Extreme Regenarmut und Rekordwärme

24. Juli 2018, 66 Kommentare
Themen: Klima

Die Schweiz erlebt die niederschlagsärmste April-Juli-Periode seit fast 100 Jahren. Ähnlich niederschlagsarm von April bis Juli war es landesweit letztmals im Jahr 1921. Zum fehlenden Regen gesellt sich eine Rekordwärme, welche sogar jene aus dem Hitzejahr 2003 übertrifft.

Auch in den Alpen zeigt sich die derzeitige Trockenheit. Viele kleine Bergseen sind ausgetrocknet. Foto: Christa Hayoz.
Auch in den Alpen zeigt sich die derzeitige Trockenheit. Viele kleine Bergseen sind ausgetrocknet. Foto: Christa Hayoz.

Extremer Regenmangel

Die ausgeprägte Niederschlagsarmut in der Schweiz dauert nicht erst ein paar Wochen, sondern setzte bereits im April ein. Über die ganze Schweiz betrachtet war es die viertniederschlagsärmste April-Juli-Periode seit Messbeginn 1864. Über die vier Monate sind im landesweiten Mittel nur 65 Prozent des langjährigen Durchschnitts gefallen. Schweizweit deutlich weniger Niederschlag lieferte bisher nur die April-Juli-Periode 1870 mit 46 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Der langjährige Durchschnitt basiert auf der aktuell gültigen Normperiode 1981‒2010.

Regional fehlen zwei Monatsummen

Nördlich der Alpen erstreckt sich die Region mit den geringsten April-Juli-Niederschlagssummen vom nördlichen Kanton Aargau über die Kantone Zürich und Schaffhausen bis in den Kanton Thurgau. Hier fielen im flächigen Mittel nur 150 bis 200 mm. Das ist weniger als die Hälfte des langjährigen Durchschnitts. In diesen Gebieten fehlt die durchschnittliche Regenmenge von ganzen zwei Monaten. Im Alpeninnern gab es regional weniger als 150 mm, lokal auch weniger als 100 mm Regen. Auch hier fehlt die durchschnittliche Regenmenge von rund zwei Monaten.

Rekordwärme

Die Niederschlagsarmut seit April war kombiniert mit hohen Temperaturen. Die Schweiz registrierte mit 12 Grad, berechnet bis Ende Juli 2018, die wärmste April-Juli-Periode seit Messbeginn 1864. Der bisherige Rekordwert aus dem Hitzejahr 2003 erreichte 11.8 Grad. Die hohen Temperaturen sind neben der Regenarmut ausschlaggebend für die herrschende Trockenheit. Die anhaltende Wärme führte zu einer kräftigen Verdunstung, wodurch sich das Wasserdefizit im Boden massiv akzentuierte.

Zeichen der Klimaänderung

Seit der vorindustriellen Periode 1871‒1900 ist die April-Juli-Temperatur im landesweiten Mittel um 2 Grad angestiegen. Ein massiver Temperaturanstieg von 1.6 Grad zeigt sich von der Normperiode 1961‒1990 zur aktuell laufenden Normperiode 1991‒2020. Der Anstieg der Normtemperatur von 8.5 Grad auf 10.1 Grad weist eindrücklich auf die laufende Klimaänderung hin.

Das aktuelle Wettergeschehen offenbart ein recht typisches Sommerbild aus der erwarteten Zukunft. Die aus den Klimaszenarien hervorgehende weitere Temperaturzunahme wird die Verdunstung verstärken. Auch ohne Niederschlagsänderung ist in den nächsten Jahrzehnten entsprechend häufiger mit Sommertrockenheit zu rechnen. Die nach 2050 abnehmenden Sommerregenmengen werden die Problematik der Sommertrockenheit zusätzlich akzentuieren.

Weiterführende Informationen zur Trockenheit

Die regelmässig aktualisierte Beurteilung der Trockenheit

Aktuelles zur Trockenheit und Gewässer (Bundesamt für Umwelt BAFU)

Aktuelle Waldbrandgefahr und Massnahmen der Kantone (Bundesamt für Umwelt BAFU)

Allgemeine Informationen zur Waldbrandgefahr (Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL)

Weiterführende Informationen zum Klima der Schweiz

Ein Überblick über wichtige Zahlen und Fakten zum Klima der Schweiz und zum Klimawandel: Klimafakten – das Wichtigste in Kürze

Erklärungen zur Verwendung von Klima-Normwerten

Informationen zum Klimawandel und langfristigen Klimaschwankungen in der Schweiz. Was ist bereits passiert und womit wir in Zukunft rechnen müssen.

Kommentare (66)

  1. Jann Eisenhut, 31.08.2018, 18:02

    Ich danke dem Meteo-Schweiz Experten für seine Einschätzung der Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft und verweise in dieser Hinsicht auf das Buch "Eine kleine Geschichte der Menschheit", in welcher der Autor dies bestätigt.

    Es ist für einen wissenschaftlichen Geist heute schwer wirklich unabhängig zu forschen.

    Und genau dies brauchen wir als Gesamtbevölkerung dieses Landes.

    Danke, dass Sie diesen Missstand benennen.

    Ich wünsche mir, dass in der Zukunft eine freie Forschung in allen Fachbereichen möglich wird.

    Jann Eisenhut

  2. Drack Christian, 01.08.2018, 17:28

    Wirklich guter Blog.
    - Ist der Thunersee nicht einfach noch voll, weil oben die Schnee- und Gletscherschmelze bei den hohen Temperaturen umso schneller fortschreitet?
    - sollte man nicht in der Landwirtschaft früher und stärker Gießen, solange noch genug Wasser in den Flüssen und Seen ist, um im Boden einen Vorrat anzulegen und an geeigneten Orten ohne Glyphosat und Co die Infiltration ins Grundwasser zu erhöhen?
    -Können künstlich errichtete Stauseen bei uns die fehlenden Gletscher in Zukunft ersetzen? Was wird das kosten und wer kann das bezahlen?
    Gruss CD

    1. MeteoSchweiz, 02.08.2018, 13:53

      Danke für die spannenden Fragen. MeteoSchweiz kann diese leider nicht beantworten. Die Fachleute zu diesen Themen arbeiten beim Bundesamt für Umwelt. Bitte wenden Sie sich direkt an die Kontaktstelle:
      https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/amt/kontakt-und-standort-des-bafu.html

