Hoch nähert sich aus Nordwesten

2. Dezember 2019, 6 Kommentare
Themen: Wetter

Am Montag dehnte sich ein umfangreiches Hochdruckgebiet von Nordwest- in Richtung Mitteleuropa aus.

Erst beim Sonnenuntergang kam der Säntis heute aus den Wolken heraus. Quelle: https://saentisbahn.ch/schwebebahn/webcam-und-wetter/
Erst beim Sonnenuntergang kam der Säntis heute aus den Wolken heraus. Quelle: https://saentisbahn.ch/schwebebahn/webcam-und-wetter/

Im Norden nur langsame Besserung

Dabei trocknete die feuchte Luft nördlich der Alpen von oben nach unten langsam ab. Dieser Prozess ging über dem Jura und dem Flachland der Alpennordseite etwas schneller vor sich als in den Alpen. Dort nahm nämlich - insbesondere am Alpennordhang - der Staugradient aus Norden vorerst noch zu.

Vergrösserte Ansicht: Zwischen den Ballonsonden von Mitternacht (grün) und Mittag (schwarz) sinkt die Wolkenobergrenze von etwa 650 hPa (etwa 3500 m/M) auf zirka 770 hPa (etwa 2300 m/M). Diese Höhe entspricht dem Punkt wo sich Temperatur (ausgezogene Linie) und Taupunkt (gestrichelte Linie) berühren (Sättigung). Quelle: MeteoSchweiz
Zwischen den Ballonsonden von Mitternacht (grün) und Mittag (schwarz) sinkt die Wolkenobergrenze von etwa 650 hPa (etwa 3500 m/M) auf zirka 770 hPa (etwa 2300 m/M). Diese Höhe entspricht dem Punkt wo sich Temperatur (ausgezogene Linie) und Taupunkt (gestrichelte Linie) berühren (Sättigung). Quelle: MeteoSchweiz

Im Norden noch meist bewölkt, im Süden meist sonnig

So gab es heute im Flachland der Alpennordseite im Tagesverlauf erste Aufhellungen, vor allem im Genferseegebiet und in der Nordschweiz. Im Jura und insbesondere am Alpennordhang blieb es dagegen noch meist grau, einzig oberhalb von etwa 3000 Metern kam die Sonne über dem nur langsam sinkenden Wolkendeckel tagsüber zunehmend zum Vorschein. Es gab auch noch Niederschläge, vor allem in der ersten Tageshälfte und am zentralen und östlichen Alpennordhang. Die Schneefallgrenze lag zwischen 600 und 900 Metern.

Im Wallis und im Engadin lief dieser Prozess vor allem in den Bergen etwas schneller ab. Auf der Alpensüdseite schliesslich sorgte die vorerst noch zunehmende Nordströmung für eine weitgehende Abtrocknung.

Vergrösserte Ansicht: Auf dem hochaufgelösten Bild (250 m) des Terra-Satelliten der NASA sind die ersten Aufhellungen im Mittelland und der Wolkenstau am Alpennordhang und in den östlichen Alpen zu sehen. Weiter südlich sorgt der Nordwind für zunehmend heitere Verhältnisse.
Auf dem hochaufgelösten Bild (250 m) des Terra-Satelliten der NASA sind die ersten Aufhellungen im Mittelland und der Wolkenstau am Alpennordhang und in den östlichen Alpen zu sehen. Weiter südlich sorgt der Nordwind für zunehmend heitere Verhältnisse.

Im Norden mit Bise kühl, im Süden trotz Nordföhn etwas milder

Die Temperatur erreichte in den Niederungen 3 bis 6 Grad, im Genferseegebiet und im Wallis 6 bis 8 Grad. Auf der Alpensüdseite wurden 9 bis 14 Grad gemessen. In 2000 Metern Höhe lag die Temperatur anfangs maximal bei -2 Grad im Norden und null Grad im Süden. Im Tagesverlauf sank sie dann auf etwa -5 Grad im Norden und auf zirka -2 Grad im Süden.

