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Schnee von gestern

15. Januar 2019, 2 Kommentare
Themen: Wetter

Streng genommen handelt es sich auch noch um Schnee von heute, denn die Niederschläge klangen im Osten erst am frühen Morgen ab. Eine Einschätzung der Schneehöhen sowie Informationen zur Wetterberuhigung finden Sie im heutigen Blog.

Mächtige Schneedecke in Arosa; D. Gerstgrasser
Mächtige Schneedecke in Arosa; D. Gerstgrasser

Wetterlage

Vergrösserte Ansicht: Bodendruckanalyse 7 Uhr.
Bodendruckanalyse 7 Uhr.
DWD

Von Westen her hat sich heute das kräftige Hochdruckgebiet vom Atlantik zum Alpenraum ausgebreitet. Dies führte zu einer – für einige Regionen sehr willkommenen – Wetterberuhigung.  Das Hoch sorgte für eine Stabilisierung und Abtrocknung der Atmosphäre. Naturgemäss wurde diese Wetterbesserung zunächst im Westen sowie in den Hochalpen spür- und sichtbar. Auf der Alpensüdseite war es dank Nordwind sowieso weiterhin sonnig. Mit der abnehmenden Druckdifferenz zwischen Alpennord- und Alpensüdseite wurde der Nordwind auf der Alpensüdseite allmählich schwächer. Auch die stürmischen nördlichen Höhenwinde haben heute  deutlich abgenommen.

Etwas mehr Zeit brauchte die Wetterbesserung in den zentralen und östlichen Alpen und Voralpen. Vor allem gestern Nacht fielen dort zum Teil noch intensive Schneeschauer. Am frühen Morgen wurde es aber auch hier grösstenteils trocken. Die Restbewölkung lockerte sich im Laufe des Vormittags auf. Auch im zentralen und östlichen Mittelland sowie allgemein am Nordrand der Schweiz zeigten sich tagsüber noch dichtere tiefe Wolkenfelder. Vor allem im westlichen Mittelland bildeten sich in der vergangenen Nacht stellenweise auch Nebelfelder.

Vergrösserte Ansicht: Sonnenscheindauer in Stunden.
Sonnenscheindauer in Stunden.

Am meisten Sonnenschein wurde unter dem Strich mit 7 bis 8 Stunden in der Westschweiz, auf der Alpensüdseite sowie auf höheren Alpengipfeln registriert. Am wenigsten am Nordrand der Schweiz mit 2 bis 4 Stunden. Die Temperatur erreichte im Mittelland Werte von 4 bis 6, in Basel 7 Grad.

Zusammenfassung Schnee

Die 24-stündigen Neuschneesummen von heute Morgen zeigen insbesondere in Graubünden nochmals hohe Werte. Spitzenreiter sind die Stationen St. Antönien, Davos, Klosters und Arosa mit 30 bis 50cm Neuschnee. Aber auch in den übrigen Alpen und Voralpen fielen nochmals 10 bis 30cm.

Eine Auswahl der Messungen von 7 Uhr vom 15. Januar Neuschnee / Gesamtschnee in cm:

  • St. Antönien 47 / 180
  • Arosa 44 / 205
  • Pusserein 35 / 121
  • Klosters 30 / 167
  • Braunwald 27 / 135
  • Hasliberg 25 / 148

Neuschnee 3 Tage

Vergrösserte Ansicht: Blick von Arosa auf Medergen. Der stürmische Nordwestwind der vergangenen Tage wird durch die „verwellte“ Schneeoberfläche sichtbar.
Blick von Arosa auf Medergen. Der stürmische Nordwestwind der vergangenen Tage wird durch die „verwellte“ Schneeoberfläche sichtbar.
D. Gerstgrasser

Die 3-tägigen Neuschneesummen (3x24h-Neuschneesumme aufsummiert) bis heute 7 Uhr erreichten verbreitet Werte von 60 bis 90cm, stellenweise auch deutlich über 100cm. Durch die stürmischen nördlichen Höhenwinde wurden beispielsweise auch im Engadin sowie im Nordtessin nennenswerte Neuschneemengen erreicht. 

Rekordwerte bei den Schneehöhen?

Vergrösserte Ansicht: In Arosa wurde heute dieses Dach vom Schnee befreit. Vermutlich handelt es sich hier aber um eine Baustelle, denn die nach SIA-Norm maximal zulässigen Schneelasten werden noch deutlich unterschritten.
In Arosa wurde heute dieses Dach vom Schnee befreit. Vermutlich handelt es sich hier aber um eine Baustelle, denn die nach SIA-Norm maximal zulässigen Schneelasten werden noch deutlich unterschritten.
D. Gerstgrasser

Im Allgemeinen kann man festhalten, dass im Schweizer Alpenraum überdurchschnittlich viel Schnee liegt (die Alpensüdseite grösstenteils ausgenommen). Im Schnitt liegen die Werte bei rund 150% im Vergleich zum langjährigen Mittel. Deutlich höhere Werte findet man in den östlichen Voralpen und Alpen. Hier liegt doppelt bis dreimal so viel Schnee wie üblich.

Absolute Schneehöhenrekorde erreicht man natürlich – insbesondere im Hochgebirge – Mitte Januar nicht. Betrachtet man allerdings die höchsten Werte der ersten Januarhälfte, so findet man doch an einigen Stationen Schneehöhen, welche für die erste Januarhälfte im Bereich des Maximums oder darüber liegen.

Dies gilt beispielsweise für folgende Stationen:

(Station, aktuelle Schneehöhe, Messbeginn)

  • St. Antönien (1510m): 180cm, 1945
  • Davos (1560m): 140cm, 1945
  • Obersaxen (1420m): 110cm, 1945
  • Ftan (1710m): 120cm, 1952
  • Arosa (1845m): 205cm, 1953
  • Pusserein (940m): 121cm, 1969
  • Malbun (1610m): 169cm, 1971
  • Valzeina (1090m): 132cm, 1985

(Quelle Messwerte: SLF)

Stellvertretend für die Schneemengen in der Ostschweiz ein Webcamfilm vom Furkajoch (1761m) knapp östlich von Feldkirch in Vorarlberg. Die Messlatte von 250cm ist nicht mehr sichtbar.

Wochenausblick Niederschlag

Für die Alpen zeichnet sich betreffend Neuschnee zunächst einmal eine Entspannung ab. Bis Donnerstag wird es trocken bleiben. In der Höhe wird es deutlich milder. Für Donnerstag/Freitag mit einer Kaltfront und voraussichtlich am Montag werden weitere Schneefälle erwartet. Allerdings sollten die Niederschlagsmengen mit jeweils 5 bis 10mm im anständigen Rahmen bleiben.

Kommentare (2)

  1. Heidi, 16.01.2019, 09:44

    Wieder super schöne Bilder. Der Winter kann sehr schön sein. Ist die Schweiz schon nahe an einem neuen Rekord betreffend der Schneehöhe?
    Freundliche Grüsse Heidi
    Ps bin nächste Woche in Arosa und freue mich alles in natura zusehen.

  2. Jakob Frauchiger, 16.01.2019, 07:25

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Die Angaben zur Schneehöhe sind romantisch.
    Viel interessanter wäre zu wissen welcher Wasserhöhe die aktuelle Schneehöhe entsprechen würde.

    Wenn Sie doch bitte zusätzlich die mittlere Dichte des Schnees in kg pro Kubikmeter angeben würden.

    Ich danke und grüsse freundlich, Jakob Frauchiger