Stürmischer und niederschlagsreicher Dezember

28. Dezember 2018, 3 Kommentare
Themen: Klima

Der Dezember 2018 brachte mit häufig stürmischen Nordwest- und Westwinden mehrheitlich milde und feuchte Meeresluft in die Schweiz. Berechnet bis zum Monatsende steigt die Dezembertemperatur im landesweiten Mittel 1.4 bis 1.6 Grad über die Norm 1981‒2010. Dazu fiel auf der Alpennordseite und in den Alpen reichlich Niederschlag, oft als Regen bis in höhere Lagen. Auf der Alpensüdseite hingegen lagen die Niederschlagsmengen regional massiv unter der Norm.

Genügend Schnee für Wintersport: Region Falera/Flims, 22. Dezember 2018. Foto: M. Baumann
Genügend Schnee für Wintersport: Region Falera/Flims, 22. Dezember 2018. Foto: M. Baumann

Anhaltend stürmisch aus Westen

Das erste Dezember-Drittel war fest in der Hand von meist kräftigen West- und Nordwestströmungen. Nach einem Zwischenhoch am 1. Dezember trieb das anhaltende Westwindregime vom 2. bis am 9. Dezember mehrere Niederschlagszonen über die Schweiz. In der herangeführten milden Luft  regnete es oft bis in höhere Lagen. Die nasse Witterung wurde oft von stürmischen Winden begleitet. Im Flachland der Alpennordseite erreichten die Windspitzen an mehreren Tagen 70 bis 90 km/h. In den Bergen stiegen sie auf 130 bis 150 km/h, vereinzelt auch über 160 km/h.

Sonnige Alpensüdseite

Während der West- und Nordwestwind auf der Alpennordseite und in den Alpen trübe und nasse Verhältnisse brachte, bescherte er der Alpensüdseite als Nordföhn meist sonniges und mildes Wetter. In den Tieflagen erreichten die Tageshöchstwerte 10 bis 15 Grad. Am 4. Dezember registrierte das südliche Tessin sogar über 18 Grad.

Schnee aus Norden

Am 10. und 11. Dezember floss aus Nordwesten und Norden kühle Luft zur Alpennordseite. Am Alpennordhang fielen oberhalb von 1300 m rund 30 bis 50 cm Neuschnee. Vom Abend des 10. bis am Morgen des 11. Dezembers schneite es im Norden auch bis in tiefe Lagen.

Mit Bise kalt

Vom 12. bis am 15. Dezember zog ein umfangreiches Hochdruckgebiet von Nord- nach Nordosteuropa. An dessen Südrand floss mit einer Bisenströmung kalte Festlandluft aus Osteuropa zur Schweiz. Die Minimumtemperatur sank in den Tieflagen beidseits der Alpen verbreitet auf -4 bis -6 Grad. Lokal gab es im Norden auch -10 Grad. In Muldenlagen der Alpen wurden -20 bis -25 Grad, lokal auch -30 registriert. Am 14. und 15. verschwand die Alpennordseite unter hartnäckigem Hochnebel. In den Bergen und auf der Alpensüdseite lachte derweil die Sonne.

Und wieder stürmisch aus Westen

Nach der Monatsmitte ergriff wieder der Herr der Winde das Wetterregime. In einer anhaltenden Westströmung zog eine Niederschlagszone nach der anderen über unser Land. Dabei fiel zunächst Schnee oder Schneeregen bis in tiefe Lagen. Am 20. erwachte die Alpensüdseite mit 3 bis 10 cm Neuschnee in leicht erhöhten Lagen. In den mittleren Lagen der Alpen zwischen 1000 und 2000 m lag zu diesem Zeitpunkt verbreitet eine Schneedecke im Bereich der Norm oder etwas darüber (Quelle: Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos).

Vom 21. bis zum 24. Dezember zeigte sich die Westwindströmung wieder stürmisch. Im Flachland erreichten die Windspitzen 90 km/h, in den Bergen 150 km/h. Dazu gab es kräftige Niederschläge. Die Schneefallgrenze stieg auf 1500 bis 2000 m. Mit Westföhn-Effekten erreichten die Tageshöchstwerte auf der Alpennordseite sehr milde 11 bis 13 Grad, lokal sogar 16 Grad.

Auf der Alpensüdseite war es trotz Nordföhn und sonnigem Wetter zunächst weniger mild: Die Tageshöchstwerte lagen vom 21. bis am 23. Dezember zwischen 8 und 11 Grad. Am 24. war der Nordföhn stürmisch mit Böenspitzen über 90 km/h im Südtessin. Die Tageshöchstwerte erreichten bis 16 Grad.