Auf der Alpennordseite wehte eine schwache bis mässige, im Westen eine mässige bis starke Bise. Gleichzeitig blies über den Alpen und südlich davon ein mässiger bis starker Nordwind.

Vergrösserte Ansicht: Auf der Bodenanalyse vom Mittag hat sich auf der Südostflanke des Hochdruckgebiets mit Zentrum über der Keltischen See auf der Alpennordseite eine Bisenlage und über den Alpen eine Nordwindlage eingestellt. Quelle: Deutscher Wetterdienst
Auf der Bodenanalyse vom Mittag hat sich auf der Südostflanke des Hochdruckgebiets mit Zentrum über der Keltischen See auf der Alpennordseite eine Bisenlage und über den Alpen eine Nordwindlage eingestellt. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Zum Schluss nochmals das schöne Abendbild vom Säntis, das die Hochdrucklage aus Nordwesten ankündigt.

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Kommentare (6)

  1. Mike (Basel), 03.12.2019, 11:03

    Prognosetechnich waren die letzten Tage in der NW-Schweiz, Region Basel, keine Offenbarung.
    Sonntag sollte es ab den späten Vormittag den ganzen Tag regnen. Nach dem Diagramm sollten 10 - 20 mm zusammenkommen. Gefallen ist ausser ein paar Tropfen nichts. Montag sollten hier noch letzte Niederschläge fallen. Gefallen ist nichts. Die Tiefsttemperaturen der letzten Nacht wurden gestern Abend, obwohl es schon aufgeklart hatte, noch mit -1 °C angekündigt. Geworden sind es kanpp - 4 °C. Heute sollte in weiten Teile des Nordens eine schwer aufzulösende Hochnebeldecke bei 1200 m - 1400 m liegen. Tatsächlich ist es in weiten Teilen seit dem Morgen sonnig. Will nicht meckern, ist mir nur aufgefallen.

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  2. Dieter Stuckenbrock, Karlsruhe, 03.12.2019, 10:38

    Ist das Bild von den Churfirsten vom Säntis her seitenverkehrt? Wenn ich die Karte angucke, müsste der Steilabfall zum Walensee hin nach links, nicht nach rechts sein.
    Grüßle

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    1. MeteoSchweiz, 03.12.2019, 11:26

      Das Bild zeigt nicht die Churfirsten, es zeigt die viel näher gelegenen Berge Grenzchopf und Silberplatten südwestlich vom Säntis.

  3. Silvan, 02.12.2019, 21:28

    Auf dem Satellitenbild ist auch das braun verfärbte Wasser der Rhone bei ihrer Mündung ins Mittelmeer zu sehen. Sehr eindrücklich.

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    1. Wolfgang, 02.12.2019, 23:21

      Das stimmt, der Zufluss von der Rhone ist aufgrund des wolkenlosen Himmels sehr gut zu sehen.
      Sind das Sedimente oder woher kommt die Farbe?

    2. Pierre Rust, 03.12.2019, 00:09

      Sehr gute und interessante Beobachtung !
      Große Mengen an Schlamm werden derzeit in der Tat vom "König der Alpenflüsse" ins Mittelmeer transportiert. Eigentlich stammen diesmal diese Sedimente aus seinen Zuflüssen, der Drôme und der Durance. Diese hat heute seinen Höchstpegel seit 1994 erreicht, nach den gestrigen sinnflutigen und katastophalen Regenfällen (bis 200l/qm in weniger als 24 Stunden) über der Provence und den südlichen Voralpen.
      Bemerkenswert auf dem Satellitenbild auf der linken Seite der östlichen Rhonemündung ist die kleine Frioul Insel in der Bucht von Marseille : wir haben diese sehr ausgezeichnete Perspektive aus 700km im Weltall dem Mistral (böiger und kalter Nordwind im Rhonetal) zu bedanken, der nach dem Durchzug des Tiefs Olaf wie immer in solch einer Wetterkonfiguration die Atmosphäre ordentlich gereinigt hat und nun für eine ideale Fernsicht sorgt.