    2. MeteoSchweiz, 03.08.2018, 13:58

      @Drack Christian:
      Die Kolleginnen/Kollegen vom BAFU können Ihnen höchstwahrscheinlich Antworten geben auf Ihre Fragen.
      https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home.html

  3. Dominik Büeler, 30.07.2018, 00:06

    Besten Dank, liebes MeteoSchweiz-Team, für die stets sehr spannenden, sauber recherchierten und lehrreichen Blogbeiträge! Es ist alles andere als selbstverständlich, dass hier tagtäglich so viel Zeit investiert wird, Wissen weiterzugeben. Und an alle Kommentatoren, die es immer wieder für angebracht halten, die Blog-Verfasser hier fast persönlich anzugreifen und ihnen zu erklären, wie das Wetter eigentlich funktioniert: Stellt euch einmal vor, es würden alle 10 Minuten irgendwelche fachfremden Leute in euer Büro hineintrampen, in dem ihr seit 20 Jahren arbeitet, und euch erklären, wie man es machen muss. Wie würdet ihr so reagieren? Auch so professionell und gelassen wie die MeteoSchweiz-Autoren hier? Denkt daran, wenn ihr euren nächsten Kommentar verfasst.

    1. Andres Zimmermann, 30.07.2018, 16:45

      @ Dominik Büeler
      Meteorologen sind auch "Öffentlichkeitsarbeiter" und dürften sich daher gewohnt sein, mit Kritik umzugehen, sofern diese nicht offenkundig beleidigenden Charakter hat. Wir wollen ja alle nicht beleidigt werden.
      Ich finde, wir Schreiberlinge - sofern wir uns um einen konstruktiven Beitrag bemühen - geben ihnen auch die Möglichkeit ihr Fachwissen zu bestätigen, es aufzufrischen oder manchmal eben auch, um es zu vertiefen. Wer mit Fragen konfrontiert wird, hat die Möglichkeit durch das Suchen nach Antworten an diesen zu wachsen. Man könnte dieses Konfrontiertwerden mit Kritik auch als eine Möglichkeit zur Selbstbestätigung ansehen, im Sinne: Man stellt mir Fragen, also bin ich.

      Konflikt suchende Primitivlinge, die ihre Identität über den Konflikt mit der Umgebung definieren gibt es überall, in jedem Berufsstand und auf allen Lebensgebieten. Doch vielleicht sollten wir die Meteorologen besser für sich selber sprechen lassen, was ihnen aber aus nachvollziehbaren, und ebenso ehrbaren Gründen "nicht erlaubt" sein dürfte.

    2. Dominik Büeler, 01.08.2018, 10:08

      @ Andres Zimmermann
      Ich bin mit Ihrer Antwort auf meinen Kommentar durchwegs einverstanden! Auch war mein Kommentar alles andere als an die vielen Leute hier gerichtet, die den Meteorologen kritische Fragen stellen, sondern eben an die wenigen Konfliktsuchenden, die sich immer wieder in diesem Blog äussern. Kritische Fragen sind das Fundament der Wissenschaft. Ohne kritischen Fragen wären die Meteorologie und Klimawissenschaften heute nicht annähernd so weit, wie sie sind.

  4. Andres Zimmermann, 29.07.2018, 19:18

    Die grosse Trockenheit veranlasst wohl derzeit viele Menschen zu einem sehnsüchtigen Blick auf den Regenradar. Dabei konnte man in letzter Zeit häufiger beobachten, dass sich heranziehende grössere Regenfronten plötzlich wie von Geisterhand auflösten, obwohl die klar erkennbare Zugrichtung eigentlich einen viel weiter ziehenden Regen erwarten liess.
    Kann diese Beobachtung auch von meteorologischer Seite bestätigt werden? Und wenn ja, handelt es sich dabei um ein neues oder einfach selteneres Phänomen durch besondere Wetterkonstellationen? Auch im Kontext eines wärmeren "Klimas" betrachtet?
    Gibt es ausserdem auch ernst zunehmende Hinweise auf Einflüsse des sich immer schneller verändernden Erdmagnetfeldes auf Wetter und Klima? Der Suchbegriff "Erdmagnetfeld und Klima" generiert derzeit auf Google, immerhin rund 52000 Suchergebnisse.

    1. MeteoSchweiz, 30.07.2018, 11:51

      Wir gehen davon aus, dass Sie mit "Regenradar" die Niederschlagsanimation auf unserer Internetseite oder im App meinen. Hier wurde in den letzten Tagen einzig am Samstag eine Niederschlagszone von Westen her über die Schweiz hinweggeführt. Diese hat auch in vielen Teilen der Schweiz etwas Regen gebracht, wie sie im Blog vom 28.Juli 2018 (https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/aktuell/meteoschweiz-blog/meteoschweiz-blog.subpage.html/de/data/blogs/2018/7/kurze-abwechslung.html) nachlesen können.
      Dabei stimmt es, dass sich der Niederschlag abschwächte, je weiter er nach Westen zog. Dies lag vermutlich einerseits an der Grosswetterlage; das Tief hatte seinen Kern über den Britischen Inseln und zog im weiteren in Richtung Nordosten. Damit entfernte es sich zunehmend von der Schweiz. Über Mitteleuropa befand sich ein schwaches Hoch, so dass die ohnehin relativ schwache Kaltfront zunehmend abgeschwächt wurde. Zum Anderen trugen sicher auch die trockenen Böden zu dieser Abschwächung bei. Da die Feuchtigkeit in der Schweiz fehlte, konnte sich der Niederschlag nicht regenerieren, die ganze benötigte Feuchtigkeit hätte importiert werden müssen. Dieser Vorgang ist weder neu noch selten, sondern liegt im normalen Lebenszyklus von Frontensystemen. Es kommt immer wieder vor, dass sich Fronten genau über der Schweiz abschwächen.

      Zum Thema "Einfluss des Erdmagnetfeldes auf Wetter und Klima als Folge der Änderung der Löslichkeit von ozeanischem CO2" liegen MeteoSchweiz keine definitiven Informationen vor. MeteoSchweiz hat sich damit auch nicht näher befasst. Eine Beurteilung der Situation ist unsererseits deshalb nicht möglich.