Ruhige Weihnachtstage

Am Nachmittag des 24. endete auf der Alpennordseite das turbulente Wetter. Ein Hoch über Westeuropa bescherte der Schweiz ruhige Weihnachtstage mit sonnigem Bergwetter und einer sonnigen Alpensüdseite. Über dem Mittelland lag der klassische winterliche Hochnebel, der sich regional auflöste.

Im Norden viel, im Süden wenig Niederschlag

Nach monatelanger weitgehender Abwesenheit meldete sich im Dezember 2018 die niederschlagsbringende Westwindströmung in alter Frische zurück. Auf der Alpennordseite und in den Alpen erreichten die Niederschlagssummen verbreitet 150 bis über 200 Prozent der Norm 1981‒2010.

Auf der Alpensüdseite blieb der Dezember regional extrem niederschlagsarm. Das Südtessin erhielt nur gerade 11 Prozent der Norm 1981‒2010. In Berglagen gab es hingegen Summen zwischen 70 und 90 Prozent der Norm. In den übrigen Gebieten der Alpensüdseite bewegten sich die Werte meist zwischen 20 und 50 Prozent der Norm.

Die Vegetation ist in Winterruhe

Ende November zeigten sich noch einige Lärchen im gelben Nadelkleid. Bis Mitte Dezember fielen auch diese Nadeln zu Boden, beschleunigt durch das zeitweise stürmische Westwindwetter. Beim Zeitpunkt des Nadelfalls spielen lokale Faktoren wie Wind, Niederschlag oder Schnee eine grosse Rolle. Im Durchschnitt aller Stationen fand der Nadelfall der Lärche 3 Tage später statt als im Mittel der 22-jährigen Vergleichsperiode 1996‒2017. Auffällig war jedoch, dass das Datum des Nadelfalls der Lärche sehr stark streute. Die ersten Lärchennadeln fielen schon in der letzten Oktoberdekade, die letzten erst Mitte Dezember. Etwas mehr als 40% der Beobachtungen konnten als „spät“ und „sehr spät“ klassiert werden, je rund 30 % als „normal“ oder „früh“ und „sehr früh“. Mit dem Nadelfall der Lärche endet die Vegetationsperiode 2018 und die Vegetation befindet sich nun in Winterruhe.

Der definitive Bericht zum Dezember 2018 ist ab dem 11. Januar 2019 in der Rubrik Monats- und Jahresrückblick verfügbar.

Kommentare (3)

  1. Urs Imhof, 29.12.2018, 23:04

    Gut geschrieben aber für den definitiven Geschmack zu urteilen eher Herbst als Winter.
    Zuviel Nebeltage für einen Dezember auch wenn ihr sagt es ist normal das rund die Hälfte des Monates unter dem Nebel liegt weil er löst sich auch bei Tiefdruckgebieten nicht mehr auf regnet einfach durch den Nebel

    1. Altherr, 01.01.2019, 19:22

      mir scheint es dass sich die Jahreszeiten total verschoben haben. bzw. der Winter und der Frühling und der Herbst durch Abwesenheit glänzen und dafür der Sommer fast durch das ganze Jahr über die dominierende Jahreszeit ist.
      Immerhin sind die Temperaturen halbwegs normal. Den Rest hingegen kann man kippen. Den letzten richtigen Winter mit Schnee und Kälte gabs glaube ich 2010 also vor 9 Jahren

    2. emilio stecher, 02.01.2019, 23:56

      Was auffällt für November und Dezember ist das sehr milde Wetter auf der Alpennordseite. Es konnte sich in Lagen bis 1000m.ü.M niemals eine Schneedecke bilden, dass zum Beispiel Langlaufsport möglich war. Nicht einmal schneesichere Regionen, wie das Langlaufgebiet in Studen SZ in der Zentralschweiz konnten jemals eine Loipe präparieren. So ein Ereignis gab es trotz intensiven Niederschlägen in den letzten 20 Jahren noch nie. Auch sonst schneesichere Gebiete, wie Klewenalp/Stockhütte verfügten kaum über Schnee. Ohne technische Beschneiung oder übersomnerter Schnee iwar unter 1500m.ü.M. fast kein Wintersport auf der Alpennordseite diesen Winteranfang möglich. Dies muss doch zu denken geben...