn das Gute liegt so nah.

    2. Guido, 12.12.2018, 17:13

      Es gibt da bezüglich Klimaszenarien durchaus auch andere Sichten, die Frage ist wem wollen wir glauben schenken.

      Siehe z.B "Globale Abkühlung dauert an: Negativer Trend bei UAH und RSS seit 2016"
      https://wobleibtdieglobaleerwaermung.wordpress.com/2018/11/04/globale-abkuehlung-2018-oktober-2018-um-04-grad-kaelter-als-2017/

    3. Kurt Habegger, 12.12.2018, 18:27

      Ja und vor allem gibts das Meer auch per Zug, z.b. in der Toskana oder verreisen Sie mal mit den direkten Nachtzug nach Kroatien. Es loht sich!

    4. Wolfgang, 13.12.2018, 08:12

      Gut gesagt.

    5. Halley, 16.12.2018, 09:46

      Besteigen wir keine Flugzeuge mehr...Und schon geht das Geschrei um die Arbeitsplätze bspw. in der Luftfahrt los. (Ich brauche Geld, keine Arbeit, letztere hab ich auch ohne Job genug).

      Wieso sollen wir was gegen die Klimawandel "tun" ? Legt die Hände in den Schoß, faulenzt, und die Erde erholt sich. Im Übrigen, sich lieben ist sehr klimaverträglich, auch ein erhöhter CO 2 - Ausstoß bei Geschlechtsverkehr liegt um Zehnerpotenzen unter dem einer Autofahrt oder gar eines Fluges. Auch Kriege produzieren sehr viel Schadstoffe.

  34. Beat, 12.12.2018, 14:52

    Schlage vor, dass ihr diesen Bericht allen Mitgliedern des Parlaments zukommen lasst (evt. eine Kurzfassung).
    Damit wird das Unvermögen unserer Politiker offensichtlich - und vielleicht auch ihnen selbst ein wenig bewusster.
    Nächsten Herbst stehen ja zum Glück wieder Wahlen an!

  35. Lucas, 12.12.2018, 13:59

    Schade, dass wir eigentlich wüssten wie wir den negativen Folgen der Klimaerwärmung Abkehr schaffen könnten und unsere Parlamentarier im selben Atemzug aber nicht im Stande sind ein dazu konformes Gesetz auf die Beine zu stellen. Und das als eines der reichsten Länder der Welt... Irgendwie traurig!

    1. Ulrich, 12.12.2018, 23:36

      Die Erwärmung des lokalen Klimas ist nicht gleichbedeutend mit der Erwärmung des globalen Klimas.Global hat sich das Klima seit 15 Jahren nicht mehr verändert sondern zeigt eher Tendenz zur Abkühlung. Es gibt Wissenschafter die die Sonne als Hauptfaktor (80%)des Klimas ansehen und da die Sonne zur Zeit sehr ruhig ist gehen sie davon aus, dass sich das Klima abkühlen wird.Die zeigt sich heute schon vor allem auf der Südhalbkugel der Erde.Auch das Polareis wächst. Isländische Gletscher legen zu. In Shanghai schneite es. Nordamerika erlebt Rekord Schneestürme.Wer sich nur darauf beschränkt, was in der Schweiz geschieht erhält kein volles Bild über Situation des globalen Klimas. Wer sich interessiert und des Englischen mächtig kann sich über den folgenden Link informieren .https://abruptearthchanges.com/2018/01/14/climate-change-grand-solar-minimum-and-cosmic-rays/

    2. Bill, 13.12.2018, 10:21

      Das Polareis wächst..? Welches denn..? Isländische Gletscher legen genauso wenig zu wie unsere oder Grönländische... von 34 untersuchten Gletschern auf Island nahmen nur 2 zu, 4 blieben gleich und 28 gingen zurück... das arktische Eis geht stetig zurück, deswegen auch die steigende Gier einiger Staaten nach den sich dort befindenden Rohstoffen... in der Antarktis beobachtet man lediglich eine Ausbreitung des Meereises, jenes Eis welches im Meer treibt... das Landeis (Süsswasser) hingegen schmilzt und fliesst ins Meer... wegen dem geringeren Salzgehalt kann das Meerwasser schneller Eis bilden, was zu einer Ausbreitung des Meereises führt...

  36. Rocky, 12.12.2018, 12:29

    Super Timing! Es ist Mittag, in Samedan ist es minus 19,3 Grad kalt, in Ulrichen minus 18,8.

    1. Bernhard, 12.12.2018, 14:51

      Klima ist, was man erwartet. Wetter ist, was man bekommt.

    2. MeteoSchweiz, 12.12.2018, 15:59

      @Rocky: Sie präsentieren Einzelwerte, die weder auf das ganze Jahr, noch auf den Klimaverlauf schliessen lassen. Samedan registrierte 2018 mit einem Jahresmittel von 3.3 Grad (Stand 12.12.2018) das zweitwärmste Jahr seit Messbeginn 1864. Die Jahrestemperatur von Samedan zeigt seit 1980 einen kräftigen Anstieg um insgesamt rund 1 Grad. Man schafft die Klimaänderung nicht aus der Welt, indem man eine extrem selektive Wahrnehmung pflegt.

    3. Carlo, 12.12.2018, 17:11

      @meteoschweiz ... und Sie lassen nicht nur ausser Acht, dass der Messbeginn 1864 am Ende einer Kälteperiode lag, sondern auch, dass sich sowohl die Temperaturen, als auch die CO2 Werte erdgeschichtlich auf einem absoluten Tiefpunkt befinden - s. Berner/Scotese (dieses Diagramm zeigt auf was in den letzten 600 Mill. die Norm gewesen ist, nämlich deutlich höhere Temp. und CO2).
      Ich glaube die selektive Wahrnehmung liegt eher auf Ihrer Seite und ist primär davon abhängig, was die politische Agenda verlangt.

    4. s.b, 12.12.2018, 21:54

      @meteoschweiz bezüglich Kommentar vom 12.12.2018 15:59Uhr: Made my day! :)
      Macht weiter mit eurer super Arbeit. Lasst euch nicht unterkriegen von Menschen die keine Ahnung von eurem Fachgebiet haben, aber meinen Sie müssen erklären wie ihr eure Arbeit zu machen habt (leider etwas der Zeitgeist, ich kenne es von meinem Job). Danke, für den interessanten Bericht und Daten.