    2. Andres Zimmermann, 30.07.2018, 16:05

      @ Meteo Schweiz
      Herzlichen Dank für die ausführlichen Antworten an jene "verwegenen" Meteorologen, welche in der Ferienzeit mit eingeschränktem Personalbestand bei grösster Hitze "ausharren müssen", um Leserfragen zu beantworten, welche ihre "aufdringlichen" Fragen vielleicht genüsslich unter dem Schatten von Palmen bei einem kühlen Bierchen formulieren.
      Unter dem "Niederschlagsradar" verstehe ich eine solche Applikation, die vergangene Niederschlags-Messungen über die letzten Minuten bis zu maximal einer Stunde aufzeichnen, wie sie beispielsweise unter "Meteoradar" zu finden sind, und wo dann solche von mir gemeinten plötzlich auftretenden "Umkehrpunkte" von feucht nach trocken" real beobachtbar sind. Also nicht ein künstlich gefertigtes Modell von einer längerfristig zu erwartenden Gesamttendenz ist gemeint, wie sie durch eine Animation prognostiziert wird.

      Der mögliche Einfuss des Erdmagnetfeldes auf die Löslichkeit des ozeanischen CO2 haben Sie in ihrer Antwort selber mit ins Spiel gebracht. Ein interessanter Denkansatz übrigens, den man unbedingt weiter verfolgen sollte. In meiner Frage zum Einfluss des Erdmagnetfeldes im Kontext der Klimaerwärmung meinte ich nicht nur den denkbaren Einfluss auf die CO2-Konzentration (ob ozeanisch gelöstes- oder Menschen-gemachtes CO2), sondern generell den Einfluss des Erdmagnetfeldes auf das Strömungsverhalten von Materie in den verschiedensten Aggregatzuständen.
      Nun, mir ist klar, dass die Meteorologie nicht einfach mit der Klimawissenschaft gleichgesetzt werden kann, ebenso wenig wie mit anderen Wissenschaftsdisziplinen. Doch wie soll man das, was man Klima nennt, verstehen können, wenn es noch Gebiete gibt, wie etwa auch die Astrophysik, mit denen man sich noch gar nicht befasst hat, und von denen man den Einfuss nicht kennt, auf das, wovon man selber meint, ein Experte zu sein.
      Das "Klima", sofern es ein solches überhaupt gibt, im Sinne eines vollständig Begreifbaren, können wir nur verstehen, wenn alle Wissensdisziplinen an der Klimaforschung beteiligt werden. Aus Ihrer Antwort entnehme ich eine gewisse Lernbereitschaft in diese Richtung, was doch ein sehr gutes Zeichen ist und entsprechende Anerkennung verdient.

    3. H. Brugger, 30.07.2018, 21:58

      Meteoschweiz
      Vielen Dank für die ausführliche Antwort zur Thematik der Wärmeinseln. Ich bin dennoch immer noch der Ansicht, dass auch mehrere wirklich ländliche Stationen im "Klimaindex" vertreten sein sollten. Denn die Schweiz besteht zum Glück nach wie vor nicht nur aus Innenstädten, Aussenquartieren der Städte und Agglos, sondern auch aus ländlichen Regionen.
      Zudem liegen nicht alle Messstandorte idyllisch auf der grünen Wiese, wie sie hin und wieder hier gezeigt werden, sondern manchmal zu nahe von Gebäuden, asphaltierten Flächen (Strassen, Parkplätze), direkt an Seen etc. Chur ist eines von mehreren Beispielen.

    4. MeteoSchweiz, 31.07.2018, 12:35

      @Andres Zimmermann
      Vielen Dank für Ihren wohlwollenden Beitrag. Allerdings halten Sie sich doch recht bedeckt. Wo liegt das wichtige Wissen ausserhalb der Klimawissenschaft, welche zum Klimaverständnis so wichtig ist? Gibt es Fachliteratur dazu? Zu den gossen wissenschaftlichen Klima-Zusammenstellungen des IPCC, wahrscheinlich der weltweit grösste wissenschaftliche Verbund, tragen doch einige 1000 Fachleute aus den verschiedensten Wissensgebieten bei. Was ist ihnen Wesentliches entgangen? Und warum melden sich die Experten ausserhalb der Klimawissenschaft nicht, wenn sie doch über so wichtige Klimainformation verfügen?

    5. Rocky, 31.07.2018, 23:07

      Meteoschweiz
      Braucht es einige tausend Wissenschafter, damit der IPCC seit 25 bis 30 Jahren immer wieder Szenarien veröffentlichen kann, die sich in der Rückblende als viel zu alarmistisch herausstellen? Bei jedem neuen Bericht müssen die Temperaturkurven abgesenkt werden und sind trotzdem immer noch zu hoch. Die reale Entwicklung der globalen Temperatur ist wesentlich moderater als vorausgesagt.

    6. MeteoSchweiz, 06.08.2018, 11:46

      @Rocky: Szenarien wiedergeben den Stand des momentanen Wissens. Szenarien sind nie abschliessende Angaben. An Szenarien wird ständig weitergearbeitet. So präsentiert jeder Bericht des IPCC die aktuellsten verfügbaren Szenarien. Diese können sich von den Angaben aus den früheren Berichten unterscheiden.

    7. Andres Zimmermann, 08.08.2018, 22:17

      @ Meteo Schweiz
      Nun, ich will mich um eine Antwort nicht herumdrücken.
      Der "Weltklimarat" (IPCC) auf den Sie sich in ihrer Antwort berufen, beansprucht zwar die Deutungshoheit über die Klimathematik. Doch bei genauerer Betrachtung handelt es sich hier um eine globale Institution bei der Wissenschaft und Politik, aber auch Wirtschaft, eng miteinander verflochten sind, was einer wirklich freien und unabhängigen Klimaforschung nicht gerade förderlich sein kann.
      Wer kann in Anbetracht einer solchen komplexen Konstellation überhaupt noch die eigentliche "Klimawissenschaft" von der Klimapolitik oder auch von einer damit verbundenen Wirtschaftspolitik unterscheiden? Daher mögen sich viele Zeitgenossen auch fragen: Wer steht da heute eigentlich genau in wessen Diensten? Bekanntlich gibt es ja auch jene andere Experten, die die offizielle Lehrmeinung des IPCC zumindest in Frage stellen. Experten auch, die in der Klimathematik ebenso zu Hause sind, und die sich sehr wohl auch zu Wort melden, aber nicht erhört werden, noch offizielle Erwähnung finden. Eine wirklich freie Wissenschaft muss sich stets auch selber hinterfragen können.
      Es geht mir hier auch nicht darum, die offizielle CO2- Klima-Theorie als richtig oder falsch zu bewerten, denn die Verstandeslogik findet immer zustimmende oder ablehnende Argumente, die auf Grund ihrer logischen Gedankenabfolge jeweils genauso wahr sein könnten. Ich beziehe meine eigenen Argumente nicht auf ein vorhandenes "Geheimwissen", sondern nur auf die Tatsache, dass in Anbetracht der im "Weltklimarat" schwer durchschaubaren Verquickung von Klimapolitik, Klima-Wissenschaft und Wirtschaftsinteressen, kaum von einer wirklich freien Klimawissenschaft gesprochen werden kann.
      Um so mehr auch, als sich alle "offiziellen Experten", immer auf dieselbe, nicht ergebnisoffene Quelle berufen. Die CO2-Theorie ist zwar eine für den Verstand plausible Erklärungsmöglichkeit. Doch wie sinnvoll kann es sein, andere Erklärungsmöglichkeiten einfach auszuschliessen, um dann vielleicht durch eine allzu mechanistische Vorstellung der Ursachen, eines Tages festzustellen, dass uns die Klimaerwärmung auf dem falschen Fuss erwischt hat?
      Rät uns etwa der Weltklimarat zu einem Paradigmenwechsel in Sachen ewiges Wirtschaftswachstum und grenzenloser Mobilität auf äusserem Gebiet? Nein, er eröffnet mit seinen Empfehlungen gleich selber wieder neue für die Wirtschaft höchst attraktive Geschäftsmodelle: weg von den Verbrennungsmotoren hin zu Elektroantrieben und vielem mehr. Wir haben allen Grund, unsere eigene Zukunft nicht einfach unhinterfragt in die Hände einer Institution zu legen, von der man nicht genau wissen kann, auf welcher Seite sie eigentlich genau steht. Es ist der Weltklimarat selbst, welcher sich in dieser Frage bedeckt zeigt.
      Die angesprochene Fachliteratur müsste erst noch geschrieben werden, um zu einem erweiterten Klimaverständnis zukommen. Es beginnt mit einer wirklich unabhängigen Klimaforschung, die keinem politischen oder wirtschaftlichen Auftraggeber verpflichtet ist, und alle denkbaren Sichtweisen in ihre Überlegungen mit einbezieht.

  5. Nik, 29.07.2018, 17:41

    Es wäre schön, wenn die Bilder im Blog, wie versprochen, endlich wieder zu sehen wären

    1. MeteoSchweiz, 30.07.2018, 09:10

      Vielen Dank für Ihren Hinweis. Bitte teilen Sie uns Ihr Anliegen mit Angabe von Betriebssystem und Gerätetyp via Kontaktformular unter https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/formulare/kundendienst.html mit. Von Interesse ist für uns auch, ob alte wie neue Blog-Beiträge davon betroffen sind.

  6. Halley, 28.07.2018, 12:31

    Die Durchschnittstemperatur der Schweiz betrage nur 5,4° (brrrr...). Das Jungfraujoch, das den Temperatiurdurchschnitt der Schweizer Meßstationen mächtig drückt, ist flächenmäßíg ein Winzling. Wie hoch ist die gemittelte Durchschnittshöhe der Schweiz (sozusagen, wenn man alle Täler und Senken mit dem Schutt der Berge füllen würde ?

    1. MeteoSchweiz, 30.07.2018, 09:51

      Die landesweite Durchschnittstemperatur ist ein gewichtetes Mittel der verwendeten Messstandorte. Bei der Gewichtung wird die Höhenlage mit ihrem Flächenanteil eingerechnet. Unter dem folgenden Link sind die Informationen zum Schweizer Temperaturmittel zu finden:

      https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/schweizer-klima-im-detail/schweizer-temperaturmittel.html

  7. Justus Walter, 27.07.2018, 15:01

    Eine Frage an die Experten: Wenn es in weiten Teilen Europas zu heiß und vor allem trocken ist (bis nach Skandinavien), wer bekommt dann "unseren" Regen? Das Wasser verschwindet schließlich nicht, sondern wird wohl um uns herum fallen.

    1. Buffi, 27.07.2018, 21:11

      Gute Frage.
      Nestle hat vielleicht auch schon Regenwasser patentiert.

    2. Pat, 29.07.2018, 23:10

      Der Regen ging dieses Mal auf die Philippinen, z.B. Subic Bay / Olongapo soviel Regen im Juli wie seit Jahrzehnten nicht mehr

    3. MeteoSchweiz, 30.07.2018, 08:41

      Sie haben Recht, wenn bei uns in Europa anhaltendes Hochdruckwetter herrscht, ist es andernorts eher unbeständig tiefdruckbestimmt. So gab es beispielsweise in den letzten Tagen in den östlichen Teilen der USA grosse Überschwemmungen. In Griechenland und der Türkei kam es in den letzten Tagen ebenfalls zu Überflutungen durch heftige Gewitterregen. Weiter gab es Berichte aus Teilen Asiens, wonach aussergewöhnlich heftige Monsunregen niedergingen.

  8. Michel parrenin, 27.07.2018, 09:26

    Mir ist aufgefallen dass die Alpenregion / ein Teil der Schweiz seit einigen Tagen geringere Temperaturen aufweist als die umliegende Gegend. Wie erklärt sich das? Besten Dank für die Beantwortung meiner Frage.

    1. MeteoSchweiz, 27.07.2018, 14:05

      Man müsste ein Beispiel haben, welche Regionen genau gemeint sind. Grundsätzlich war es in den vergangenen Tagen in den trockensten Regionen tendenziell etwas wärmer als in den Gebieten die vor kurzem etwas Niederschlag erhalten haben. Das hat mit der Verdunstung zu tun, welche Energie benötigt. Gleichzeitig ist in den trockensten Regionen die Vegetation verdorrt und die einfallende Sonneneinstrahlung wird praktisch ohne Verdunstungsverluste in Wärme umgesetzt wird.

  9. Deubel, 26.07.2018, 18:53

    Einen Bruchteil von der Zeit die wir aufwenden uns über das Wetter zu unterhalten, für die Erhaltung unseres Planeten einzusetzen! So werden wir noch lange am Wetter Freude haben!

  10. Mike (Basel), 26.07.2018, 11:28

    Dass die Wärme in der April - Juli Periode von 2018 die aus dem Jahr "Hitzejahr" 2003 übertrifft, überrascht nicht so sehr, denn dabei fällt der sehr Warme April 2018 besonders ins Gewicht. Der war in Basel bspw. 3.5 K wärmer als der von 2003. Erweitert man den Zeitraum hingegen bis auf den Januar (Jan - Jul), kommt ein ähnlich warmer April mit ins Spiel und in Basel liegt 2018 nach 2007 auf Platz 2. Ähnlich sieht es auch, wenn man den Zeitraum von Mai - Juli oder März - Juli wählt. Da liegt 2003 duch dem rekordwarmen Juni wieder vor 2018. Insofern hinkt der selektive Vergleich mit dem Hitzejahr 2003 schon etwas, denn da begann die wirkliche Hitze im Juni und steigerte sich mit kurzer Verschnaufpause im Juli dann im August. Für einen neuen Rekordsommer wird es sicherlich nicht reichen, denn da bräuchten wir in Basel ein Augustmittel von 26.5 °C, 2.7 K wärmer als 2003.

  11. Horst Naujoks, 26.07.2018, 00:59

    Ob 'furchtbar heiss' oder 'noch nie so gnadenlos trocken' die kommenende Tage sein werden ... Go offline, enjoy it oder probier zu wässern was du du in den Herbst bringen willst. Der Herbst (und das danach) kommt, so lange sich die Erderotation erhält. Danach, und nicht vorher, lohnt sich der nüchterne Blick auf die Statistik.
    Und ja, du hast es vielleicht gemerkt, möglicherweise musst du mehr als einen Herbst erleben.

    Bin > 50 und wette, dass sich die Wissenschaft nicht bis zu zu meinem Ableben darauf einigt, ob die klimatologische Erwärmung die ich wahrnehme (Nordalpen/Mitteleuropa) 1. normal, 2. menschgemacht oder 3. als Kombination vorliegt.

    Make Science, not Politics.

    1. Buffi, 26.07.2018, 14:06

      Erdrotation? Also diejenige die die Erde mit 1600km/h um sich selbst drehen lässt? Und dann mit irren 100000 von km/h durch die Galaxie ihre Bahn zieht? Und dann mit wahnwitzigen 10000000km/h durch die endlosen des Universum schwirren lässt? Und wir bekommen nichts davon mit wegen der Gravitation... welche regen nach unten fallen lässt und Wolken oben schweben lässt.....aber zur Zeit regnet es ja nicht...schaaaaade. Ich finde den Sommer toll so wie er ist.

    2. Mac, 26.07.2018, 15:12

      Lieber Herr Naujoks

      Die Wissenschaft ist sich längst einig, dass die Klimaerwärmung von Menschen gemacht wurde. Ginge es nur nach der Natur, würde sich die Erde derzeit sogar abkühlen, aber wir haben es geschafft, diesem Trend mehr als nur entgegenzuwirken.

      Sie sind hier derjenige, der Politik vor Wissenschaft stellt.

    3. Bernd, 30.07.2018, 10:05

      Die Wissenschaft hat sich bereits deit einiger Zeit darauf geeinigt das es sich um 2. menschgemacht handelt.

    4. Buffi, 30.07.2018, 22:09

      Ohne die Wissenschaft wäre Wetter einfach nur was es ist, Wetter.

    5. Bernie, 04.08.2018, 17:18

      Sehr geehrter Herr Naujoks

      Die Statistiken zeigen mit überwältigender Eindeutigkeit:

      - Das Klima erwärmt verändert sich, in erdgeschichtlichen Massstäben zurzeit rasend schnell.

      - Die Frage, ob die Klimaerwärmung in diesem Ausmass menschgemacht ist, ist klar mit ja beantwortet. Dafür gibt es international anerkannte Gremien (IPCC). Tausende Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen sind sich einig sind, dass dies zu 95% + zutrifft (Fünfter Sachstandsbericht des IPCC, 2014). Diesen Wissenschaftlern kann man kaum Eigennutz oder politische Interessen unterstellen. Es gibt kein Raum mehr für ernsthaften Zweifel. Jeder, der das Gegenteil behauptet, ist eingeladen, seine Erkenntnisse zur Überprüfung vorzulegen. Achja, und wenn ein Beitrag dann wegen Unhaltbarkeit abgelehnt oder gar nicht eingereicht wird, aber den Weg an die Öffentlichkeit nimmt, ist das kein "wissenschaftlicher Streit", sondern Ausdruck von Eitelkeit / Ignoranz / Geltungssucht des Autors (aka "Klimaskeptikers"), oder eben "Politics". Wette schon verloren.

      - Der nüchterne Blick auf die Statistik lohnt sich immer. Daraus gewinnt man Erkenntnisse, kann Vorhersagen machen und Zusammenhänge zwischen Ursachen und Wirkungen herstellen. Täten wir das nicht, würden wir durchschnittlich aus jeder zweiten Kurve wegen überhöhter Geschwindigkeit rausfliegen. Man nennt das "Science". Solche Erkenntnisse zu ignorieren und die Wissenschaft zu diskreditieren nennt man "Politics". Politiker sind in der Regel alt und wollen keine bessere Welt, sondern wiedergewählt werden.

      - Die Welt, und damit das Wetter, wird weiterexistieren, keine Frage. Die Frage ist, wie lange wir als Menschheit noch dabei sein wollen.

      Es geht um mehr als ihr Gärtchen, Herr Naujoks.

  12. Raffael Ayé, 25.07.2018, 20:45

    Liebes MeteoSchweiz-Team
    Herzlichen Dank für die immer wieder informativen Artikel.
    Ich bewundere Euch für Eure Geduld mit einigen Klimaleugnern, Besserwissern und/oder kritischen Zeitgenossen. (Jeder darf selbst entscheiden, zu welcher Kategorie er – oder sie – sich zählt.)
    Danke und weiter so!

  13. D. Keller, 25.07.2018, 11:32

    Handelt es sich bei der April-Juli-Periode um eine offizielle gebräuchliche Messperiode?

    1. D. Keller, 26.07.2018, 11:12

      Die Frage wäre eigentlich für Meteoschweiz gedacht gewesen. Leider keine Antwort.

    2. Hans Fritz, 26.07.2018, 12:07

      Haben Sie etwas Geduld. Im Moment ist Ferienzeit und Antworten auf Fragen in dieser Kommentarspalte zu geben, gehört nicht zu den dringendsten Dingen, die die Meteorologen zu erledigen haben. Am Ende hat auch deren Arbeitstag nur etwas mehr als 8 Stunden.

    3. MeteoSchweiz, 26.07.2018, 13:32

      Es geht hier um die Erfassung eines speziellen Ereignisses. Im aktuellen Fall steht die Dauer des Ereignisses im Vordergrund. Die extreme Regenarmut umfasst bisher die vier Monate April bis Juli. Falls sich die extreme Situation bis Ende August hinzieht, wäre eine Analyse über fünf Monate von Interesse. Vorgegebene Perioden wie z.B. die meteorologischen Jahreszeiten spielen in solchen Fällen keine Rolle, denn sie decken das Ereignis ja nicht in seiner Vollständigkeit ab.

    4. D. Keller, 26.07.2018, 14:27

      Danke für die Antwort.
      Wie in Abb. 1 zu sehen, ist die spezielle und extreme Situation schon mehrmals vorgekommen. Auffällig die extrem regenarmen Jahre 1945, 47, 49 kurz aufeinanderfolgend, sowie die regenreichen Jahre vor 1880 hintereinander.
      Nun, ich bin gespannt wie die Jahresbilanz aussehen wird. 2018 wird sicher regenarm bleiben, aber bekanntlich glätten längere Messperioden die (extremen) Ausreisser.

    5. H. Brugger, 26.07.2018, 15:40

      @Meteoschweiz
      Bei der Liste der 29 Klimastationen fällt mir auf, dass ländliche Stationen auf "Mittelland-Niveau" (300-600 m ü.M.) weitgehend fehlen. Die Verzerrungen durch den Urban Heat Index (urbane Wärmeinseln) können deshalb das Gesamtbild verfälschen. Ich habe kürzlich gelesen, dass dem UHI in der Schweiz im Gegensatz zu anderen Ländern kaum Beachtung geschenkt wird.
      Etliche Stationen liegen zudem in Föhnregionen und/oder an Seen.

    6. MeteoSchweiz, 30.07.2018, 15:18

      @H.Brugger
      Messstandorte wie Basel, Bern, Genf, Zürich oder St. Gallen befinden sich nicht im Innern der Stadt. Bern (Zollikofen) und St. Gallen (Notkersegg) sind sogar ländlich. Der Messstandort Genf befindet sich auf dem Flughafen. Zürich-Fluntern liegt am Stadtrand und nicht in der Innenstadt. Basel (Binningen) ist ebenfalls kein Standort in der Innenstadt.

      MeteoSchweiz wählt keine Messstandorte in innerstädtischen Lagen, da hier die international vorgeschriebenen Messbedingungen (v.a. relativ freie Umgebung) nicht gegeben sind. Ein klimatologischer Messstandort muss zudem für eine grössere Region repräsentativ sein. Da die Beeinflussung der Messwerte durch die dichte Bebauung seit langer Zeit bekannt ist, wurden entsprechend keine Standorte in der Innenstadt gewählt. Messstandorte an Seen oder in Föhntälern sind wichtig, da diese Gebiete für das Schweizer Klima von wesentlicher Bedeutung sind.

      Im Innern der Städte gab es in den letzten Jahren immer mehr Messstationen der Kantone. MeteoSchweiz wertet diese Daten im Vergleich mit den eigenen Messstandorten ausserhalb der Stadtkerne im Rahmen von Forschungsprojekten aus. Die Resultate zeigen den bekannten Wärmeinseleffekt, der sich insbesondere im Sommer während der Nacht als Belastung bemerkbar macht.

  14. Raphael, 25.07.2018, 09:28

    Eine Frage zu trokenem Sommer wegen Klimawandel.
    Diese Trockenphasen entstehen ja durch stationäre und stabile Hochdruckgebiete. Wieso bleiben diese stabiler als ohne Klimaerwärmung?

    1. MeteoSchweiz, 25.07.2018, 14:09

      Die häufigere sommerliche Trockenheit als Folge des Klimawandels kommt von der Nordwärtsverschiebung der Subtropenzone. Heute liegt die Mittelmeerregion mit der bekannten Sommertrockenheit in dieser Zone. Nach den aktuellen Szenarien wird sich die Subtropenzone in der zweiten Hälfte des laufenden Jahrunderts vermehrt bis nach Zentraleuropa ausdehnen. Die sommerliche Mittelmeertrockenheit wird dann auch die Alpennordseite der Schweiz betreffen.

  15. Marco, 24.07.2018, 22:40

    Warum wurde die Periode 1981-2010 für die Norm herangezogen?
    Weshalb nicht die Periode 1940-1970?

    Weshalb liegt der Pegel z.B. des Thunersees auf Niveau des langjährigen Mittels, genauso wie der Abluss der Aare?

    Wie können Sie da - ohne jegliche Relativierung - von extremer Trockenheit sprechen?

    Ich denke es gibt aktuell mehr vertrocknete Felder wegen Glyphosat, als wegen der aktuellen Trockenheit.

    1. MeteoSchweiz, 25.07.2018, 09:54

      Der Blogartikel spricht NICHT von extremer Trockenheit, sondern von extremer Regenarmut. Diese ist messbar und vergleichbar mit der Vergangenheit.

    2. B. Müller, 25.07.2018, 15:05

      Der Thunersee ist wie viele andere Schweizer Seen und grössere Flüsse durch Wehre / Staumauern reguliert. Sein Pegel sagt also wenig über die Niederschläge der vergangenen Monate aus.
      http://www.bve.be.ch/bve/de/index/wasser/wasser/gewaesserregulierung/thunersee.html

    3. Kelvin, 25.07.2018, 15:41

      MeteoSchweiz
      Wenn ich mir die Abbildung 1 anschaue, kann ich beim besten Willen keine Tendenz zu mehr Trockenheit feststellen. Mir scheint, dass es in der Vergangenheit mehrere 20-Jahr-Perioden gab, die diesbezüglich problematischer waren (z.B. 1940-60). Oder muss ich dringend zum Augenarzt?

    4. MeteoSchweiz, 25.07.2018, 16:37

      Ob die April-Juli-Perioden grundsätzlich regenärmer oder regenreicher geworden sind (Tendenz), ist NICHT Thema des Blogbeitrags. Abbildung 1 dient lediglich zur Darstellung des momentanen extremen Regenmangels im Vergleich mit der gesamten Messreihe.

  16. Peter Hiller, 24.07.2018, 20:14

    Ein Grossteil der Menschen hat meines Erachtens nicht im Ansatz verstanden, was Klimaerwärmung bedeutet. Und auch wer die Fakten kennt wird wohl überrascht werden, wie sich das kommende „anfühlen“ wird. Wir müssen dazu nicht lange warten, wir sind mittendrin. Für alle die noch zweifeln; in diesem Fall müssen sie mindestens eine dieser Annahmen als wahr anerkennen: 1. Der gesamte Wissenschaftsbereich der Klimaforschung ist komplett unfähig; sozusagen Strohdumm. 2. Der gesamte Wissenschaftsbereich der Klimaforschung ist in eine weltweite, riesige Verschwörung eingebunden; sozusagen die Mutter aller Verschwörungen. Also entweder alles Dummköpfe oder Halunken.

    Die Veränderung unseres Wetters wird zu sehr, sehr grossen Problemen und Einschränkungen führen. Klima ist nicht Wetter, aber was wir erleben werden, ist eben ein komplett anderes Wetter als in der Vergangenheit. Wir sollten jetzt handeln. Wie, dass wissen wir gut genug für den Anfang.

    Danke übrigens an das Meteo Team. Gute Information bezüglich Klimaerwärmung ist ein Muss. Hoffen wir, dass diese bald nicht mehr auch als Warnung dienen muss.

    1. Marco, 25.07.2018, 09:41

      Herr Hiller,
      ersetzen Sie in Ihrem Beitrag Wissenschaft mit Kirche und das Ganze bekommt einen ganz anderen Blickwinkel. Eine kritische Haltung zu den "Fakten" kommt bereits der Blasphemie gleich. Wenigstens lande ich noch nicht gerade auf dem Scheiterhaufen. Übrigens zweifle ich überhaupt nicht am Klimawandel, dass uns aber ständig mit der Hölle gedroht wird, geht mir auf den Senkel.
      "Und sie dreht sich doch!" Galileo Galilei (1564-1642)

    2. Dieter, 26.07.2018, 18:16

      Herr Hiller,
      Was soll Ihr Alarmismus? In Warmperioden sind Hochkulturen aufgeblüht, in Kaltperioden herrschte Not und Hunger (vgl. "Kleine Eiszeit"). Interessanterweise sind viele der Klimahysteriker meilenweit von Fachkompetenz entfernt. Habe physikalische Chemie studiert und 35 Jahre Praxis. Was im Zusammenhang mit dem Klimawandel so alles von Fachbanausen gehandelt wird, lässt mit die Haare zu Berge stehen.

    3. Peter Hiller, 26.07.2018, 19:10

      Hallo Marco Das sehe ich auch so. Kritisches und freies Denken ist etwas, dass leider viel zu wenig verbreitet ist. Galileo war genau so ein kritisch denkender Mensch. Aber er war auch Wissenschaftler und Forscher. Er hat beobachtet, berechnet und experimentiert. Er hat mit seinem einfachen Teleskop erkannt, dass Jupiter von Monden umkreist wird, der Schatten auf dem Mond von einer riesigen Kugel stammen muss. Und er hat gesagt, dass die Erde als riesige Kugel um die Sonne kreist. Aber sie wollten seine Erkenntnisse und Fakten nicht anerkennen. Heute sagen uns tausende von Wissenschaftlern, - unser Klima verändert sich sehr schnelle, die Ursache ist eine stark steigende Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre. Diese Klimaänderung wird starke bis katastrophale Auswirkungen auf das gesamte Erdökosystem haben; abhängig vom weiteren Anstieg der Treibhausgas Konzentration. Und, die zusätzlichen Treibhausgas Emissionen verursachen wir Menschen -. Diese Erkenntnisse der Wissenschaftler basieren auf Beobachtungen, Experimenten und Berechnungen. Weshalb wollen wir diese Erkenntnisse und Fakten nicht anerkennen? Weil sie unser Weltbild erschüttern? Angst machen? Wir unsere Lebensweise anpassen müssen? Kritisches denken sollte auch uns selbst mit einbeziehen.

    4. Rolf Hefti, 28.07.2018, 08:31

      Gestern bei der Mondfinsternis war der Mond beim Aufgehen kaum zu sehen. Vermutlich war die Ursache Staub in der Atmosphäre. Der Flugverkehr ging sein gewohnten Weg des Endloswachstumes.

  17. Marco, 24.07.2018, 19:37

    Warum wurde die Periode 1981-2010 für die Norm herangezogen?
    Weshalb nicht die Periode 1940-1970?

    1. MeteoSchweiz, 25.07.2018, 09:50

      Zum Thema Normperioden finden Sie hier umfangreiche Erklärungen: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klima-der-schweiz/klima-normwerte.html

  18. Kelvin, 24.07.2018, 16:46

    Zur Trockenheit: Die trockensten Jahre waren im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Damals war der CO2-Anteil der Luft deutlich geringer. Trotzdem gab es Rekordtrockenheit.
    Zur Temperatur: 2003 war kein extremes Hitzejahr, sondern etwa das fünftwärmste bisher. Nur der Sommer 2003 war extrem ("Jahrhundertsommer").
    Fazit: Sowohl bei der Temperatur wie beim Niederschlag gibt es keine Rekorde, sondern "nur" die Ränge 4 oder 5.
    Können Sie beweisen, dass die Sommerregenmenge nach 2050 abnehmen wird? Viele der Leser und Verfasser dieses Blogs werden dann pensioniert oder sogar tot sein. Niemand wird zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sich die Prognose als falsch erweisen sollte (wie so viele in der Vergangenheit auch).
    Seit wann wird mit der Normperiode 1991-2020 verglichen, wenn bis zu deren Ablauf noch anderthalb Jahre fehlen?

    1. MeteoSchweiz, 25.07.2018, 10:46

      Im Blogartikel geht es nicht um einen Jahreswert, sondern um die Periode April bis Juli. Und für diese Periode zeichnet sich die erwähnte Rekordwärme ab.

      Zum Gebrauch des Wortes Hitzejahr sei folgendes angefügt: Das Jahr 2003 brachte den bisher weitaus wärmsten Juni seit Messbeginn. Er lag mehr als 2 Grad über allen bisherigen Junimonaten. Dann folgte der bisher weitaus wärmste August seit Messbeginn. Auch dieser lag rund 2 Grad über allen bisherigen Augustmonaten. Das Sommerhalbjahr 2003 (April bis September, sechs Monate) war das bisher weitaus Wärmste seit Messbeginn 1864. Das ist eine markante Häufung von sommerlichen Wärmerekorden. 2003 war also ganz eindeutig ein extremes Hitzejahr. Hitze wird nämlich nur im Sommer erreicht.

      Die Abnahme der Sommerregenmengen in der Schweiz ab Mitte des laufenden Jahrhunderts ist das Resultat von umfangreichen Klima-Forschungsarbeiten, an denen mehrere wissenschaftliche Institutionen beteiligt waren. Die Berichte dazu sind verfügbar unter http://www.ch2011.ch/de/. Die Abnahme der Sommerniederschläge in der Schweiz ab 2050 findet sich auch in den neuen Klimaszenarien, welche gegen Ende dieses Jahres auf http://www.ch2018.ch/veröffentlicht werden.

      Die Verwendung der Normperiode 1991-2020 hat folgenden Grund: Die Temperaturzunahme in der Schweiz schreitet voran. Die Normperiode 1981-2010 ist bereits nicht mehr repräsentativ für das aktuell herrschende Temperaturregime. Mit der zu 90 Prozent vorhandenen Normperiode 1991-2020 wird die reale Temperaturänderung am besten abgebildet.

  19. Stefan H, 24.07.2018, 16:12

    Bitte um kurze Erklärung: Warum werden ab 2050 die Sommerregenmengen weiter abnehmen?
    Danke, SH

    1. Silvan Rosser, 24.07.2018, 16:58

      Die Sommerniederschläge werden ab 2050 nicht weiter abnehmen gegenüber dem Extremjahr 2018, sondern erst dann gegenüber der Norm 1981-2010 eindeutig abnehmen.

    2. Christoph Homburger, 24.07.2018, 17:22

      Vielen Dank für die Erklärung. Eine Bestätigung, dass der Klimawandel stattfindet. Ein Warnsignal der Natur, auch für die Verantwortlichen Leader in Wirtschaft und Politik. Es ist längst nach 12.00 Uhr. Solange die Beschlüsse an den überaus teuren Klimagipfeln nicht umgesetzt werden, wird sich gar nichts ändern. Ich beobachte die Wetterphänomene schon seit mehr als 43 Jahren und hoffe, dass die Menschheit endlich einsieht, wie es tatsächlich um die Zukunft unserer Welt aussieht. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die gesendeten Beiträge sind sehr aufschlussreich und lehrreich; eine tolle Leistung aller Beteiligter
      !

    3. André Dolezal, 24.07.2018, 18:34

      Dann kaufen die Amis die Alpen und transportieren sie in die USA ;-)

    4. Buffi, 24.07.2018, 21:08

      Weil die Wissenschaftler das so ausgerechnet haben, und das alles wegen dem vom Menschen verursachten Klimawandel. Die Klimaerwärmung schreitet voran und auch für den fehlenden Regen wird es eine Erklärung geben...ich tippe da mal auf das der Mensch daran schuld ist, nicht wegen CO2 sondern wegen der Mobilfunkstrahlung die ins unermessliche gehen wird und wie eine Mikrowelle wirkt...oder so.?

    5. Geo A., 25.07.2018, 09:22

      Ich behaupte sie werden zunehmen. Bin 2050 wohl in den ewigen Jagdgründen.....

    6. MeteoSchweiz, 25.07.2018, 11:02

      Die abnehmenden Sommerniederschläge hangen mit der grossräumigen Entwicklung über Europa zusammen. Mit fortschreitendem Klimawandel zeigen die Klimamodelle ein Muster mit Niederschlagszunahmen im Norden und -abnahmen im Süden Europas. Dieses Muster verschiebt sich mit dem Gang der Jahreszeiten. Im Sommer liegt die Schweiz im Einfluss der zunehmenden Niederschlagsabnahme im Mittelmeerraum. Diese Niederschlagsabnahme kann wiederum mit einer grossräumigen Änderung der meridionalen Zirkulation (Tropen-Subtropen) erklärt werden, wodurch die subtropische Zone sich weiter nach Norden (Süd- bis Zentraleuropa) verschiebt.

    7. H. Brugger, 26.07.2018, 00:40

      Meteoschweiz
      Wenn ich richtig informiert bin, gibt es in der Schweiz 29 Klimastationen. Wird der Klimawandel aufgrund der Messungen dieser Stationen berechnet? Nach welchen Kriterien wurden diese 29 Orte ausgewählt?

    8. MeteoSchweiz, 26.07.2018, 11:01

      @ H. Brugger: auf https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/mess-und-prognosesysteme/bodenstationen/schweizer-klimamessnetz.html finden Sie detaillierte Informatinen zum Schweizer Klimamessnetz. Unsere Seite https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/schweizer-klima-im-detail/schweizer-temperaturmittel.html gibt Auskunft über das "Schweizer Temperaturmittel", mit dem die langjährige Temperaturentwicklung analysiert wird.